Zeug zum Spielen statt Spielzeug, oder: Regentonne vs. Spielhaus

Ich habe vor Jahren einen Artikel geschrieben, der sich auf einen Themenabend in der Ausbildung zur Kindertagespflegeperson bezog, das Thema war damals:

Zeug zum Spielen statt Spielzeug.

Der Artikel wurde als Gastartikel bei Betreut.de veröffentlicht, ist aber leider nicht mehr online, fahrlässiger-weise hatte ich keine Kopie vom Text, bzw. meine Kopie des Artikels ist dem späteren Hacker-Angriff auf meinen Blog zum Opfer gefallen.

Es ging in dem Artikel darum, dass Kinder, um erfolgreich in einen Flow zu kommen, nicht unbedingt Spielzeug benötigen. Statt einer perfekt ausgestatteten (und womöglich rosa-farbenen) Spielküche, tut es auch eine Kiste oder ein Karton mit Bemalung und einigen Drehknöpfen. Die Drehknöpfe sind übrigens sehr wichtig. 😉


Die Spielküche ist natürlich nur ein Beispiel, aber als Hilfsmittel für Rollenspiele sehr wichtig. Darüber hinaus spielen Kinder am liebsten mit „echten“ Dingen und nicht mit einer billigen Imitation. Spielzeug-Handy? Mamas oder Papas echtes Smartphone ist doch viel interessanter, die spielen ja schließlich auch ständig damit. Eine Werkzeugbank mit Werkzeug aus Plastik? Jetzt mal ehrlich, wer würde einen Nagel mit einem Plastikhammer in die Wand schlagen wollen? Echtes Werkzeug ist viel spannender, und nicht mal unbedingt teurer. Gut, unseren Sohn würden wir sicherlich nicht damit alleine lassen, aber mehr Spaß macht das sicherlich trotzdem.

Ich könnte hier jetzt ewig Beispiele aufführen, aber wie der Titel bereits vorweg genommen hat, zeigte uns unser Kind mal wieder, wie kreativ Kinder sein können und wie viel Geld man als Eltern sparen kann.

Das Spielhaus gehört sicherlich zu den Ausgaben, die wir nie bereut haben und kommt beinahe direkt nach dem Chariot-Cougar-Fahrradanhänger, der als Lastenträger immer noch seine Dienste leistet.  Das Spielhaus haben wir im Angebot für 189 Euro erstanden, der Listenpreis war 269,00 Euro. Eine ganze Menge Geld, dafür wird es aber, selbst nach drei Jahren im Garten, immer noch bespielt.

Regentonne statt Spielhaus

Regentonne statt Spielhaus

Vor einigen Tagen kauften wir eine neue Regentonne, die beim Eingraben im Garten leider von einem Stück Bauschutt beschädigt wurde. Die kam also wieder raus und musste ersetzt werden. Unser Kind stürzte sich regelrecht auf die nun herrenlose Tonne und spielte intensiv damit und das an mehreren Tagen, bis wir sie zur Deponie fuhren.

Die Tonne hat neu 12,99 Euro gekostet.

Kleiner Tipp: Kaufen Sie ihrem Kind eine Regentonne, mit Deckel.

3 Gedanken zu „Zeug zum Spielen statt Spielzeug, oder: Regentonne vs. Spielhaus#8220;

  1. Ich finde es immer wieder toll zu sehen wie Kinder mit den einfachsten Dingen spielen und glücklich sind.
    Wir Erwachsenen sind es, die glauben unser Kind braucht unbedingt massenweise Spielsachen

  2. ich finde es sehr beruhigend zu hören, dass es Kinder in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft trotzdem noch mehrere Jahre lang mit einem bestimmten Spielgerät aushalten. Und dann noch mit so einem einfachen. Das ist echt schön.
    Wir haben unserem Sohn […] auch einen Spielturm für unseren Garten gekauft. Er war bis vor kurzem noch ein echter Stubenhocker. Immer war es zu kalt, zu windig, zu heiss etc…. Und auf einmal geht er mit seinen Freunden zum Spielen raus! 🙂 ich hoffe, das bleibt auch so. Dein Beitrag verleiht mir zumindest Zuversicht. Alles Gute euch 🙂

  3. wir machen mit unseren Kids (4 u. 9) genau die gleichen Erfahrungen. Es muß nicht das Plastikspielzeug bespielt werden. Vielmehr macht es Spaß, die echten Werkzeuge von Papa zu nehmen und zu helfen, egal was gerade bebastelt wird. Ob es jetzt den Nagel ins Dach der Hundehütte schlagen ist, oder mit dem Akkuschrauber was auf- oder abzubauen…auch die Kleinen sehen hier nämlich Erfolge und haben ernormen Spaß am „Spielen“
    Beste Grüße Thomas

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