Auffrischung der Ersthelfer-Ausbildung

Es war nun schon zwei Jahre her, dass ich die Ausbildung zum Ersthelfer bei den Johannitern absolviert hatte.

Da die Berufsgenossenschaft regelmäßig, eben maximal zwei alle zwei Jahre, eine Auffrischung vorschreibt, habe ich heute an einem entsprechendem Kurs teilgenommen. Ich werde den Nachweis für Mönchengladbach ohnehin erbringen müssen, wenn ich dort im nächsten Jahr wieder als Kindertagespflegeperson tätig werden möchte.

Ohne den Nachweis der “ersten Hilfe am Kind” ist eine Erteilung der Pflegeerlaubnis nicht möglich.

Die Auffrischung war sinnvoll und ging über 7 Zeit-Stunden. Außerdem habe ich einige Gesichter aus meiner Ausbildung zum zertifizierten Tagesvater wieder gesehen, was auch wirklich nett war.

Grundsätzlich halte ich es für alle Eltern für sinnvoll, einen solchen Kurs zu besuchen. Wer dies nicht machen möchte, aber sich dennoch informieren will, dem sei diese kostenlose Broschüre der BARMER ans Herz gelegt: Erste-Hilfe-am-Kind

Die Broschüre beinhaltet alle Themen, die wir auch im ersten Kurs durchgenommen haben und ist erstaunlich umfangreich. 😉

Ich hab jetzt was eigenes: Zertifizierte Kindertagespflegeperson

Mit dem Bestehen der mündlichen Prüfung (Fachgespräch) am heutigen Morgen bin ich nun offiziell ein zertifizierter Tagesvater. Ob es eine der anderen Tagesmütter nicht geschafft hat, ist mir bisher nicht bekannt, allerdings haben zwei Mitschüler auf die Abschlussprüfung und somit auch auf das Zertifikat verzichtet.

Die schriftliche Prüfung habe ich bereits vor einigen Wochen abgelegt.

Ich verzichte mittlerweile darauf, das Zertifikat “Jodeldiplom” zu nennen, nachdem mich eine Mitschülerin darauf aufmerksam gemacht hat, dass sie selbst ein solches besitzt und das gar nicht einfach war. 🙂

Die Ausbildung und die Prüfung, damit meine ich den schriftlichen und mündlichen Teil, entsprach in etwa dem, was ich für eines meiner LK-Fächer im Abitur geleistet habe (ich war eher bequem). Was man aus der Fortbildung macht, hängt allerdings stark vom eigenem Interesse ab. Zum Ende hin wurde es erheblich interessanter, aber es lag nicht nur an den Themen, sondern auch an den Dozenten.

In Neuss kann man aktuell noch ohne Zertifikat tätig werden, in Viersen und Düsseldorf ist das inzwischen nicht mehr möglich. Der Umfang der Ausbildung soll in naher Zukunft noch erheblich erweitert werden, für bereits zertifizierte Tagespflegepersonen wird es sicherlich Fortbildungen geben. Ich bin darauf sehr gespannt, aber zuerst möchte ich mein Zertifikat in den Händen halten. Die Zertifikatsverleihung findet erst im April statt.

Die Seiten hier im Blog werde ich erst in den nächsten Wochen anpassen, also nicht wundern.

Instrumental aggressive Handlung

Der zweite Teil meiner Ausbildung zur qualifizierten Kindertagespflegeperson (zertifizierter Tagesvater/ Tagesmutter) ist erheblich anspruchsvoller, als der erste Teil. Genaugenommen hängt die Qualität der Ausbildung zum Großteil von einem selber ab, denn Noten gibt es nicht. Ob man im Kurs etwas mündlich beiträgt, oder nicht, ändert rein gar nichts. Ob ich die Unterlagen zu Hause noch einmal durcharbeite, oder eben nicht, interessiert bisher niemanden. Das Gleiche gilt für ergänzende Literatur, also Bücher, die sich mit Pädagogik beschäftigen.

Netterweise kann man viele Bücher bei unserer Dozentin leihen, das spart viel Geld und erspart so manchen Fehlkauf. Nicht alle Bücher sind meinem Geschmack und meinem Anspruch nach passend. Viele sind auf dem Niveau für Grundschulkinder und damit meine ich nicht die pädagogische Zielgruppe.

