Unser Sohn ist drei, das Blog „Vollzeitvater“ auch

Mit der Geburt unseres Sohnes habe ich auch mit dem Schreiben hier im Blog angefangen.

Händchen halten hilft.

Händchen halten hilft.

Es ist schon erstaunlich, für mich zumindest, was hier in drei Jahren an Texten so zusammengekommen ist, vor ein paar Tagen hat ein Verlag angefragt, ob ich nicht ein Buch daraus machen möchte.

Möchte ich übrigens nicht, ich bin Blogger mit allem was dazu gehört. Ich habe mich ganz bewusst für diese Art der Veröffentlichung entschieden, ich mag Rückfragen, auch wenn viele hier im Blog nicht in den Kommentaren auftauchen und es ist noch viel Luft nach oben. Ich kann immer noch besser werden, aktuell ist es vor allem der Zeitmangel, was sich ändert, wenn mein Sohn in den Kindergarten kommt.

Im Vergleich mit den besten und erfolgreichsten Elternblogs ist „Vollzeitvater“ immer noch ein kleines Licht. Die top Blogs dieser Kategorie haben teilweise 50.000 bis 100.000 Leser im Monat, da muss ich noch ganz lange schreiben. Allerdings sind diese Blogs auch viel älter, ein direkter Vergleich ist daher ein wenig unfair.

Meine aktuellen Zahlen lege ich einmal im Jahr offen, immer zum Geburtstag des Blogs: Weiterlesen

Hausmann – Vater – und?

Es war vor ca. zwei Wochen, da traf mich die Erkenntnis. Ich weiss nicht mehr genau, was der Auslöser gewesen ist, vermutlich irgendeine Kleinigkeit, sonst könnte ich mich erinnern.

BRIGITTE MOM BLOGS
Ich bin nun seit fast drei Jahren Vollzeitvater und lebe als Hausmann und (Tages-)Vater. Der Rollentausch ist schon lange abgeschlossen, ich gehöre damit zu den 2% der Hausmänner, die hauptsächlich ihre Kinder betreuen und wo die Frau das Geld ranbringt.

Es ist offenbar immer noch so ungewöhnlich, dass regelmäßig Journalisten bei mir anfragen, für Recherchen, Bücher und Artikel. Zuletzt ging es um eine Dokumentation für den NDR, wo wir allerdings nicht mitmachen werden. Auch wenn ich einen Blog schreibe, ziehen wir die Grenzen, zu dem was ich hier vom Privatleben preisgebe, gerne selber. Einige „Geschichten“ mit der BILD oder dem EXPRESS sind daher schon geplatzt. War sicher nicht schade drum. 😉

In den ersten Monaten habe ich mich noch regelmäßig geärgert, wenn ich sexistischen Vorurteilen begegnet bin. Egal ob es in der Stillberatung, der Krabbelgruppe, beim Einkaufen oder in meiner Ausbildung zur Kindestagespflegeperson gewesen ist. Ich habe mir anfangs auch ernsthafte Sorgen um meine Männlichkeit gemacht, immerhin haben irgendwelche Forscher herausgefunden, dass bei Männern, die Kinder betreuen der Testosteinspiegel sinkt. Vermutlich traf mich die Erkenntnis von vor einigen Tagen daher irgendwie hart und doch war es gleichzeitig eine enorme Erleichterung: Weiterlesen

vaeter.nrw.de

Vollzeitvater-Blog-Logo

Vollzeitvater-Blog-Logo

Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen hat sich für meinen Blog interessiert und einen kleinen Artikel dazu veröffentlicht.

„Guido Schüffelgen ist seit gut zwei Jahren Vollzeitvater und berichtet in seinem Blog im Internet über sein Alltagsleben mit Kind, Haushalt und Hobbys. Inzwischen klicken monatlich rund 6.000 Nutzerinnen und Nutzer seine Beiträge an.“

Auf der Seite von vaeter.nrw werden regelmäßig Informationen für Familien veröffentlicht, aber eben mit einem Schwerpunkt auf die Interessen der Väter. Ich finde die Initiative sehr gelungen, die Seite ist definitv einen Blick wert.

