Zwei Wochen Campingplatz, Kindheit wie früher

Die Sommerferien sind vorbei, der Alltag hat uns wieder, das Kind ist in der zweiten Klasse angekommen. In den letzten Ferienwochen waren wir wieder in De Pekelinge, also in den Niederlanden, genauer gesagt in Zeeland, unmittelbar an der Nordseeküste.

De Pekelinge haben wir schon oft besucht, allerdings noch nie in der Hauptsaison. Der Preis für zwei Wochen Camping ist im Verhältnis zu anderen Familienurlauben immer noch ein Schnäppchen, über das Zelten mit Kind hatte ich schon einmal geschrieben, wir kommen nach wir vor sehr gut damit zurecht.

Auch dieses Mal haben wir, wie immer nach zwei Wochen im Zelt, über einen Wohnwagen nachgedacht, dieses Jahr waren wir nach dem Urlaub sogar auf der Caravan Messe in Düsseldorf. Einen Wohnwagen haben wir aber nicht gekauft, dazu in einem anderen Artikel später mehr.

Nach Zeeland mit dem Fahrrad

Wie bereits zwei Jahre zuvor bin ich mit einem Freund zusammen auf dem Rad vorgefahren, allerdings mit nur einer Übernachtung, was ich so nicht mehr wiederholen werde, ich bin eben kein Ausdauer-Sportler. Wir sind in Roermond gestartet, so dass die Strecke „nur“ rund 270 km hatte. Wie zuletzt haben wir in Etten-Leur übernachtet. Der erste Reisetag war diesmal ein Traum 25c°, wenig Wind, blauer Himmel. Auch diesmal dachte ich nach bereits 80 Kilometern, dass es langsam reicht, leider lagen zu diesem Zeitpunkt noch 60 Kilometer vor uns. Der zweite Tag hatte es dann in sich, viele Wolken, ein paar Schauer, zwischen 40 und 50 K/mh Wind mit Böen bis 80 K/mh. Natürlich Westwind, also immer schön von vorne. Wir kamen erheblich später an, als gedacht. Immerhin haben wir uns dieses Mal nicht verfahren, GPS und den Knotenpunkten sei dank, die Kombination hat ausgezeichnet funktioniert.

Klettern in De Pekelinge

Als ich am Campingplatz ankam, hatten meine Frau und der Sohn bereits das Zelt aufgebaut, worüber ich sehr dankbar war.

Da unser Kind den Platz sehr gut kennt, war er auch recht schnell auf und davon. Wir haben mittlerweile einen Wagen mit Anhängerkupplung, so dass wir vom Dachträger für Fahrräder auf einen Kupplungsträger wechseln konnten,  was für ein Komfort-Gewinn! Dazu kann ein Rad mehr mitgenommen werden, so dass ein Kinderrad auch noch mit konnte, und das wurde auch reichlich genutzt. Die 3,5 Kilometer zum Strand fuhr das Kind nun ohne Murren, aber auch auf dem Platz waren die Kinder „wie die Einheimischen“ ständig mit dem Rad unterwegs. Kinder in Holland fahren übrigens gut drei bis viel Mal so weit, wie deutsche Kinder im Jahr mit dem Rad und kommen so auf sehr erstaunliche Fahrleistungen. Leider habe ich die Statistik dazu nicht wiedergefunden. Unser Sohn fährt mindestens 1000 Kilometer im Jahr, ich vermute es dürften an die 2000 Kilometer am Ende sein, damit ist er an den niederländischen Kindern schon recht nah dran.

Für die Kinder bedeutet der Campingplatz Freiheit. Sie können sich auf dem Gelände ohne Aufsicht frei bewegen, sie können ihre Freunde suchen, diese zu Hause besuchen ohne vorher anzurufen. Um zu erfahren, wo die Freunde gerade sind, wird geschaut, wo die Fahrräder stehen. Sie können alleine zum Laden fahren, um sich vom Taschengeld Dinge zu kaufen, für die die Eltern, wenn diese dabei sind, keinen Cent raus rücken, sie können alleine zum Sport fahren und die Aktivitäten nutzen, ohne große Aufsicht.

Eine Freundin brachte es auf den Punkt: Für die Kinder heute ist der Campinglatz wie unsere Kindheit in den 80ern. Und ich finde es enorm wichtig, dass sie diese Erfahrungen auch machen können, wenn auch nur recht kurz.

Dennoch haben wir stets festgestellt: Die kurze Zeit auf dem Campingplatz sorgt für einen gewaltigen Entwicklungsschub, was die Selbstständigkeit betrifft. Auch dieses Mal hatten wir einen solchen AHA-Effekt.

Obwohl der Sohn täglich mit dem Rad zur Schule fährt, bei Wind und Wetter und er bereits mit drei Jahren sicher Rad fahren konnte, haben seine Fahrradkünste in den zwei Wochen einen großen Schub bekommen. In Ausdauer und in Technik gleichermaßen. Er war täglich mit seinem Rad auf dem „Pump-Track“ des Campingplatzes unterwegs, natürlich haben Rad und Kind zwischendurch etwas gelitten, aber er war immer noch kurzer Zeit wieder dabei.

Auch die anderen Eltern stellen regelmäßig so eine Entwicklung fest, Campingurlaub mit Kindern hat also auch einen großen Lerneffekt inklusive.

 

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