Magen-Darm-Grippe im Doppelpack

Was ist genau doppelt so lästig wie eine Magen-Darm-Grippe?

Richtig, zwei Magen-Darm-Grippen.

Die letzte Woche war wirklich kein Spaß, meine Frau war unterwegs und mich streckte so ein Virus nieder. Mein Sohn hatte irgendwie kein Verständnis für einen Papa, der nicht vom Sofa hochkommt und wenn, dann direkt in das kleine Zimmer mit den Wasserspielen läuft.

Als mich Unser Kind dann in der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch aus meinem Bett holte, rannte ich wie üblich die Treppe runter in die Küche, um seine Flasche fertig zu machen. Ich hatte den zweiten Löffel Milchpulver noch nicht drin, da wurde mir schwarz vor Augen.

Ach, hey, ich bin ein über 100 Kg Brocken, das geht schon, oder?

Nein, ging es nicht. Gerade noch fiel mir die Cola-Flasche im Kühlschrank wieder ein, die war von unserer letzten Party übrig geblieben und fristete seitdem ein einsames Schicksal. Ich hatte die Cola noch nicht offen, schon räumte ich doch noch final die Küche ab und ging scheppernd zu Boden. Es brauchte eine ganze Weile, bis ich wieder hoch kam. Mein Rücken und mein Kopf hatten auch neue Bekanntschaften geschlossen. Nach einem Glas Cola ging es dann endlich besser, wenn auch noch ein wenig schummerig.

So was passiert einem auch immer, wenn man alleine ist.

Am Donnerstag war alles wieder O.K., spät abends trudelte endlich meine Frau von ihrer Geschäftsreise wieder ein. Samstag hatte ich den ganzen Tag Unterricht im Edith-Stein-Haus in Neuss, das Thema war “Zeug zum Spielen”. Der Tag ging erfreulicherweise schnell herum, für den Abend hatte ich Hähnchenschenkel aus dem Backofen vorbereitet. Leider war an dem Bio-Hähnchen offenbar mehr Bio dran, als mir lieb war. Am Sonntag war schnell klar, dass es meine Frau und mich beide erwischt hatte.

Zu zweit leidet es sich zumindest viel schöner, das festigt vielleicht auch die Beziehung.

Das einzig Positive war, dass unser Sohn komplett verschont geblieben ist, ihm hatte ich etwas anderes zum Abendessen gemacht. Den Sonntag verbrachte ich damit die gesamte Küche zu desinfizieren. Ich habe nun doch den Eindruck, dass die Hygienevorschriften in der Kindertagespflege vielleicht doch nicht so übertrieben sind. Die Einweghandschuhe für das nächste Hähnchen sind zumindest nun bestellt.

Hygiene-Leitfaden der Landesregierung (NRW) für die Kindertagespflege und mein Antrag auf Pflegeerlaubnis als Tagesvater

Als ich heute bei meiner Mutter war, reichte sie mir einen Artikel der rheinischen Post rüber:

Schärfere Hygiene-Regeln für Tagesmütter

Naja, dachte ich, man will die Kindertagespflege eben ein wenig professionalisieren, was ich dann aber las, verschlug mir schon die Sprache. Da schießt unsere Landesregierung ein wenig über das Ziel hinaus. Bevor ich jetzt aber weiter schreibe, zuerst ein Überblick über den Entwurf des neuen Leitfadends:

  • Rohe Eier, Mayonnaise oder Tiramisu  werden verboten
    Ich persönlich esse weder Eier noch Mayo oder Tiramisu, das kann mir also egal sein.
  • Handtücher sollen nur einmal benutzt werden
    Das ist natürlich realitätsfern und bedeutet, dass man in der Tagespflege auf Einweg-Handtücher umstellen muss, da kann ich gut mit Leben.
  • Kindertagespflegepersonen müssen nachweisen, wo sie einkaufen.
    Hä? Kapier ich nicht, welchen Sinn soll das haben?
  • Es sollen Hygienekontrollen durchgeführt werden
    Also mir reicht es völlig, wenn meine Mutter meckert, da muss nicht noch das Ordnungsamt vorbeikommen, oder? 😉
  • Kein Schmuck bei der Küchenarbeit
    Ich trage keinen Schmuck, aber die Vorgabe macht tatsächlich Sinn.
  • Kein Nagellack
    Ich trage auch keinen Nagellack, wo hier allerdings das Problem liegen soll ist mir völlig schleierhaft.
  • Auf stark riechende Parfüms beziehungsweise Deos, Seifen und Handcremes soll verzichtet werden
    Für meine Schwiegermutter wäre das ein echtes Problem, da ich aber ohnehin auf Duftstoffe empfindlich reagiere, verwende ich zu Hause nur das Nötigste. Weiterlesen