Workstation als Gaming-PC, DELL 7600

DELL T7600 Workstation

DELL T7600 Workstation

Seit vielen, vielen Jahren verwende ich ältere Workstations als Alltags und Gaming-PC. Früher habe ich noch viel mehr Bildbearbeitung und auch Video-Bearbeitung gemacht, da standen diese Anforderungen im Vordergrund und hier machten die Doppel-CPU-Systeme, die ich bevorzuge, immer sehr viel Sinn. Heute mache ich das kaum noch und wenn etwas den Rechner richtig fordert, dann am ehesten Spiele, wobei ich kein besonders anspruchsvoller Zocker bin. Bei mit sind es eigentlich nie die aktuellsten Spiele, daher benötige ich auch selten die aktuellste Hardware.

Ich bin mit den gebrauchten Workstations, vorzugsweise von DELL, immer sehr gut gefahren und hatte selten Ärger mit der Hardware. Als ich meine Rechner noch selber gebaut habe, sah das ganz anders aus, daher bin ich mittlerweile vollkommen davon abgekommen, seit über 15 Jahren kaufe ich daher Leasingrückläufer von Firmen, um damit zu arbeiten, aber auch um gelegentlich zu Spielen.

Früher waren es meist Siemens-Nixdorf, dann Scenic-Systeme, später, so ab 2007, kam ich dann zu Dell. Ich würde aber auch HP oder Lenovo erwerben.

DELL T5500 Workstation

Die letzten drei Systeme, die ich hier stehen hatte und habe liegen in den Neupreisen zum „Release-Date“ bei ca. 10.000 Euro, mehr als  400 bis 600 Euro habe ich gebraucht noch nie für ein solches System bezahlt. Diese sind dann meist ca. 5 bis 6 Jahre alt. Dank der damaligen High-End Hardware brauchen diese Workstations sich hinter aktuellen Mittelklasse-Computern nicht zu verstecken. Ein wenig aktuelle Hardware rein, wie moderne Festplatten und eine aktuelle Grafikkarte und schon sind die Kisten für einige Jahre absolut sicher verwendbar.

Der letzte Umstieg war von einem DELL Precision 690 zu einem DELL T5500, dann vor einem Jahr auf einen DELL T7600.

Siehe meine Artikel:

Die von mir gekaufte „Grundausstattung“ sah jeweils so aus:

Dezember 2012 (erschienen 2006): DELL Precision 690, DUAL – Intel® Xeon® Prozessor E5320 (8 MB Cache, 1,86 GHz, 1066-MHz-FSB), 16 GB RAM (1066)

Dezember 2016 (erschienen 2009): DELL Precision T5500, DUAL – Intel® Xeon® Prozessor X5570 (8 MB Cache, 2,93 GHz, Intel® QPI mit 6,40 GT/s), 32 GB RAM (1333)

Dezember 2019 (erschienen 2013): DELL Precision T7600, DUAL – Intel® Xeon® Prozessor E5-2687W (20 MB Cache, 3,10 GHz, 8,00-GT/s-QPI), 32 (64) GB RAM (1600)

Für den aktuellen Rechner hier kurz ein Vergleich mit dem dem sehr aktuellem Spiele-PC eines Bekannten:



Unter R20-Cinebench ermittelt schafft mein DELL 7600 mit den zwei Xeon E5-2687W rund 4600 Punkte, sein AMD Ryzen 7 3700X 8X 3,6 GHz rund 4700 Punkte. Das ist eine vergleichbare Leistung mit einem aktuellen Mittelklasse-System. Bei Intel muss man zu einem Intel Core i9-9820X greifen, um eine ähnliche Leistung zu bekommen, da kostet nur der Chip mehr als mein ganzer Computer. Die meisten werden dennoch keinen Sinn darin sehen, ein Gebraucht-System aufzurüsten.

(Übrigens, der T5500 schafft immerhin noch über 2000 Punkte und kann mit dieser Leistung durchaus noch ernst genommen werden.)

Was mich aber zum nächsten Punkt bringt, es ist an der Zeit meine Workstation etwas aufzuhübschen.

Samsung EVO 860 1TB

Mein Linux-Betriebssystem boote ich von einer SSD, das original Win10 läuft noch auf einer alten 500GB-Platte, das wollte ich schon längst geändert haben. Das System sollte nun mit Clonezilla auf eine Samsung SSD 860 QVO 1TB umgezogen werden.

Ich verwende dafür gerne den ORICO 2,5″ auf 3,5″ Einbaurahmen, obwohl der DELL T7600 sogar welche dabei hat, ist mir der stabile zusätzliche Wechselrahmen die 10 Euro absolut wert. Ich habe diese bereits im T5500 verwendet.

