Silvester in der Jugendherberge: Erfahrungsbericht zum Silverster-Programm in Diez 2017/2018

Grafenschloss in Diez

So langsam könnten wir T-Shirts drucken lassen, einige andere Familien haben das tatsächlich schon gemacht. Sechs Jahre fahren wir nun schon mit einigen anderen Familien über Silvester in eine Jugendherberge, wir haben nun einiges an Erfahrungen gesammelt, witzig ist, dass auch andere Wiederholungstäter sind und man sich früher oder später erneut über den Weg läuft. Erfahrungsaustausch steht bei solchen Begegnungen stets hoch im Kurs, Tipps für das nächste Reiseziel werden gerne angenommen ebenso Warnungen, wohin man besser nicht fahren sollte.

Auch wenn ich vorab etwas spoiler:

Die Jugendherberge in Diez kann man durchaus empfehlen.

Grafenschloss in Diez, Jugendherberge

Wer sich etwas umfassender über unsere Erfahrungen mit den Silvester-Programmen in den Jugendherbergen informieren möchte, kann gerne in meinen alten Berichten nachlesen, ich muss an dieser Stelle allerdings darauf hinweisen, dass sich Leitung, Küche und Programm durchaus ändern können. Soweit ich weiß hat zum Beispiel die Leitung in Prüm gewechselt. Eine solche Änderung Betraf auch uns in Diez, denn als wir das Silvesterprogramm gebucht haben, las sich das noch erheblich umfangreicher.

Über Silvester in eine Jugendherberge zu fahren, hat für Familien einige gute Vorteile. Einige Familien treffen sich auf diese Weise an einem zentralem Ort, wenn die Wohnorte weiter voneinander entfernt liegen. Wir treffen uns mit befreundeten Familien, die wir teilweise sonst nicht so regelmäßig zu Gesicht bekommen. Die Kinder können sich mittlerweile auf dem Gelände frei bewegen, so dass wir Eltern auch mal Zeit zum Reden haben, oder eben an Silvester etwas Party-machen möglich ist. An nicht angeleinten Kindern stört sich logischerweise niemand, ebenso wenig bereitet es Probleme, wenn es im Speisesaal mal drunter und drüber geht, denn alle sitzen irgendwie im gleichen Boot. Weiterlesen

Kindergeburtstag, und ich lese ein Buch.

Da ist schon wieder ein Jahr rum, sechs Jahre sind es nun. Unser Kind hat sich bereits wochenlang auf diesen Tag gefreut, seine Wunschliste einer ständigen Bearbeitung unterzogen, die uns doch einige Nerven gekostet hat, dennoch war das „beste“ Geschenk weder auf seinem Wunschzettel, noch war es von uns.

Wir verfolgen strikt das Prinzip des „betreuten Schenkens„, um die Menge und Größe an Geschenken halbwegs übersichtlich zu halten. Da unser Sohn weit und breit der einzige minderjährige Spross der Familie ist, könnte es sonst wirklich ausufern. Mittlerweile klappt das auch wirklich gut und alle halten sich an die Vorgaben, die wir machen und größere Geschenke gibt es auch nicht zwischendurch.

Letzteres führte in den letzten Wochen zu enormen Diskussionen, denn alle Freunde unseres Kindes bekamen ihren Schulranzen und das entsprechende Zubehör einfach so mal zwischendurch. Da eine Schultasche heutzutage mehr kostet, als ein neues Fahrrad, haben wir das nicht eingesehen. Weder durfte unser Kind über das Design entscheiden, noch bekam er den „Toni“ einfach so. Es hat uns wirklich in Erstaunen versetzt, was da an manchen Stellen für ein Aufwand getrieben wird.

