Weihnachtsgeschenke, die eine Warnung tragen sollten

Weihnachten ist vorbei, das Kind wurde reichlich beschenkt. Das besonders Gewünschte war allerdings (absichtlich) nicht dabei, was für ein wenig Missstimmung und Geheul sorgte.

Der Sohn hatte sich passend zu der Serie „Paw-Patrol“ die große Station gewünscht, UVP ca. 150 Euro und aus unserer Sicht ein Haufen großer Mist aus billigstem Plastik für Kinder ab drei Jahren. Wir waren einfach nicht bereit dafür so viel Geld auszugeben, auch vor dem Hintergrund, dass er eigentlich schon fast zu alt dafür ist.

Ja, wir sind gemeine Eltern.

Der Sohn ist immer noch begeistert von Bayala.

Er bekam glücklicherweise auch noch die top Geschenke auf der Wunschliste mit den Startplätzen 2 und 3, Rollschuhe und ein ferngesteuertes Auto. Andere Geschenke erfreuten sich nachher natürlich größerer Beliebtheit. Laut eigener Aussage war ein Bastelset das beste Geschenk zu Weihnachten, so etwas wie Bügelperlen zum Schmelzen im Backofen.

Auch die Bayala-Sets standen hoch im Kurs, ebenso ein Kuscheltier.

Ja, tatsächlich, ein Kuscheltier. Er hat ja erst 1337 Stück.

Die Bayala-Sets sind jetzt auch nicht unbedingt nach meinem Geschmack, aber zumindest machen diese einen hochwertigen Eindruck. So muss sich meine Mutter gefühlt haben, als mir damals He-Man-Figuren gewünscht habe, aus heutiger Sicht jetzt auch nicht gerade besondere Schönheiten. Nun gut, es muss ja dem Kind gefallen und nicht mir.

Gips und Plastik, eine gemeine Kombination.

Ein anderes Geschenk verschaffte uns am ersten Weihnachtstag ein wenig „Ruhe“, allerdings zu einem hohen Preis.

Kennt jemand diese „Archäologen-Sets“, wo die Kinder einen kleinen Haufen Plastikmüll (Knochen) aus einem großen Klotz Gipsstein mit Hammer und Meißel befreien müssen?

Ein Riesenspaß, natürlich extrem pädagogisch wertvoll, zumindest wenn man die Dreck-Wertvoll-Skala ansetzt. Diese Skala beruht auf dieser Annahme: „Je mehr Dreck, desto besser ist es für das Kind“. Ich kenne einige Sozialpädagogen, die das sehr überzeugend verkaufen konnten. Ich bezog das natürlich auf Natur und Draußen sein, auf Pfützen, Lehm und nasses Holz.

Was vom Gipsklotz übrig blieb.

Ich bin ja auch leicht naiv.

Glücklich sind die Eltern, die dann noch vom Haus-Umbau einen Kärcher-Industriesauger im Keller stehen haben. Den kann man immer noch mal brauchen, wenn Kinder im Haus sind.

Was uns dieses Weihnachten wieder gezeigt hat: Besonders teuer müssen die Geschenke nicht sein, um große Freude oder großen Dreck zu bringen.

Ich wünsche einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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