Wie modernisiert man einen Altbau kostengünstig?

Wer ein altes Haus kauft steht meist vor einer großen Herausforderung, denn oft stehen zahlreiche und entsprechend teure Modernisierungsmaßnahmen an, wer Pech hat, muss auch noch sanieren. Bei einem Haus der 50er und 60er Jahre steht das Urteil der Handwerker, Energieberater und Sachverständigen oft schnell fest: „Am besten alles neu“, oder noch besser: „Abreißen und neu bauen“.

Wer eine Immobilie erbt, kann sicherlich eine solche Luxussanierung sinnvoll durchführen, wer kauft, stößt schnell an die wirtschaftlichen Grenzen. Nicht, weil man es sich nicht leisten kann, sondern weil es dann schlicht finanziell keinen Sinn mehr macht. Also, was ist die Lösung? Die Seite von Konrad Fischer gibt hierzu viele Hinweise, auch wenn diese sehr umfangreich, teilweise ein wenig politisch unkorrekt und oft unübersichtlich ist. Wer sich die Mühe macht, alles zu lesen, wird belohnt und stellt auf jeden Fall die eine oder andere Aussage aus Prospekten der Baumaterial-Hersteller, Energieberater und Handwerker in Frage.

Herr Fischer vertritt sicherlich eine Meinung, die gegen die ständig wiederholten Aussagen in den Medien steht, dennoch hat er, aus dem Bereich der Denkmal-Sanierung kommend, viele Projekte erfolgreich durchgeführt. Er wird oft als „Ziegelphysiker“ in diversen Foren beschimpft, aber da wir selbst bereits in einem Haus von 1895 lange Zeit gewohnt haben, wissen wir, wovon er spricht. Einen Energieverbrauch von 65 kWh auf den qm², von m³ rede ich mal gar nicht, muss erst mal einer mit moderner Bauweise, in echt und nicht nur auf dem Papier, hinbekommen. 🙂

Für alle, dem die Seiten von Herrn Fischer zu prolemisch sind und zu unsachlich erscheinen, denen sei folgender Linktipp empfohlen: Prof. Fehrenberg

Hier zusammengefasst die Grundlagen von Hernn Fischer in meinen eigenen Worten zum Thema „Kostensparen und Modernisieren im Altbau“:

  • Erhalten geht vor Erneuern
  • Klassische Handwerkskunst statt modernsten Techniken und Material
  • Althergebrachte, unbedenkliche Baustoffe, möglichst wenig „Plastik“ und Chemie
  • Verzicht auf Dämmstoff, egal ob Keller, Dach oder Außenwand, egal ob innen oder außen (Notfalls über eine Befreiung von der Energie-Verordnung)
  • Alte Fenster nicht gleich auf den Müll werfen, sondern die alten warten lassen und pflegen
  • Die Heizungsanlage umstellen von Konvektion auf Wärmestrahlung durch simplen Tausch der Heizköper, nicht gleich die ganze Heiztechnik erneuern
  • Verzicht auf thermische Solaranlagen

Wer wissen möchte warum, sollte seine Seiten selber lesen. 😉

Grundsätzlich sollte sich jede Investition in das Gebäude innerhalb von 10 Jahren rentieren, sonst eben einfach sein lassen. Dafür muss man die den wirklichen Effekt genau kennen, da wird es schnell schwierig, denn was wieviel in der Realität bringt und nicht nur in Grafiken und auf Papier, ist oft völlig unklar. Nicht selten habe ich gelesen: „Dach = 50%, Wände = 50%, Fenster und Keller = 50% Energieeinsparung durch Modernisierung

Wer halbwegs klar denken kann, sollte spätestens jetzt an solchen Aussagen zweifeln. Es gibt zahlreiche Beispiele, wo eine energetische Sanierung praktisch keinen Effekt hatte, oder im schlechtesten Fall gesundheitliche Folgen für die Bewohner hatte. Also alles mit Bedacht planen und erstmal einen „Reality-Check“ durchführen. Der theoretisch errechnete Verbrauch ist meist weit von den tatsächlichen Verbräuchen entfernt, der als Grundlage für das „Einsparpotenzial“ dient, daher immer alles hinterfragen und belegen lassen. Eine Garantie für die versprochene Einsparung wird man von keinem Energieberater bekommen, ein Grund mehr, skeptisch zu sein.

 

2 Gedanken zu „Wie modernisiert man einen Altbau kostengünstig?#8220;

  1. Das Urteil der Handwerker “Abreißen und neu bauen” kommt ja nicht von ungefähr, alleine die 14 Semester Schauspielunterricht, die wir nehmen mussten, um der Hausfrau augenblicklich jegliche Illusionen über eine schnelle und preiswerte Reparatur nehmen zu können: Das durch die Zähne Luft einziehen, der Blick als hätte man auf eine Habanero gebissen, wenn es um einen Kostenvoranschlag geht und das finale, meisterhaft vorgebrachte: „UiUiUi, das wird teuer“.

    mfg Rene

    • xD ja das „uiuiui das wird Teuer“ ist tatsächlich die standardantwort wenn man einen Altbau sanieren möchte 😀
      Ich hab bisher exakt EINEN einzigen Baumeister in Wien gefunden der mit Fixpreisen arbeitet und einen brauchbaren Kostenvoranschlag liefert, und gleich die ganze Fassade von denen sanieren lassen – tatsächlich im vorgeschlagenen Budget. Bilder gibt’s hier: koenig-heinrich[dot]at/einzelgewerke/baumeister (auf der rechten Seite bei den Beispielen, unter „Fassadensanierung“ ist mein trautes Heim 🙂

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