Sein richtiger Geburtstag fiel in diesem Jahr genau auf Ostern, daher kam nur die direkte Familie vorbei, die Kinderparty legten wir um eine Woche nach hinten, das war dann am letzten Wochenende. Meine Frau hatte verschiedene Spiele vorbereitet, aber wir waren uns wieder einig, dass wir diese nur machen, wenn uns die Kinder außer Kontrolle geraten sollten, bisher verliefen die Geburtstage immer sehr ruhig und friedlich. Auch in diesem Jahr gab es in diesem Punkt keine Überraschungen, außer, dass die Kinder so einvernehmlich miteinander Spaß hatten, dass ich tatsächlich ein Buch lesen konnte. Das war dann doch eine Premiere. Weiterlesen

Silvester in der Jugendherberge: Erfahrungsbericht zum Silverster-Programm in Leutesdorf 2016/2017

Zum fünften Mal Silvester in der Jugendherberge, fünf verschiedene Herbergen, fünf verschiedene Programme, diesmal ging es in das ehemalige Kloster in Leutesdorf.

Rheinblick über einen Teil der ehemaligen Kloster-Anlage aus dem Zimmer

Wie in den letzten Jahren auch, fuhren wir mit mehreren Familien, diesmal waren es insgesamt vier mit 7 Kindern zwischen einem Jahr und 7 Jahren. Auch diesmal gaben wir vorab den Hinweis „glutenfrei“ für mich an.

Hier kurz die Übersicht über die letzten vier Jahre:

Als wir die Jugendherberge in Leutesdorf gebucht haben, war diese noch im Bau, daher gab es damals auch noch keine Informationen zum Silvester-Programm oder irgendwelche Erfahrungsberichte oder Bewertungen. Da „Leutesdorf“ zur Kategorie „IV+“ gehört, machten wir uns aber nur wenig Sorgen um die Qualität, womit wir auch richtig lagen.

Anlage und Ausstattung Weiterlesen

Zelten mit Kind im Herbst, oder Erfahrungsbericht „Julianahoeve“ bei Renesse

Im Oktober noch einmal ein paar Tage raus, noch einmal an die Nordsee. Nach unseren Erfahrungen im Sommer, bei 12 c° und Dauerregen, dachten wir, uns kann auch im Herbst nichts schocken, wenn wir das Zelt nehmen. Vorausgesetzt, wir rüsten bei den Schlafsäcken und Isomatten etwas auf.

Wir entschieden und für „Julianahoeve“ bei Renesse, wieder ein Campingplatz mit Schwimmbad, Indoor-Spielmöglichkeit und zahlreichen Spielplätzen, ganz ähnlich wie „De Pekelinge“ und nicht weit weg von „Ginsterveld„, wo wir im Sommer zum ersten Mal gezeltet haben.

Auf dem Platz waren wir übrigens die einzigen im Zelt. Na ja, nicht ganz, neben uns war auch eine Familie mit Zelt angereist, die zelteten zum ersten Mal. Vermutlich auch zum letzten Mal, nach einer Nacht flohen die regelrecht vom Campingplatz. Ich vermute, es lag an der mangelhaften Schlafausstattung, nur eine Decke, keine Schlafsäcke und Yoga-Matten als Isolation zum Boden. Im Sommer kann das gut gehen (muss aber nicht), im Herbst ist das aber in keinem Fall eine gute Idee.

Strand, Wasser, Schippe, mehr braucht es nicht.

Strand, Wasser, Schippe, mehr braucht es nicht.

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„Ich will das, was Papa hat.“ #MissionFood4Kids

Carnivore

Carnivore

Diese Blogparade lachte mich vor einigen Tagen von meinem Pad aus an, ein heikles Thema, wie ich immer wieder feststelle.

Vermutlich liegt das auch daran, dass wir schon sehr speziell sind, was Essen angeht. Meine Vorgeschichte mit Fibromyalgie und einer gfcf-Diät (Zöliakie), dazu meine Frau, die nicht einmal eine Kirsche essen kann und dann auch noch unser Kind, das eben, wie die meisten Kinder, bei weitem nicht alles isst.

