Wider der Zahnfee

Der erste Milchzahn ist ausgefallen.

Es war endlich soweit, unser Kind hat seinen ersten Milchzahn verloren. Im Kindergarten ist das eine ganz große Sache, denn dann kommt die Zahnfee und bringt Geschenke.

Oder auch nicht.

Wir hatten recht deutlich klar gemacht, dass bei uns keine Zahnfee kommt. Gegen den gesamten Druck aus dem Kindergarten hatten wir aber praktisch keine Chance. Also machten wir einen Deal: Wir, in diesem Fall genau genommen Mama, „kauft“ den Zahn selbst ab. Die Zahnfee sollte damit eigentlich erledigt sein. War sie aber nicht.

Das Kind ist ja nicht dumm, und legte den Zahn dennoch unter das Kopfkissen. Man weiß ja nie, vielleicht kann man ja doppelt absahnen. Als dann am nächsten Morgen kein weiteres Geschenk angetroffen wurde und der Zahn noch an Ort und Stelle lag, war das Gejammer groß.

„Warum ist die Zahnfee nicht wegen meinem Zahn gekommen, das hätte doch klappen müssen, ich habe es genau so gemacht wie alle Kinder im Kindergarten.“

„Es war ja nicht mehr dein Zahn, den hattest du doch an Mama verkauft.“

Kurz ein blödes Gesicht –  dann war Ruhe.

Gegen die Fabelwelt kommen wir nicht an. Andere machen sich Sorgen wegen dem Weihnachtsmann oder dem Christkind, bei uns leben Einhörner, Feen, Kobolde und sonstige fantastische Tierwesen in der Nachbarschaft, wenn nicht sogar im Garten. Irgendwann wird das furchtbar krachen, oder er wandert nach Schottland aus, da fällt das dann nicht so auf.

Das Ganze dürfen wir jetzt noch 19 Mal machen, zumindest theoretisch, das könnte noch richtig teuer werden.

Ebenfalls in dieser Woche trudelte die Einladung zur Schuluntersuchung bei uns ein, samt Fragebogen. Beim Ausfüllen des selbigen bekamen wir kleine Probleme.

„Wann konnte unser Sohn laufen? Er war älter als 12 Monate, da bin ich sicher.“ „Schreib mal 13 hin.“
„Wann konnte er die ersten Worte sprechen.“ „Och, schreib mal 24.“
„Und jetzt die ersten Zweiwortsätze.“ „Hmm, keine Ahnung, da schau ich dann doch mal im Blog nach, wozu schreibe ich den denn sonst?“
„Da, 18 Monate war er alt, na toll, er konnte also Zweiwortsätze bevor er „Kimba“ sagen konnte.“
„Dann schaue ich besser noch mal nach den ersten Worten.“

Es ist erstaunlich, was man alles vergisst. Da hat der Blog ja wirklich mal einen Zweck gehabt. Wie macht man das denn sonst?

Bei der Gelegenheit habe ich auch noch mal einen Blick in die Größen- und Gewichtstabelle geworfen. Unser Kind gehört immer noch zu den 10% der leichtesten in seinem Alter, ist aber mittlerweile auch bei den 10% der größten Kinder angekommen, da hat er also etwas aufgeholt.

Es wurde auch nach Sportvereinen und ergänzendem Unterricht gefragt, mich würden die statistischen Auswertungen schon interessieren, habe aber noch nicht herausgefunden, wo man die jeweiligen Jahrgänge nachlesen kann. Eine Übersicht von NRW 2013/2014 habe ich beim „Landeszentrum Gesundheit NRW“ gefunden, demnach sind gut 30% der Kinder auffällig gewesen, die Ergebnisse hätte ich jetzt gerne mal mit 1982 verglichen, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich so was früher schon machen musste. Eine vernünftige Übersicht scheint es nicht zu geben, schade.

 

Ein Gedanke zu „Wider der Zahnfee

  1. Pingback: Wackelzahn-Pubertät | Vollzeitvater

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.