Der Umzug auf eine SSD ist auch nötig, weil ich vor habe das Seitenteil des Dell-Gehäuses zu ändern. Statt dem originalem Blech werde ich mit Magneten eine auf Maß bestellte Alu-Lochwand anbringen. Das gibt der Grafikkarte mehr Platz und sorgt für eine bessere Kühlung. Die aktuelle Gainward Phoenix Gold GTX 1060 passt gerade so in das Gehäuse, eine GTX 2070 Super bekomme ich da nicht rein, das ist sicher. Auch das finde ich etwas seltsam, denn dieses Problem hatte ich mit den Workstations noch nie, in den alten XPS 700 konnte man die Karten beinahe verlieren.

Lesetipp: DELL XPS 710 (700/730) als Retro Gaming PC

Denn leider ist der DELL 7600 mit den beiden Xeon unter Last so laut wie ein Düsenjet. Auch dieses Problem hatte ich bisher noch nie. Die „Öffnung“ der Seitenwand soll laut „GreenPC-Gamer“ in etwa 10 bis 15 c° weniger Chip-Temperatur bringen, dies würde die Lüfter erheblich leiser laufen lassen, als nächstes habe ich dann aber vor, zumindest die Gehäuse-Lüfter gegen besonders leise drehende zu tauschen.

Bei ebay stolperte ich noch über einen Satz original HYNIX RAM-Riegel, 32 GB für 40 Euro, da konnte ich nicht nein sagen. Damit hoffe ich die Ursache für den im Benchmark zu langsamen RAM zu beheben, denn 64 GB war die Original-Bestückung und ich glaube für den Dual-Channel benötige ich bei 2 Prozessoren insgesamt 8 Riegel, die Anleitung von DELL ist in diesem Punkt etwas seltsam. Ich bin gespannt ob das was bringt.

Der RAM ist unter Userbenchmark eindeutig zu langsam

Leider war bei Lieferung einer der Riegel defekt, so dass mein System nicht mehr booten wollte, mit drei Riegeln klappt das aber nicht, ich musste einen getesteten woanders für 25 Euro nachkaufen, das wird noch einige Tage dauern. Typisch ebay mal wieder.

Eine NVME M.2 steht als nächstes auf dem Wunschzettel, das muss aber noch was warten. Leider kann der T7600 nicht von der NVME M.2 SSD booten, das wäre natürlich noch besser. Die GTX 1060 muss noch eine Weile reichen, ein Umstieg lohnt sich für mich noch nicht.

Die SSD konnte ich mittlerweile einbauen. Das Klonen mit „Clonezilla“ hat aber diesmal nicht funktioniert, ich musste auf ein andere Programm zurück greifen. Mit einer Testversion von „Macrium Reflect“ hat es dann geklappt. Hat ja nur drei Stunden gedauert, es könnte so einfach sein, ist es aber nie. Dafür war ich vom Ergebnis mehr als überrascht. Einen solch deutlichen Unterschied beim Tausch einer konventionellen Festplatte gegen eine SSD hatte ich noch nie. Der Bechmarktest unter „Userbenchmark“ gab mir recht.

Die Samsung EVO 360 1TB war am DELL PERC 310 als „outstanding“ markiert und schaffte über 100%. Hätte ich geahnt, dass der Unterschied sich im normalen Arbeiten so krass bemerkbar macht, ich hätte das schon früher gemacht.

Samsung SSD EVO 860 an DELL PERC 310

Jetzt bin ich auf die RAM Erweiterung umso mehr gespannt, leider wird das nun noch etwas dauern.

Update vom 18.11.2020:

Mittlerweile ist der neue RAM-Riegel angekommen und zeitgleich traf auch die neue Seitenwand für den T7600 ein. Also habe ich heute eine kleine Bastelstunde eingelegt.

DELL T7600 RAM, endlich unter Userbenchmark keine Kröte mehr

Nach einigem hin und her Gestecke fand ich eine Kombi, die ohne Probleme lief und siehe da, unter „Userbenchmark“ hatten sich die Werte erheblich verbessert. überall hatte ich grob 10% mehr Leistung, der RAM läuft nun im Quadro-Channel-Modus und ist nun, ebenso wie die SSDs am PERC 310 als „outstanding“ markiert. Das hat sich also wirklich gelohnt.

Optisch macht das neue Seitenteil durchaus was her und die Grafikkarte hat nun viel mehr Platz, das dürfte der Kühlung auch zu Gute kommen. Genaue Werte muss ich aber noch ermitteln.

Neues Seitenteil für den DELL T7600, jetzt passen auch große Grafikkarten rein.

Die Idee mit der Alu-Seitenwand hatten einige Youtuber, meine Umsetzung weicht leicht davon ab, dafür habe ich die Platte direkt auf Maß fertigen lassen, das hat tatsächlich komplett nur 16,65 Euro inklusive Versand gekostet. Da hat die Firma B&T Metall wirklich ein gutes Angebot bei Amazon, in jedem Fall besser, als mit der Flex oder Metallschere selber die Sache zu versuchen. 😉

Und so sieht das nun aus:

Neues Seitenteil für den DELL T7600, jetzt passen auch große Grafikkarten rein.

 

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