Die Blogparade „MissionFood4Kids“ von Mamaontherocks ist sehr allgemein gehalten, aber das ist vielleicht das gute daran, denn wenn es um Essen und Kinder geht, hat jeder etwas zu erzählen. Weiterlesen

Fibromyalgie und Gluten, Teil 2

glutenfrei

glutenfrei

Über die Zöliakie-Gruppe bei Facebook erreichte mich eine Umfrage vom Blog My-Free-Mind (Update: gibt es nicht mehr), bei der ich gerne mitmache, da ich davon überzeugt bin, dass diese Art der Berichterstattung Betroffenen wirklich helfen kann.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass mir zahlreiche Ärzte meine jahrelangen Beschwerden nie geglaubt haben, oder diese schlicht nicht ernst nahmen, frei nach dem Motto:

„Ein bisschen Kopfschmerzen und Müdigkeit hat jeder mal.“

Hier die Fragen von der Psychologin Monika Szelag aus Wien: Weiterlesen

Fibromyalgie, Polyneuropathie und Gluten

Ganz ehrlich, ich habe mich schon sehr lange nicht mehr ernsthaft mit meiner 2008 diagnostizierten Fibromyalgie und sensomotorischen Polyneuropathie auseinandergesetzt, aus dem einfachem Grund, dass ich eigentlich keine Probleme mehr habe, seitdem ich mich glutenfrei ernähre. Viele Jahre habe ich mich zuvor gequält und reihenweise Ärzte aufgesucht.

Wenn ich heute bei einer Mahlzeit versehentlich einer größeren Menge Gluten ausgesetzt bin, haut es mich zwar ca. 24 Stunden später um, also in ein Bett, aber das hält meist nur wenige Stunden an und Myalgie-Schmerzen bekomme ich dann eher nicht, wahrscheinlicher ist eine kleine Migräne-Attacke.

Wie es der Zufall will, habe ich vor einigen Tagen ein Interview zu diesem Thema gegeben und dort noch getönt, dass es mir absolut prima geht. Tatsächlich habe ich aber in den letzten Tagen enorme Probleme mit den Gelenken, Müdigkeit und Myalgie-Schmerzen gehabt, konnte mir diese aber nicht erklären, ich war nicht auswärts essen und achte eigentlich beim Einkaufen genau auf das, was ich mitnehme. Aber Gelenk- und Muskelschmerzen zusammen sind bei mir nie ein Zufall und deuten auf permanente Gluten-Aufnahme hin.

Als ich dann beinahe in einem altem Automatismus zu den Schmerztabletten griff, wusste ich, dass etwas tatsächlich nicht stimmt und ich nicht nur eine harte Woche hatte oder zu viel Sport getrieben habe, oder einfach schlecht geschlafen habe, oder was man eben sonst für Erklärungen sucht, wenn man einfach nicht mehr kann. Weiterlesen

Vielleicht doch Zöliakie?

Ich ernähre mich nun seit Jahren glutenfrei, hatte aber nie daran gedacht, dass Zöliakie die Ursache für meine 2008 diagnostizierte Fibromyalgie sein könnte. In den letzten Tagen habe ich wieder viel über die Kranksheitsbilder gelesen, auch Studien zu dem Thema angesehen. Sagen wir mal, es ist schon speziell, auch wenn es rückblickend viel einfacher hätte sein können, vor allem vor dem Hintergrund zuvor jahrelanger Leiden.

Ich habe zum Beispiel nicht gewusst, dass Zöliakie auch im späteren Leben erst auftreten kann. Das war mir völlig neu und traf mich vor einigen Tagen wie ein Schlag in das Gesicht. Ich dachte vorher, man hat es von Geburt an, oder eben nicht. Offenbar erwischt es viele Erwachsene erst im Alter zwischen 30 und 40. Dass ich eine Weizenallergie (IgE) habe, stand schon im Kindesalter fest, ich habe da aber keinen Zusammenhang mit Zöliakie gesehen, den gibt es aber offenbar doch.

Mein Bluttest, den ich NACH der Diagnose Polyneuropathie und Fibromyalgie habe machen lassen, war nicht ganz eindeutig.

