Die Rur-Olef-Route – drei Tage Wandern in der Eifel

Am Donnerstag Abend erreichte ich mein Hotel in Gemünd, am nächsten Morgen sollte es losgehen, 21 Km nach Einruhr über 550 Höhenmeter. Mein Auto ließ ich am Hotel stehen und machte mich mit der Wegbeschreibung der Empfangsdame auf den Weg zum Weg, denn das „Haus Salzberg“ liegt nicht direkt am Eifelsteig, wie zum Beispiel die Jugendherberge in Gemünd. „Den Berg hoch, immer geradeaus bis zum Pferdestall, dann links“ sagte man mir zum Abschied, es hörte sich nicht weiter schwierig an.

Irgendwas an „immer geradeaus“ hatte ich dann aber wohl doch falsch verstanden, nach 45 Minuten war mir immer noch kein einziges Wanderzeichen untergekommen und ich war oft vor die Entscheidung gestellt worden, rechts oder links zu gehen. Da konnte was nicht stimmen, weder Kompass noch Karte halfen mir irgendwie weiter. Glücklicherweise hatte ich mein kleines Note-Pad mitgenommen, eigentlich um das Blog zu schreiben, aber es verfügt zufällig auch über GPS und eine topografische Karte. Damit war dann schnell klar: Ich war richtig falsch. Nicht in der völlig falschen Richtung, immerhin, aber falsch. Statt auf den Eifelsteig war ich auf der „Wanderroute 14“ gelandet, direkt über den Lieberg. An sich nicht weiter schlimm, nur eben nicht der Weg, den ich gehen wollte. Im Lahsbachtal kam ich dann auf den Eifensteig, der mich nach Einruhr bringen sollte. Ich hatte einen Berg und 3 Km Umweg erlaufen, super Start.

Urfttalsperre

Urfttalsperre

Es ging über die „Burg Vogelsang“ zur Urfttalsperre und weiter nach Wollseifen. Dort gab es keinen Wald, sondern ein Schild auf dem stand: „Hier ensteht der Eifelwald bis 2035“ (oder sinngemäß)

Was soviel bedeutet wie: „Jetzt ist halt noch kein Wald da.“

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Wir waren dann mal weg: Der Fehlenhof

Ferienwohnungen auf dem Fehlenhof

Ferienwohnungen auf dem Fehlenhof

Unser letzter Tapetenwechsel war nun schon sehr lange her, wir beschlossen daher recht kurzfristig mal wieder ein paar Tage weg zu fahren. Freunde von uns waren kurz zuvor auf einen Bauernhof gefahren, da der Sohn total jeck auf Traktoren und große Landmaschinen ist. Als uns auf dem Spielplatz eine Mutter von von ihrem verlängertem Wochenende in der Eifel erzählte, war für uns die Sache klar: Wir fahren auf einen Bauernhof.

Ferien auf dem Bauernhof sind ja ein echter Klassiker, aber wo fährt man am besten hin? Nach Bayern? In das Sauerland? In den Osten? Wir wollten nicht weiter als zwei Stunden mit dem Auto fahren und da wir zuletzt ja im Sauerland gewesen sind, fuhren wir diesmal eben in die Eifel. Der Empfehlung der Mutter vom Spielplatz sind wir gefolgt und haben uns ebenfalls im Fehlenhof einquartiert.

Der Bauernhof liegt in der Nähe von Bleialf, der nächst größere Ort ist Prüm. Die Landschaft ist sehr schön, die Häuser haben mir auf der belgischen Seite aber besser gefallen. Der Fehlenhof bietet sieben Ferienwohnungen an, die Preise sind in üblicher Höhe, die Vermieter sind super nett. Eigentlich wird jeden Tag eine Aktion geboten: Weiterlesen

Wir waren dann mal weg: Teil 2

Der Miracle im Einsatz

Der Miracle im Einsatz

Über unser Hotel habe ich ja bereits in Teil eins geschrieben, jetzt geht es um unsere Freizeitbeschäftigung. Wir hatten uns ja vorgenommen, ausgiebig zu wandern. Sagen wir mal, dies hat bedingt geklappt. Damit wir mit Piet überhaupt längere Strecken unterwegs sein konnten, hatten wir uns das „Hiking-Set“ für den Chariot Cougar 1 besorgt und auch den BabyBjörn Miracle mitgenommen.

Am Anreisetag liefen wir nachmittags den VA5 Wanderweg mit 7,82 km, die sogannte Faulenberg-Runde. Da ich bei uns am Rhein oft 7 bis 9 Kilometer mit meinem Sohn im Tragesitz unterwegs bin, nahmen wir auch diesmal, für die mit 2,5 Stunden angegebene Runde, den „Miracle“ von BabyBjörn. Das klappte auch ganz gut, wir benötigten sogar nur zwei Stunden. Die kleine Runde stimmte uns für die kommenden Tage ein.

