Wie man sich bettet…

Ich liege meiner Frau zu Füßen, wortwörtlich.

Aber von vorne:

Seit einiger Zeit fahren wir mit einem Zelt in den Urlaub, auch aus Kostengründen, aber auch, weil es uns wirklich gut gefällt, insbesondere unserem Kind. Zu Beginn hatten wir keine Ahnung, welche Ausstattung wirklich funktioniert und haben uns auf den Rat von erfahrenen Freunden verlassen. Das war auch eine gute Idee und hat uns sicherlich sehr viel Ärger erspart, nur in einer Sache haben wir uns später anders entschlossen, als empfohlen.

Tipp: Zelten mit Kind: Ginsterveld bei Renesse in Zeeland, Holland

Der erste Zeltversuch wurde von uns mit „besseren“ Luftmatratzen als Schlafunterlage in Angriff genommen, aber schon nach einer Nacht war klar, das funktioniert so nicht. Ich konnte auf den Teilen nicht pennen und unser Kind rutsche herunter und lag die halbe Zeit auf dem kaltem Boden. Wir brauchten eine andere Lösung und kauften uns die festen Iso-Matten, die auch die „Thru Hiker“ (Fernwanderer) auf den Fernwanderwegen in den USA verwenden. Nicht ganz preiswert, aber praktisch unzerstörbar und warm. Auf die Idee bin ich übrigens auch nur gekommen, weil ich noch gerne Reise-Blogs über den Pacific Crest Trail (PCT) oder den Appalachian Trail (AT) lese.

Auf dem Boden schlafen…

Mit diesen Iso-Matten lösten sich dann beide Probleme, ich konnte gut schlafen und unser Kind konnte nicht mehr runter rutschen, sondern schlimmstenfalls auf eine andere, was er auch gerne tat.

Nach dem letzten Urlaub wurde mir klar:

So gut wie im Urlaub schlafe ich zu Hause nie.

Die Frage war jetzt nur, warum, denn es kamen ja noch andere Faktoren in Frage. Es gab eine ganze Reihe an Dingen die im Urlaub anders sind, als zu Hause. Im Urlaub trinken wir gerne abends Wein, wir sehen kein fern, sondern wir lesen Bücher. Zumeist sind wir an der See, also viel frische Luft, dazu den ganzen Tag unter freiem Himmel. Es ist beim Zeltem leise, erstaunlich leise, wenn man bedenkt, dass man keine Wände hat. Unser Sohn schläft dort grundsätzlich in der Mitte zwischen uns, was er daheim so nicht darf. Ich treibe jeden Tag etwas Ausdauersport und selbst gegessen wird etwas anders. Es gibt kein Bettzeug, sondern Schlafsäcke.

Also viele Möglichkeiten.

Da es vermutlich nicht am Wein lag, tippte ich zuerst auf das Fernsehen. Daran lag es allerdings auch nicht, die Luft und den Lärm konnte ich nicht ändern. Nach zwei schlaflosen Nächten daheim holte ich eine Iso-Matte aus dem Keller und legte mich meiner Frau zu Füßen.

Siehe da, ich schlief nun auch zu Hause wie ein Stein.

Meine Matratze war recht neu, keine drei Jahre, das Lattenrost gerade erst erneuert, warum schlief ich auf dem Boden bequemer?

Ich fragte das Internet um Rat und war erstaunt, welche Seiten ich angezeigt bekam, als ich „auf dem Boden schlafen“ in die Suchmaschine tippte.

Es gab zahlreiche Treffer zu Minimalismus- und Paleo-Blogs. Für diese Themen habe ich mich schon länger interessiert, aber auf meine Schlafgewohnheiten hatte ich weder das eine noch das andere bezogen.

Nach zwei Wochen auf dem Boden schlafen legte ich mich noch einmal in mein Bett. Nun konnte ich innerhalb von Minuten sagen, woher die Probleme kamen. Meine Schulter schmerzte innerhalb kürzester Zeit erbärmlich. Kaum war ich zurück auf dem Boden, war alles kein Problem mehr. Nun gut, damit war klar, dass ich dauerhaft etwas ändern musste. Ich habe mir nun ein original japanisches Futon in „extra hart“ bestellt, dass aber geeignet sein soll, auf einem Lattenrost zu liegen. Ich hoffe, das klappt, sonst werde ich wohl unser Bett abbauen müssen. 😉

Wozu Zelten alles gut sein kann.

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