„Bei Verdacht auf eine Zöliakie/Sprue muss die Diagnose in jedem Fall durch eine endoskopische Biopsie aus dem unteren Zwölffingerdarm gesichert werden.“ DZG

Ich habe damals auf die Biopsie zu verzichtet und direkt mit einer glutenfreien Diät zu begonnen, die Diagnose „Zöliakie“ wurde also nie gestellt.

Das hätte man aber eindeutig nachweisen können, nur eben nicht, nachdem ich bereits monatelang die glutenfreie Ernährung verfolgte, das hätte vorher passieren müssen. Nun könnte man argumentieren, dass der Erfolg der Diät derart umwerfend war, dass an der Zöliakie keinerlei Zweifel besteht. Ich hatte immer die Fibromyalgie als Ursache gesehen und die Gluten-Unverträglichkeit als Resultat bzw. Symptom, nicht umgekehrt, aber ist das wirklich so?

Nun ist mir klar geworden, im Austausch mit anderen Zöliakie-Betroffenen, dass die Fibromyalgie eine gar nicht mal so untypische Langzeitfolge von Zöliakie sein kann. Die „klassischen“ Symptome von Zöliakie hatte ich damals natürlich auch alle, außer einem Gewichtsverlust. Seltsamerweise ist keiner der vielen Ärzte auf diese recht einfache Idee gekommen.

Ich kann mir das bis heute nicht erklären.

Bisher hatte ich mich nie als Zöliakie-Kranken betrachtet, ich werde nun auch unseren Sohn genauer beobachten, da es offenbar eine erbliche Häufung gibt, bisher ist aber alles unauffällig, zum Glück. Ich habe schon in den letzten Jahren viel zum Thema „glutenfreie Ernährung“ hier im Blog geschrieben, werde dies nun aber auch spezieller für die Zöliakie neue Themen einbeziehen.

Impfen und Nebenwirkungen

Bisher waren die Impftermine für unser Kind nicht weiter schlimm, er hat eigentlich alle mit stoischer Geduld ertragen.

Heute war es anders.

Da ich heute kein Tageskind da hatte, nutze ich die Gelegenheit einen weiteren Termin beim Kinderarzt wahrzunehmen.

Wie üblich bin ich mit dem Rad und dem Sohn im Chariot / Thule Kinder-Fahrrad-Anhänger gefahren. So langsam hätte ich gerne auch so ein Fahrrad mit Elektromotor-Unterstüzung, also ein Pedelec, du meine Güte ist der Mops schwer geworden. Touren mit ihm im Schlepp ufern so langsam in echte Sporteinheiten aus, insbesondere wenn es Brücken zu überqueren, oder Straßen und Schienen zu unter fahren gilt. Leider bietet Radon-Bikes  keines (mehr) an und da ich mit meinem Radon TCS 9.0 Disc  aus 2010 so etwas von zufrieden bin, kommt eine andere Alternative aktuell nicht in Frage.

Erstaunlicherweise war beim Arzt, im Gegensatz zum letzten Mal, heute nicht viel los, wir kamen beinahe sofort dran. Die Spritzen fand unser Kind heute total gemein. Unser echt netter Kinderarzt quittierte dies mit einem sehr resigniertem:

„So, jetzt kann auch er mich bis zur U7 nicht mehr leiden.“

Vermutlich liegt er da richtig.

Auf dem Rückweg waren wir noch einkaufen, der Sohn durfte im Einkaufswagen sitzen, das hat er bisher nur einmal gemacht, sonst fahre ich mit dem Kinderwagen zum Supermarkt um die Ecke. Da wir aber nun ohnehin schon auf großer Tour waren, lohnte sich ein kleiner Umweg in das nächst gelegene große Einkaufszentrum.

Der Nachmittag war dann sehr anstrengend, unser Sohn litt sichtlich unter der Impfung. Morgen soll es noch schlimmer werden. Na super.