Das Chariot Hiking-Set im Einsatz

Das Chariot Hiking-Set im Einsatz

Am nächsten Tag versuchten wir es dann mit dem Hiking-Set am Cougar und einer knapp 16 Km langen Strecke.

Die Dauer war mit 5 Stunden angegeben, das sollte doch auch in vier zu schaffen sein, oder?
Die Ernüchterung folgte sehr schnell. Mit dem Tragesitz kann ich, wie sonst auch, große Schritte machen und sehr zügig gehen. Mit dem Hiking-Set funktioniert das nicht. Bei großen Schritten hat man ständig das Gefühl, dass jemand einen am „Schlafittchen“ packt und zurückreißt. Das ist alles andere als angenehm. Mit kleinen Schritten geht es und man kann sich daran gewöhnen, kommt aber natürlich auf diese Weise viel langsamer voran. Weiterlesen

Nicht ohne meine Tatze

Uns Deutsche erkennt man im Ausland immer schon vom weiten. Früher trug man als guter, deutscher Tourist ein (Hawai-)Hemd, kurze Hose und weiße Socken in Sandalen. Wer dies heute macht, ist ja schon fast wieder cool.

Aber nur fast. 🙂

Heutzutage trägt der modebewusste, germanische Tourist Funktionskleidung, entweder vom Kafferöster und Discounter, oder als Markenware, vorzugsweise mit großer Tatze drauf. Damit geht man zum Bäcker oder eine Runde um sein Haus spazieren. Ach ne, das heißt ja jetzt „Walking“.

Natürlich trage ich auch Funktionskleidung, ich bin ja auch Deutscher. Aber bestimmte Marken, wenn ich schon Funktionskleidung tragen möchte, kommen nicht in Frage. Also zum Beispiel keine „Wolfshaut“, oder womöglich „das Gesicht des Nordens“. Das ist einfacher gesagt, als getan, denn in den üblichen Kaufhäusern und Sportgeschäften gibt es praktisch immer nur die bekanntesten Marken.

Als ich mich in meinem Bekanntenkreis bei den Leuten umsah, die wirklich Wandern, Klettern, Surfen und sonst was „outdoor“ machen, fiel mir auf, dass die zwar alle hochwertige, spezielle Kleidung trugen, aber weit und breit keine „Tatze“ zu sehen war. Interessant. Auch mit Discounter-Ware kommt man wohl nicht so weit, wenn man die Sachen „wirklich“ benutzt. Für den Weg zum Bäcker reicht es natürlich völlig aus. 😉 Da wir ja mit Piet demnächst nun längere Strecken wandern (neudeustch „Hiken“) und Radfahren („Bike-Trekken“) wollen, möchten wir uns auch entsprechend mit Funktionsklamotten neu einkleiden. Weiterlesen

Zu früh gefreut

Gestern hatte ich ja noch den ruhigen Nachmittag genossen, in der Nacht habe ich dann die Quittung dafür erhalten.

Piet weckte mich das erste Mal gegen 01:30 Uhr und wollte etwas Essen. Eine Stunde später wachte ich auf, da es begonnen hatte zu regnen und ich noch einige Fenster weit offen hatte. Also wieder auf und alle schließen, die stickige Luft machte das Einschlafen nicht gerade leichter. Ich hatte Durst wie ein Pony und trank einen Liter Wasser weg.

Eine halbe Stunde später bimmelte mich wieder irgendwas aus dem Halbschlaf. Mein Handy hatte keinen Saft mehr und quengelte nach Strom. Das gibts doch nicht. So langsam wurde ich ungehalten. Als ich eine Etage tiefer nachgesehen hatte, stellte ich fest, dass offenbar das Netzteil einen Wackelkontakt hat und so der Akku nun tiefenentladen war. Na Toll.

Ich lag kaum wieder in meinem Bett, da meckerte Piet wieder los, es war kurz nach drei Uhr morgens. Eine Flasche wollte er nicht, er lag bloß wieder auf dem Bauch und schaffte es nicht mehr auf den Rücken. Von da an lies er mir keine Ruhe mehr. Bis 6:30 Uhr in der Früh holte er mich ungefähr 12 bis 15 mal aus dem Bett. So genau weiss ich das nicht mehr, nach dem 10ten Mal hatte ich aufgehört zu zählen. Ich kapitulierte und stand mit ihm auf. Ich war stinksauer und hatte noch keine zwei Stunden am Stück geschlafen. Weiterlesen