Windows XP Gaming-PC, DELL XPS 710

Wer hat schon noch Disketten rum liegen?

Einen Tag hat es gedauert, dann war tatsächlich Windows XP mit allen Treibern auf dem DELL XPS 710 installiert. Der Raid-Traiber hat mich anfangs in die Irre geführt, dabei sollte man annehmen, ich hätte das schon oft genug gemacht. Irgendwie war ich der Annahme, dass es eine 3,5″ Diskette braucht, um den DELL Raid Treiber zu installieren. Bis ich eine gefunden hatte und dann mit Hilfe einer Linux-Mint CD es bewerkstelligen konnte die Treiber zu kopieren, waren schon zwei Stunden rum, das alles nur um festzustellen, dass es so nicht funktioniert und es im BIOS direkt konfiguriert wird.

Naja, hat ja am Ende geklappt.

Bis dann alle Treiber installiert waren, hat es gedauert, obwohl DELL tatsächlich für alle alten Rechner noch Downloads anbietet. Das ist super.

Bei der Hardware wollte ich unbedingt die moderne NVIDIA GT730 gegen eine „zeitgemäße“ Grafikkarte tauschen, bei den Festplatten habe ich absichtlich nicht auf SSDs gesetzt, obwohl man die für wenige Euro bekommen kann.

Core2Duo Sticker „Designed for Windows XP“

Es sollte so original wie möglich das XP-System aus 2006-2007 werden.

Da gab es eben noch keine SSDs und ich habe die zwei originalen 160GB Seagate Barracuda im Raid-0-Striping aktiviert. 300 GB Festplattenkapazität sollten auf dem XP-System für alles reichen.

Auf der Suche bei Ebay nach einer GTX 8800 musste ich feststellen, dass diese mittlerweile erstaunlich teuer waren. Als ich das letzte Mal geschaut hatte, lagen die Preise bei 10 bis 15 Euro, jetzt sind es eher 50 Euro, dafür bekommt man schon eine GTX 460.

Dazu war ich auf der Suche nach einigen Frontblenden, die bei dem Gehäuse teilweise beschädigt sind. Auch diese Teile waren kaum zu bekommen und wenn, dann für sehr viel Geld. Soll man gar nicht meinen.

Ich hatte mich schon damit abgefunden, eine modernere Karte zu nehmen, oder gar die GT730 einfach drin zu lassen, da kam mir der Zufall zu Hilfe. Bei den Kleinanzeigen, direkt um die Ecke, bot jemand einen beinahe kompletten DELL XPS 720 an. Das ist praktisch der gleiche Kasten, nur etwa ein Jahr neuer. Mit dem Intel Q6600, 6GB RAM, einer Nvidia GTX 9800 und einer Soundblaster Typ 0770  konnten wir uns auf 80 Euro einigen. Meine Frau war über einen weiteren „Heizlüfter“ nicht ganz so erfreut, hatte aber dann eine tolle Idee, dazu später mehr.

NVIDIA GTX9800 im DELL XPS 710 / 720

Der neu erworbene DELL 720 war unglaublich dreckig. Das Teil sah noch schlimmer aus, als der Computer aus dem Geschäft meines Vaters, der dort wirklich jahrelang täglich von morgens bis abends im Einsatz war. Zumindest die Lüfter habe ich alle gereinigt und auch die Platinen etwas mit dem Pinsel vom Staub befreit, er riecht aber immer noch etwas nach Nikotin, da muss ich wohl noch mal ran.

DELL Windows XP

Die GTX 9800 wanderte nach einer gründlichen Reinigung mit Isopropanol in mein bereits fertig installiertes Windows XP System und musste direkt zeigen, was geht.

Unter 3D-Mark2001 erreichte das System stolze 47.978 Punkte und unter dem 3D-Mark2006 11.868 Punkte, das sollte für alle Spiele dieser Zeit ausreichend sein.

Das System, so wie jetzt hier steht…

  • Intel Core 2 Duo E6700 mit 2.66 GHZ, 1066 FSB
  • 4 x 2 GB DDR2 800MHz RAM
  • nForce 590 SLI Chipsatz mit BTX Board
  • Nvidia GTX 9800 Grafikkarte mit 512 MB DDR2
    (Auch im Doppelpack mit SLI möglich)
  • Soundblaster 7.1 X-Fi Soundkarte
  • RAID System, 2x Seagate Barracuda 7200 Festplatten im Stripe 292 GB
  • 2x DVD Brenner, Multi-Card-Reader und 3,5″ Disketten-Laufwerk

…kostete die Kiste bei DELL damals 2006 bis 2007 mindestens 4.000 Euro, in der Maximal-Ausstattung als H2C mit QX6700 samt Wasserkühlung und SLI sogar an die 6000 Euro. Inflationsbereinigt wären das heute 5.000 Euro, bzw. knapp 7.500 Euro. Unfassbar viel Geld.