Eigentlich wollte ich heute Abend noch zum Sport fahren, aber die letzten beiden Nächte fordern ihren Tribut, ich gehe dann doch lieber früh ins Bett, wer weiß, wie oft ich diese Nacht wieder aufstehen muss.

Grundsätzlich sich meine Frau und ich für alle Impfungen, die man bekommen kann. Meinen Impfpass halte ich stets aktuell, obwohl ich eigentlich nach jeder Impfung heftige Nebenwirkungen für einige Tage habe. Die Hepatitis-Impfung hat mich zwei Wochen flach gelegt, eine Grippe-Impfung tut dies üblicherweise für zwei oder drei Tage.

Mit Anfang 30 hatte mich eine schwere Grippe erwischt, die gefühlt nie wieder weg ging. „Postvirales Erschöpfungssyndrom“ wurde Jahre später diagnostiziert, dies führte zum CFS, der Fibromyalgie und löste die Zöliakie aus.

Alles, was mein Immunsystem angreift, macht mich kurz fertig. Aber besser drei Tage durch die Impfung, als mehrere Wochen durch die Grippe.

Bei unserem Kind hatte die Impfung diesmal auch durchschlagenden Erfolg.

Der Sohn hatte ja die zweite Spritze der MMR-Impfung erhalten und eine Auffrischung der 5-in-1. Das war keine so gute Idee, denn ihm ging es danach wirklich elend. Um uns dies eindrücklich nahe zu bringen, hat er abends das Bett, das Laminat, den Teppich, den Sessel, seinen Schlafsack, seine Kuscheltiere und uns so richtig voll gegöbelt. Zweimal.

Das wurde eine sehr kurze Nacht.

Insgesamt war die ganz Woche sehr anstrengend, denn ich bekam selten mehr als 4 bis 5 Stunden Schlaf die Nacht, inkl. 30 – 60 minütiger Unterbrechungen. Hinzu kam das sehr bescheidene Wetter. Wir sind zwar tapfer trotzdem raus gegangen, aber bei Regen ist das Spielen schon arg eingeschränkt. Jetzt bin ich heilfroh, das Wochenende ist.

Nach dem Kotzen kam dann das Fieber, mit dem Fieber kamen die Impfmasern.

Für alle, die keine Kinder haben, hier noch einmal kurz die Bedeutung einer solchen Aussage:

  1. Das Kind schreit.
  2. Immer.
  3. Es will immer auf den Arm, nie auf den Boden oder sonstwo hin
  4. Es schläft nie länger als eine Stunde am Stück.
  5. Nie.
  6. Es isst nicht.
  7. Wenn das Kind heiser wird, schreit es noch mehr und jammert abwechselnd.
  8.  Das passiert nach ca. 12 Stunden Dauergebrüll.

Diese acht Punkte haben natürlich gewisse Auswirkungen auf die Eltern. Was Schlafentzug alles verursachen kann, habe ich ja schon mal ausführlich beschrieben, zu lesen in den ersten drei Monaten dieses Blogs.

Alle Planungen für das letzte Wochenende mussten aufgegeben werden. War das anstrengend. Eigentlich ist es das noch, denn unserem Kind geht es nach drei Tagen nun besser, ist aber immer noch extrem nörgelig, hinzu kommt natürlich seit heute auch wieder das Tageskind. Montage mit Tageskind sind immer etwas besonderes, im Sinne von besonders schwierig, heute war da keine Ausnahme.

Meine Frau ist geschäftlich unterwegs und kommt erst sehr spät heute Abend wieder. Ich habe meinen Sohn eine Stunde lang in sein Bett gebracht, nachdem er mich eine Stunde zuvor dauer-bebrüllt hat. Mein Abendessen habe ich sehr genossen (SARKASMUS). Nun liegt er in seinem Bett  und brüllt mich durch das Babyphon an, während ich diesen Artikel weiter schreibe.

In drei Minuten muss ich wieder zu ihm runter, dann beginnt er voraussichtlich Ersticken vorzutäuschen.

