Trotz bis Rotz

Heute war wieder einer dieser Tage, die eigentlich super anfangen und dann irgendwie kippen. Mein Sohn war trotzig, mein Tageskind auch. Beide haben sich miteinander verbündet, um die Bude mal wieder so richtig auf links zu drehen. Die haben total am Rad gedreht und einen Unfug nach dem anderen angestellt. Ich kam nicht mehr hinterher, als ich gerade einen Putzlappen aus der Küche holte, hörte ich aus dem Wohnzimmer ein dumpfes Rums.

Das kurz darauf folgende Geschrei war eindeutig, mein Sohn hatte sich richtig weh getan. So wie es aussah, hatte er vom Sofa einen Köpper ohne Arme auf den Couchtisch gemacht. Seine rechte Gesichtshälfte wird nun vermutlich sehr blau. Mein Tageskind wurde mir am Montag mir einer ganz ähnlichen Blessur vorbei gebracht. Ich möchte lieber nicht die Gedanken der Mütter lesen, denen ich heute mit den beiden begegnet bin. 🙂

Als wir dann endlich draußen waren, kam uns auf dem Feldweg ein Radfahrer entgegen. Ich rief meinen Sohn zu mir. Er kam nicht. Als Konsequenz musste er fortan an der Hand gehen, was bei ihm zu einem heftigem Wutanfall führte. Er warf sich auf den Boden, trampelte mit den Füßen und brüllte alles zusammen.

In der Ausbildung zur Kindertagespflegeperson haben wir gelernt, dass man in so einer Situation nicht weggehen soll, nicht mit Gewalt das Kind zum Weitergehen zwingen soll, nicht brüllen soll, sondern einfach ( 🙂 ) nur daneben abwarten soll, bis der Anfall vorbei ist. Das habe ich gemacht.

15 Minuten lang. Dann habe ich ihn doch hochgehoben und im Kinderwagen angeschnallt. So viel Geduld hatte ich heute irgendwie nicht mehr, davon abgesehen war er bereits eiskalt und nass und ihm lief der Rotz in Strömen aus der Nase. Das ist vermutlich der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Mein aktuelles Tageskind war heute auch sehr bockig, was sich aber bei ihm in sturer Ruhe auswirkt und in einer Art Sitzstreik endet. Dabei wird man zumindest nicht seltsam angesehen und alle meinen, wie lieb der dann doch ist. Nein, ist er nicht, er hat genauso wenig gehört, wie mein Sohn, aber Piet macht eben die bessere Show.

Jetzt liegen beide völlig fertig im Bett, Widerstand ist anstrengend.

Ein Gedanke zu „Trotz bis Rotz

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