Ich musste da letztens an meinen Deutsch-Unterricht in der Berufschule denken, die ich nach dem Abitur besuchte. Ich hatte Deutsch als fünftes Abifach und Geschichte als LK, was auch wie Deutsch ist, nur ohne Goethe. Für die erste Stunde mussten wir ein Heftchen zur neuen, deutschen Rechtschreibung kaufen, mit dem Titel: “Ich bin ein Delphin oder ein Delfin?”

Kein Satz in diesem “Unterrichtsmaterial” war länger als Subjekt-Prädikat-Objekt.
Ungefähr auf diesem Niveau ist ein Drittel der Bücher, die uns im Kurs empfohlen werden. Ein weiteres Drittel wendet sich an “Laien”, also Eltern, diese Bücher sind teilweise recht gut. Es gibt aber auch einige Bücher, die wurden für Sozialpädagogen und Kinderpsychiater geschrieben. Davon habe ich gerade einige hier, das ist wirklich harter Stoff.

Das Lesen macht da nur bedingt Spaß.

Spannend wird es dann, wenn man einige Beispiele für Verhaltensweisen aus den Büchern gerade bei seinem eigenem Kind beobachten kann. Als wir am Dienstag in der Krabbelgruppe waren, hatte unser Kind noch seinen Beißring an der Jacke, er bekommt gerade einen Eckzahn. Diesen Beißring fand ein anderer Junge total spannend und griff nach diesem, da hing ja aber noch mein Sohn dran. Der schaute sich das einen Moment lang an, zog ebenfalls an der Kette für den Ring und als dies keinen Erfolg bracht, denn der andere Junge ist gleichalt, gleich schwer und motorisch gleich fit, schubste der Sohn ihn einfach um. Voila! Das nennt man eine instrumental aggressive Handlung.

Daran merkt man, dass die Ausbildung doch ihre Spuren hinterlässt.

Kinder bis zu einem Alter von 16-18 Monaten zeigen noch keine beabsichtigte Aggressivität, um einen anderen Menschen zu verletzen. Die Aggressivität der Handlung ist vorher immer Objektbezogen (instrumental), wenn andere Kinder dabei in Mitleidenschaft gezogen werden, ist dies ein echter Kollateralschaden. Der Sohn ist also kein Anhänger der lustvollen Aggression, sondern wollte nur den Beißring behalten. Die Entwicklung dieses Verhaltens ist auf das größere Autonomiebedürfnis zurück zu führen, ab dem Alter von 8-12 Monaten vergrößern die Kinder Explorationsradius und werden deutlich expansiver. Damit steigt leider meist auch die Anzahl der Verbote.

Verbote erhöhen die Frustration, das kennt wohl jeder.

Betreuungsvertrag für die Tagespflege

Die letzten Tagen passierte hier im Blog recht wenig, dies liegt daran, dass ich unter anderem am Betreuungsvertrag gearbeitet habe. Nun ist es soweit, er ist praktisch fertig. Es fehlen nur noch die Infos zu meiner “Tagesmutter-Haftpflicht”, ja, das heißt wirklich so.

Die Informationen kann ich erst eintragen, wenn ich die Versicherung abgeschlossen habe, das wird in den nächsten Tagen passieren.

“Jede Tagespflegeperson, die ein Kind mehr als 15 Stunden wöchentlich oder länger als drei Monate betreut, benötigt eine Pflegeerlaubnis, die die zuständigen Fachberater des Jugendamtes erteilen.
Voraussetzungen dafür sind u.a. ein Qualifizierungskurs für Kindertagespfleger und ein Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kinder.” Jugendamt Neuss

Einige Ausschnitte aus dem Vertrag sind unter dem Punkt “Betreungsvertrag” in der Rubrik “Tagesvater” einsehbar. Die Betreuung eines U3 Kindes kostet in Neuss 4,00 Euro die Stunde, bei zertifizierten Tageseltern sind es 4,50 Euro. Die Eltern zahlen ihren Beitrag, der nach Einkommen gestaffelt ist, an das Jugendamt in Neuss, ich erhalte dann vom Jugendamt mein Geld. Einen zusätzlichen Beitrag für die Betreuung erhebe ich von den Eltern nicht.

Die Höhe der Elternbeiträge für die Betreuung in Kindertagespflege richtet sich nach dem Jahreseinkommen, unter 20.000 € ist die Betreuung kostenlos, darüber hinaus ist der Elternbeitrag wie folgt gestaffelt: Weiterlesen