Vermutlich geht das ab jetzt stundenweise so weiter, bis ich die Nerven verliere und dann doch Schmerzsaft gebe, obwohl ich das eigentlich nicht machen wollte.

Hinweis: Impfmasern sind nicht ansteckend

 

Maul und Klauenseuche

Ich hatte mich zu früh gefreut.

Letzten Dienstag war ich wieder zum Impftermin mit unserem Mops, die letzten Spritzen hatten ja etwas länger nachgewirkt. Dachte ich.

Als der Kinderarzt fragte, wie das Kind die 5+1 Auffrischung vertragen hat, gab es eine kleine Diskussion, denn ich dachte unser Sohn hätte beim letzten Termin auch eine weitere MMR bekommen, daher auch die Impfmasern.

Tja, was soll ich sagen, unser Sohn hatte gar keine MMR, folglich auch keine Impfmasern, sondern die Hand-Mund-Fuss-Krankheit, auch als Kleinkinder-Maul und Klauenseuche bekannt.

Ist jetzt auch egal, denn vorbei. Vermutlich hatte mein Tageskind dann auch kein Herpes-Simplex, sondern ebenfalls HMF, nur eben mit anderer Ausprägung, das soll vorkommen. Wer da nun wen angesteckt hat, kann ich nicht mehr sagen, ich frage mich auch, woher die beiden es ergattert haben.

Diesmal gab es die Meningitis-Impfung. Bisher halten sich die Nebenwirkungen in Grenzen, Der Sohn ist aber ein wenig anhänglicher als sonst, was meine Arme und mein Rücken zu spüren bekommen. Ein Freund fragte mich, wieso ich das so anstrengend finden würde, wo ich doch so dicke Arme und einen breiten Rücken habe. Wer sich das auch fragt, kann sich ja mal eine 10-Kg-Scheibe an den linken Arm hängen und 12 Stunden angewinkelt damit rumlaufen.

 

Zehn kleine Fingernägel

Zehn kleine Fingernägel, die hatten Hand-Mund-Fuß;
Einer bog sich um, da blieben nur noch neun.

Neun kleine Fingernägel, die gaben kurz nicht acht;
Einer brach den andern ab, da waren’s nur noch acht.

Acht kleine Fingernägel, die gingen und stahlen Kekse;
Den einen schlug der Deckel tot, da blieben nur noch sieben.

Sieben kleine Fingernägel begegnen einer Hex‘;
Einen zaubert sie gleich weg, da blieben nur noch sechs.

Sechs kleine Fingernägel gehn ohne Schuh und Strümpf;
einen schnippt der Papa ab, da blieben nur noch fünf.

Fünf kleine Fingernägel, die hielt nichts mehr hier;
Den einen schnippt die Mama ab, da waren’s nur noch vier.

Vier kleine Fingernägel, die aßen einen Brei;
Einer knibbelte am Tellerrand, da blieben nur noch drei.

Drei kleine Fingernägel spazierten am Bau vorbei;
Einer kratzte an einem Steine – da blieben nur noch zwei.

Zwei kleine Fingernägel, die plantschten schön im Rheine;
Den einen fraß ein Frosch – da blieb nur noch der eine.

Den einen kleinen Fingernagel biß der Sohn sich selber an;
Zehn kleine Fingernägel sind bald wieder dran.

 

Ich fand das Gedicht, leicht verändert, irgendwie passend für die Nebenwirkungen der Hand-Mund-Fuß-Krankheit. Der Kinderarzt hatte uns gewarnt, dass im Anschluss die Fingernägel sehr empfindlich sind, und so kam es dann auch. Einer nach dem Anderen verabschiedete sich ca. auf dem halben Weg. Da lief es uns jedes mal kalt den Rücken runter, wenn wir wieder einen kleinen Fingernagel amputieren mussten. Das sah wirklich nicht gut aus. Inzwischen sind alle wieder auf dem Weg der Besserung.