Zu Risiken und Nebenwirkungen von Paukenröhrchen, oder: „Können Faultiere schwimmen?“

Die Paukenröhrchen-OP ist nun einige Tage her, bis heute war unser Kind nicht im Kindergarten, jetzt kehrt wieder etwas Normalität bei uns ein. In den ersten Tagen haben wir uns bemüht, „Stress“ und zu viel Krach zu vermeiden, da die meisten unserer Freunde weg gefahren sind, war das auch nicht so schwer.

Damit unser Kleiner hier nicht Amok läuft, haben wir einiges mit ihm unternommen. Am Freitag ging es erst mit dem Fahrrad zu Oma, ich fuhr mit Rollschuhen nebenher.

Das klappte so gut wie nie zuvor. Ich musste nicht brüllen, er fuhr dahin, wo ich sagte und er hielt an, wenn ich es wollte. Eine neue Erfahrung, völlig stressfrei auf einer bisher unbekannten Strecke. Wer hätte das gedacht? Am Nachmittag dann zum Ballett, wir hatten vom Arzt vorher extra das O.K. eingeholt, er kam mit der Gruppe Kinder ohne Überraschungen zurecht. Wir hatten gedacht, dass es ihm vielleicht zu laut ist, aber er sagte dazu keinen Ton.

In den Informationsblättchen hieß es in den ersten zwei Wochen kein Sport, kein Wasser, kein Kindergarten, kein Toben. Uns stand der Angstschweiß beim Lesen auf der Stirn.

Glücklicherweise sagte unser HNO, dass, wenn alles gut geht, unser Sohn nach drei Tagen wieder alles machen darf. Glück gehabt.

"Können Faultiere schwimmen?"

„Können Faultiere schwimmen?“

Hier zu Hause müssen wir nun plötzlich höllisch aufpassen, was wir, also meine Frau und ich, miteinander besprechen. Es war vorher schon peinlich genug, wenn unser Kind Dinge, die er hören sollte falsch verstand und wiedergab. Jetzt hört er plötzlich Sachen, die er gar nicht hören soll, Lästern wir jetzt echt kompliziert. 🙂

Am Samstag fuhren wir in den Wuppertaler Zoo, es war nicht zu voll und wir konnten die Anlage in Ruhe abgehen. Tolle Gehege, leider sieht man dafür oft die Tiere nicht. 😉

Eine Überraschung gab es auch, das Interessanteste und Spannendste war: Ein Faultier. Kein Witz.

Es hangelte sich über einem offenbar leerem Wasserbecken an der Decke entlang. Direkt stellte unser Sohn eine Frage, die wir nicht beantworten konnten:

„Können Faultiere eigentlich schwimmen?“

Ein Abstecher zum Spielplatz im Zoo musste auch noch sein. Während wir einen Kaffee tranken, spielte unser Kind an der Seilschaukel. Er half einem Mädchen beim Anschaukeln und wartete, bis er dran kommen sollte. Drei viel größere Jungs hatten da wohl andere Pläne und versuchten das viel kleinere Mädchen im Alter unseres Sohnes „weg zu ärgern“, plötzlich schaute unser Kind auf und brüllte die drei Großen derartig an, dass diese vom Mädchen wie gefordert ab ließen und von dannen zogen. Ich muss zugeben, ich war in diesem Moment wirklich stolz auf ihn, allerdings fürchte ich auch, dass ihm das irgendwann mächtig Ärger einbringen wird. Hoffentlich kann er auch gut einstecken.

Nach dem Zoo fuhren wir noch einmal mit der Schwebebahn in die Stadt und zurück, die Eintrittskarten vom Zoo gelten auch als Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel. Wenn man diesen Bonus nutzt, relativiert sich auch ein wenig der Eintrittspreis.

Sonntag stand dann der Kinder-Bauernhof auf dem Programm, so kam dann auch der letzte Topinambur zu einer sinnvollen Verwertung. Diese Sorte war mir zu schwierig zu reinigen, daher habe ich auf eine neue Sorte mit runderen Knollen umgeschwenkt. Bis ich die alte Sorte aus dem Garten vertrieben habe, dauert es vermutlich noch Jahre, wenn es mir überhaupt gelingt. Die Esel auf dem Bauernhof wird es freuen.

Auf der Raupe

Auf der Raupe

Am Montag fuhren wir zum Burgfest im Brüggen und nutzten die kleine Kirmes für eine Ablenkung, das Highlight war in diesem Jahr nicht der Auto-Scooter mit Papa, sondern die Raupe mit Mama. Leider war es auch das teuerste Fahrgeschäft, aber er hatte einen Riesenspaß. Er mümmelte noch einen Crepe mit Schoki weg, dann ging es mit einer neuen Folge „Bibi und Tina“ wieder nach Hause. Das klappt jetzt auch viel besser, vermutlich, weil er endlich mitbekommt, worum es geht. 😉

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