Von Prinzessinnen, Königinnen und Helene Fischer

Nicht einmal eine Woche war ich wieder fit genug für Haushalt und Sport, da streckt mich die nächste Erkältung wieder nieder. Gemeinsam mit meiner Frau habe ich das schön verplante Wochenende röchelnd auf dem Sofa verbracht. Unser Sohn war derweil fit wie ein Turnschuh, keine gute Kombination.


Dafür, dass er nun seit zwei Wochen zu Hause eingesperrt war, hat er sich wirklich gut benommen. Es wurde bis zum Erbrechen gebastelt, gemalt und gespielt. Ach ja, und gepuzzelt.

Die 50-Teile-Puzzle löst er nun völlig selbstständig, bei den 100-Teile-Varianten braucht er aber noch Hilfe. Also ich kann damit nichts anfangen, konnte ich aber noch nie, woher dieses Talent kommt, ist mir ein Rätsel. Aber wenn er Spaß dran hat, bekommt er eben ein Puzzle zum Geburtstag, vorzugsweise mit Disney-Figuren drauf. Das Prinzessinnen-Puzzle hatten wir auf dem Flohmarkt für 1,50 Euro ergattert und erfreut sich großer Beliebtheit.


Im Moment führt kein Weg an der Eiskönigin vorbei, schon seit Wochen ist dies das große Thema bei uns zu Hause und auch im Kindergarten. Er singt den halben Tag „Lackigeuu“ (Let it Go), oder versucht sich an der deutschen Variante „Lass jetzt los“, die gibt es im Original von „Willemijn Verkaik“ oder als Cover von Helene Fischer.
Da er auch „Atemlosdruchenacht“ ständig hören möchte, werde ich ihm wohl beide Varianten gönnen, auch wenn es für uns an Folter grenzt.


Nie im Leben hätte ich es für möglich gehalten, dass mein Kind eine Musik gut finden kann, die mich in den Wahnsinn treibt. Ich war gedanklich auf alles vorbereitet: Metal, Pop, Techno, Jazz, Klassik oder Hip-Hop, ich hätte mich mit allem arrangieren können, aber bei deutschem Schlager wird mir schlecht. Ich spiele mir jetzt direkt ein paar Oldies auf den MP3-Player für den Sport, ich dachte da an „Trance Nation 95“ aufwärts. Das sollte helfen, nur zum Sport komme ich irgendwie nicht.

Nachdem meine Frau heute Morgen erfolgreich den Mops im Kindergarten abgeben konnte, habe ich begonnen unsere Bazillen-verseuchte-Bude zu reinigen. Die Wochen alleine zu Hause, ohne Besuch, haben Spuren hinterlassen. Jetzt schwinge ich den Staubsauger, höre dabei etwas von „Bonsai-Records“, und entsorge die eine Milliarde Bastelreste, die sich überall unkontrolliert ausgebreitet haben. Dazu läuft die Waschmaschine unermüdlich, immer schön bei 60 c°, Bettzeug, Handtücher, T-Shirts und Hosen. So langsam kommt mir unser Heim wieder besuchstauglich vor, aber um alles heute zu schaffen, fehlt mir schlicht noch die Puste.

Ein Gedanke zu „Von Prinzessinnen, Königinnen und Helene Fischer

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