Wenn der „gelbe Engel“ mit dem Elektro-Fahrrad kommt…

Mitglied beim ADAC bin ich seit ich den Führerschein habe, obwohl ich mittlerweile mehr Kilometer mit dem Pedelec-Chariot-Gespann fahre, als mit dem Auto.

Die ADAC-Motorwelt lese ich aber immer noch ganz gerne, wenn diese wieder im Briefkasten landet. In der aktuellen Ausgabe bin ich über eine Passage in „Helfer mit Herz“ gestolpert, wo ein „gelber Engel“ sein neues Einsatzfahrzeug vorstellt, ein Elektrorad mit Anhänger.

Ein nicht verkehrssicheres "Einsatzfahrzeug" des ADAC

Ein nicht verkehrssicheres „Einsatzfahrzeug“ des ADAC

Super Sache, tolle Aktion und dann begann ich zu lesen und zu staunen.

Im Text wird geschrieben, dass es sich um ein E-Bike handelt. „E-Bikes […] sind mit einem Elektromofa zu vergleichen und lassen sich mit Hilfe des Elektroantriebs durch einen Drehgriff oder Schaltknopf fahren, auch ohne dabei in die Pedale zu treten.“ ADFC

Ich vermute, dass es sich dabei um einen kleinen Fehler handelt, denn auf dem Bild in der Zeitschrift in offensichtlich ein Pedelec abgebildet, davon abgesehen dürfen an E-Bikes, im Gegensatz zu Pedelecs, keine Anhänger betrieben werden.

Im Text steht weiterhin, dass der Anhänger 70 Kg auf die Waage bringt. Interessant, denn das abgebildete „Haibike“ hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 130 Kg, was wirklich schon ordentlich ist. Rechnen wir mal grob: Pedelec 23,5 Kg, Anhänger 70 kg, bleiben für den Fahrer 36,5 Kg übrig. Ich möchte ja nicht sagen, dass der „gelbe Engel“ auf dem Bild eher eine Putte ist, aber 36,5 Kg hat der sicher nicht mehr. 🙂

Feinheiten, aber was wirklich klar zu erkennen ist:

Das abgebildete Elektrofahrrad ist nicht verkehrssicher.

Mein Cross-Bike mit Hinterradmotor habe ich extra umrüsten lassen, damit es auch mit Gepäckträger und Anhänger verkehrssicher ist, vom ADAC erwarte ich das eigentlich auch. Meinen die das Ernst? Ein Fahrrad ohne jede Art von Reflektoren, nicht einmal die Reifen? Zugeben, der „gelbe Engel“ wird sicher dennoch gesehen, aber ein wenig peinlich ist das schon, wenn ausgerechnet der ADAC nicht verkehrssichere „Einsatzfahrzeuge“ verwendet.

Fahren dort eigentlich auch Autos ohne TÜV? Reine Interessenfrage.  😉

3 Gedanken zu „Wenn der „gelbe Engel“ mit dem Elektro-Fahrrad kommt…#8220;

  1. Hallo zusammen, ich de-lurke einmal 🙂

    Ich bin auch seit 2012 „Vollzeitvater“ und als solcher mehr mit Fahrrad und Anhänger unterwegs als mit dem PKW. Spätestens seit #2/2014 da ist, ist es unkomplizierter, den Chariot gleich am Fahrrad hängen zu lassen als jeden Tag einmal ab- und anzubauen (Großer Carport machts möglich) 🙂

    ADAC, ach jeh: vom dem Verein bin ich seit den frühen 2000er-Jahren vor allem aus umweltpolitischen Gründen immer öfter immer schlimmer enttäuscht worden – und es ist halt ausschließlich eine Autofahrer-Lobby, die sich da in Vereinsform ein massives Forum erarbeitet hat. Dass die Motorwelt (sehr passender Name, wenn man sich den Inhalt anschaut) rein auf Autos ausgerichtet ist und ein Pedelec/e-Bike dort nur als „Hingucker“ bzw. als Kuriosität auftaucht, wundert mich nur bedingt 🙂

    Ich bin vor vielen Jahren schon zum VCD (Verkehrsclub Deutschland) gewechselt, die in der Pannenhilfe *genau* die gleichen Leistungen wie der ADAC anbieten und im Gegensatz zu diesem auch über ÖPNV und Fahhräder berichten und vor allem Fahrradfahrer und ihre Anlagen auch vertritt und nicht nur als lästige Mitbenutzer der Straßen denunziert…
    Thema der nächsten Ausgabe des Vereinsmagazins (Titel ist übrigens „fairkehr“) ist witzigerweise Lastenräder, auch ein spannendes Thema. Bei #3 wirds wohl eins werden.

    • Hallo Christian, guter Punkt, ich werde dann wohl auch noch einem Fahrrad-Verein beitreten.

      Der ADAC hat sich zu meinen Anmerkungen geäußert, etwas ausweichend und wenig konkret, wie zu erwarten war, aber jetzt wirklich nicht unfreundlich. Ich werde das Thema Anhänger noch einmal einem eigenem Artikel aufnehmen, denn ich habe durch den ADAC tatsächlich noch was gelernt, wenn auch nur aus Versehen. 😉

  2. Pingback: Gebremste und ungebremste Fahrrad-Anhänger für Lasten und Kinder | Vollzeitvater

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