Wir waren dann mal weg, Teil 1

Meine Frau hatte ja die IFA durchgearbeitet und ich hatte die Zeit alleine mit unserem Kind zuhause verbracht, daher sind wir dann, relativ kurzfristig, einige Tage weggefahren. Eigentlich wollten wir ja im Münsterland Radwandern, aber das haben wir uns dann doch anders überlegt und sind lieber Wandern gegangen.

Allerdings nicht im Münsterland, da sieht man ja morgens schon, wo man abends ankommt. 😉

Wir schauten nach einem netten Landgasthof im Sauerland und auf der Homepage der „Sauerländer Wandergasthöfe“ wurden wir auch schnell fündig. Unsere Wahl fiel auf den Landgasthof der Familie Rüppel in Valme bei Bestwig. Von uns aus sind das rund zwei Stunden mit dem Auto, wir wollten nicht zu weit weg fahren, für den Fall, dass es unserem Sohn woanders gar nicht gefällt.

Wir buchten uns für fünf Tage ein, mit Halbpension. Die Autofahrt mit unserem Sohn war kein größeres Problem, der Wagen war für die wenigen Tage erstaunlich voll beladen. Außenstehende hätten meinen können, wir gehen nicht nur wandern, sondern wir wandern gleich ganz aus. Was man nicht so alles mitschleppt, wenn man so einen kleinen Pups dabei hat.

Landgasthof Rüppel, Sauerland

Landgasthof Rüppel, Sauerland

Der Landgasthof Rüppel liegt, für jemanden, der aus dem Düsseldorfer und Kölner Raum kommt, mitten im Nirgendwo. Allerdings direkt an einer, für die Gegend, relativ stark befahrenden Straße. Offiziell sind dort 50 K/mH erlaubt, die fahren dort aber nur die Touristen, die Autos mit „HSK“ Kennzeichen bevorzugen offenbar dreistellige Geschwindigkeiten. Für Kinder, die bereits laufen können, ist das nicht optimal, da man die Straße des öfteren kreuzen muss, um zum Parkplatz oder auf die Wanderwege zu kommen.

Wandertafel und die Straße vor der Tür

Wandertafel und die Straße vor der Tür

Das Haus hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, wurde aber stets renoviert und saniert. Der Stilmix mutet ein wenig abenteuerlich an.

„Edelsteine gelten seit der Antike als ein heilsames Medium, entdecken Sie bei uns Ihre Kräfte. Jedes unserer Hotelzimmer ist ein Unikat welches liebevoll und modern für Sie eingerichtet ist. Ein Ambiente voller Farben und individuellen Formen wartet auf Sie.

Die Idee, die Zimmer nach Halb-Edelsteinen zu benennen ist nett, aber die dekorative Umsetzung aus den Neunzigern eine echte Geschmacksfrage. Wir hatten das Zimmer mit dem Namen „Fluorit“. Allgemein zum Zimmer:

Positiv

  • Kein mievender Teppich, sondern Laminat auf dem Boden
  • Modernes, kleines Bad mit guter Dusche
  • Kein fiepender Röhrenfernseher, sondern ein LCD-TV
  • Offenbar keine starke Milbenbelastung, ich hatte zumindest keinerlei Probleme (Allergiker)
  • Insgesamt ein sehr sauberes Zimmer

Nicht so toll

  • Die Beleuchtung im Bad („Wohlfühlbeleuchtung„) macht ein sicheres Rasieren unmöglich
  • Das W-Lan ist so langsam wie – nein, ich kenne nichts, das so langsam ist.
    Selbst mein Modem war vor 10 Jahren schon schneller
  • Das Beleuchtungskonzept im Zimmer ist etwas gewöhnungsbedürftig

Da wir Halbpension gebucht hatten und der Werbetext „ein traditionelles 3 Gänge Menü mit zwei Hauptgängen zur Auswahl“ und ein „reichhaltiges Frühstücksbuffet“ versprach, wo wir alles finden „was das Herz begehrt, ofenfrische Brötchen, Milchprodukte, Eier oder Rühreier, Kaffee und Tee, Obst, verschiedene Wurstsorten und vieles mehr“ waren wir sehr neugierig.

Aussicht aus dem Fenster am frühen Morgen

Aussicht aus dem Fenster am frühen Morgen

Der erste Abend war direkt eine große, positive Überraschung. Es gab gebratene Forelle, vorher ein hausgemachtes Süppchen und einen kleinen Nachtisch. Das Essen war reichlich und hervorragend zubereitet. Selten habe ich eine so gute Forelle gegessen. Wir freuten uns schon auf das „reichhaltige Frühstücksbuffet“ am nächsten Morgen.

Für mich wurde extra glutenfreies Brot besorgt und auch insgesamt wurde auf mich „Sensibelchen“ sehr viel Rücksicht beim Essen genommen. Die Bedienung und das gesamte Personal war äußerst aufmerksam und zuvorkommend. Wirklich toll, an sich war es genau so, wie man es von einem Familienbetrieb erwartet, aber leider sehr selten tatsächlich erlebt.

Ansonsten empfanden wir das Frühstück eher ein wenig „amisch“, vor allem im direkten Vergleich mit dem sehr gutem Abendessen.

  • Verschiedene Wurstsorten: 2 + Leberwurst oder Teewurst
  • Verschiedene Käsesorten: 1
  • Ofenfrische Brötchen : ja
  • Milchprodukte : 2
  • Sorten Cerialien: 2
  • Verschiedene Marmeladen: 3
Umgebung vom Landgasthof Rüppel

Umgebung vom Landgasthof Rüppel

Eigentlich alles, was man so braucht, es machte aber dann doch einen sehr abgezählten Eindruck. Es wurde zwar nicht mehr versprochen, aber ich habe schon andere, wirklich reichhaltige, Frühstücksbuffets gesehen. Da ich das Meiste ohnehin nicht Essen kann, war es mir am Ende wirklich egal. Meine Frau und ich reisen beruflich sehr viel und übernachten oft in Hotels. Fairerweise muss ich sagen, dass das Buffet einem drei Sterne-Haus schon gerecht wird. Das Abendessen und der Service rissen das Frühstück locker wieder raus.

Das beste Abendessen war der Rehrücken mit Pfifferlingen und Mandelbällchen, einfach phänomenal. Noch nie habe ich ein so gutes Wildgericht gegessen. Auch der Hirschbraten zwei Tage später war wirklich gelungen. Die Weinauswahl war überschaubar, aber die Weine preislich fair und sehr, sehr gut. Das Preis-Leistungsverhältnis des Landgasthofes ist einfach gut und die Halbpension jeden Cent Wert. Das Essen ist handwerklich hervorragend, sehr klassisch aber eben kein „Convenience-Zeug“, sondern beinahe alles hausgemacht. Selbst der Karottensalat war wohl selbst gemacht und genauso lecker wie das restliche Essen. Wir fahren sicher wieder hin.

Zu den Wanderrouten und Ausflugszielen schreibe ich im zweiten Teil. Ein Erfahrungsbericht zu unseren Funktionsklamotten und dem Chariot Hiking-Set folgt etwas später.

3 Gedanken zu „Wir waren dann mal weg, Teil 1#8220;

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