Den Q6600 habe ich nicht gewechselt, der Performance-Unterschied ist beim Spielen kaum der Rede wert, vor allem, weil man den nicht höher takten kann, was theoretisch mit dem neueren Chipsatz vom 720 möglich wäre, eine Funktion, die der 710 noch nicht im BIOS geboten hat. Die Preise für den QX6700 Prozessor sind für mich aber noch zu hoch, um so was aus Spaß zu machen. Die original Bestückung mit dem Core2Duo bleibt daher.

Vielleicht werde ich den XPS 720 irgendwann zum Spaß bis zur Oberkannte aufrüsten, den XPS 710 finde ich so gut, wie er ist. Außerdem habe ich für diesen Monat genug Geld in „antike“ Hardware gesteckt.

Jetzt wird erst mal gespielt:

Auf meiner „ToDo-Liste“ stehen zum Beispiel Fallout3, TwoWorlds II, Oblivion 4, Gothic 3, alles Spiele die unter Windows 7 und Windows 10 nicht richtig laufen, auch nicht im Kompatibilitäts-Modus.

Meine Frau hatte die nette Idee, in den Weihnachtsferien eine kleine „LAN-Party“ zu machen. Wir werden die alten Computer im Netzwerk verbinden und offline im Coop-Modus einige Spiele spielen. Probieren werden wir es mit „Die Siedler 6“ und „Heroes of Might and Magic 5“, das sind Spiele, die auch unser Sohn vermutlich meistern wird, ohne Alpträume zu bekommen. Beide Spiele bekommt man für kleines Geld bei ReBuy. Da seine Klassenkameraden so ziemlich alle „Fortnite“ spielen, können wir das wohl mit ihm angehen.

„Alien vs Predator“ wäre mir natürlich lieber, denn das war früher unser übliches LAN-Party-Spiel, wenn wir unsere PC mit Röhrenmonitor auf Sackkarren packten und uns in der Judoschule Düsseldorf die Nacht um die Ohren schlugen. Bis wir alles spielen konnten, vergingen gerne einige Stunden, bis endlich „alle drin“ waren. Was für ein Aufwand.

Für den zugekauften DELL XPS 720 hatte ich leider keine originale DELL Installations-CD, hier wurde bereits VISTA mit ausgeliefert, daher verwendete ich eine Windows 7 Professional Version. Viele alte Spiele kommen damit noch klar, ich muss das aber erst durch testen.

Durch den Umstieg beim XPS 710 auf WIN XP 32Bit ist natürlich mein RAM-Upgrade überflüssig geworden, etwas schade, aber es hat ja auch nur ein paar Euro gekostet. Von den 8GB sind jetzt nur noch 3GB ansprechbar.

Dann fiel mir wieder ein, dass man WIN7 parallel zu XP installieren konnte, das hatte ich völlig vergessen. Es macht für mich sogar Sinn, denn dann kann ich effektiv den FUJIFILM ASK 2000 ansprechen, was unter Windows 10 nicht funktioniert und unter XP durch die nur 3GB RAM in der Bildbearbeitung arg mühselig wäre. Der Fujifilm Thermo-Sublimations-Drucker stammt ebenso wie der Dell XPS 710 aus dem Jahr 2006 und funktioniert immer noch tadellos. Von Konica-Minolta haben wir noch den C353 Kopierer im Keller stehen, dieser ist aus dem Jahr 2008 und somit etwas neuer, hoffentlich geht der nicht kaputt, das würde meine technischen Fähigkeiten leider überfordern.

Vieles von meiner eigenen alten Hardware habe ich leider nicht mehr, ich habe mich stets beizeiten von ausgedienten Computern und Monitoren getrennt, um einige tut es mir heute sehr leid, aber ich habe wirklich nicht gedacht, dass es mal etwas besonderes sein würde, einen Siemens Scenic PC mit 166MHZ-Pentium Prozessor zu besitzen. Davon hatte ich einen ganzen Haufen im Einsatz. Von meinen Amigas fange ich besser gar nicht erst an. 😉

 

Ein Gedanke zu „Windows XP Gaming-PC, DELL XPS 710

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