Hier ist der Link: vaeter.nrw.de

Und der Link speziell zu meinem Interview:  15.08.2013 Praxis: Guido Schüffelgen bloggt unter vollzeitvater.de

Piet ist Schuld

Sonntags gehe ich morgens traditionell mit einem Freund zum Sport, genauer gesagt in ein Fitness-Studio. Ein wenig Muskeltrainung kann ja auch als Vater nicht schaden. Früher habe ich bis zu neun Trainingseinheiten mit verschiedenen Sportarten, allerdings mit Leichtathletik und Kendo als Schwerpunkt, gemacht. Heute bin ich froh, wenn ich es zumindest einmal in der Woche zum Sport schaffe. Mein Trainingspartner formulierte das mal sehr treffend so:

„Früher hast du hart trainiert und viel gegessen, heute isst du nur noch viel!“

Da hat er leider recht, was solls, ich bin ja auch keine zwanzig mehr. 🙂

Blöd nur, wenn man genau dies ständig schmerzhaft merkt. Gestern Nachmittag konnte ich mich vor Schmerzen kaum noch gerade halten. Meine linke Schulter brachte mich fast um, es fühlte sich an, als würde mir ein Messer im Schulterblatt stecken. Es wurde zum Abend hin immer schlimmer. Woher kommt das bloß? Weiterlesen

Väter bringen es einfach nicht.

„Tritt nicht auf deinen Sohn!“
„Du hälst den falsch! Siehtst du nicht, dass er sich quält?“
„Also, so wie du den jetzt hälst, wird dem noch schlecht!“
„Du kannst dein Kind doch nicht so halten!“

Was haben alle diese Sätze gemeinsam?

  1. Ich habe alle diese Sätze heute Morgen gehört
  2. Keine Frau würde einer Mutter so etwas sagen
  3. Nur Vätern wird mit diesen Vorurteilen begegnet

Heute Morgen war die Beerdigung meiner Oma. Eigentlich kein erfreulicher Anlass, aber wir hatten ja Piet dabei und der sorgt immer für ein wenig Freude in seiner Umgebung, selbst auf einem Friedhof.
Ein Talent, dass sicher nur kleine Kinder haben. Weiterlesen

Nachts um halb drei

Wir haben die Fütterungszeiten ja untereinander aufgeteilt, vom „jede Stunde“ Rhythmus sind wir inzwischen weg, zum Glück. Aktuell haben wir:

  • 11:30 Uhr,  1. Schicht
  • 02:30 Uhr, 2. Schicht
  • 05:30 Uhr, 1. Schicht
  • 07:30 Uhr, 2. Schicht

Bei den Schichten wechseln wir uns ab, denn die 02:30 Uhr Schicht ist härter als alle anderen. Letztens war ich mal wieder dran, nachts um halb drei. Eigentlich schläft man noch, da es aber eine Stunde dauert, bis Piet satt ist und Ruhe gibt, muss man sich ja irgendwie beschäftigen. Ich hatte es mit Hörspielen (???), Filmen und Hörbüchern versucht, es war mir aber alles zu anstrengend. Also nutze ich die Zeit zum Nachdenken, dies führt, um diese Uhrzeit, zu seltsamen Gedankengängen.

Beim letzten Mal überlegte ich mir, bei welchem Ereignis in meiner Jugend mich Männer beeindruckt haben. Besser gesagt, an welche Erlebnisse ich, in diesem Zusammenhang, sehr starke und positive Erinnerungen habe. Ich dachte mir, die Erinnerungen, welche einem als erstens einfallen und die am klarsten sind, müssten ja auch die sein, die am meisten Eindruck gemacht haben, im positiven oder negativen Sinne.

Ich stellte mir in Gedanken eine „Top-Ten“ -Liste zusammen, eine Liste der besten Erinnerungen an Aktivitäten, bei denen mich Männer beeindruckt haben, sei es, dass sie mir etwas erklärten, sich für mich Zeit nahmen, oder spannende Dinge mit mir machten.

Ich kam darauf im Rahmen der Diskussionen, um die Wichtigkeit von Vätern und männlichen Erziehern bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen.

„Fehlt der Vater oder wird er, mangels Engagement oder Präsenz, vermisst, dann entwickeln sich bei
dem Kind Enttäuschungsaggressionen, die an anderen Personen – Erzieherin oder LehrerIn, oft an
Geschwistern oder der Mutter – abreagiert werden. Der Vater wird wie ein unerreichbarer Superstar
überidealisiert, obwohl er in seinem alltäglichen Verhalten für das Kind fast bedeutungslos ist.
Fälschlicherweise wird diese kindliche Haltung von Außenstehenden oft als Ausdruck einer „guten“
Vaterbeziehung gehalten, anstatt als das was sie ist, ein Ausdruck des Mangels oder ein Wunsch
nach mehr.“ Aus:  Infoblatt für Väter

Auch für mich war mein Vater ein „Superstar“, obwohl, oder eben vielleicht weil,  ich ihn bis zu meinem 12. Lebensjahr praktisch nie gesehen habe. Er war weg, bevor ich aufstand, er kam wieder, als ich Bett war und am Wochenende war er auf Messe oder Tennis spielen, weil er Zeit für sich brauchte. Ein für diese Vatergeneration nicht ganz unüblicher Tatbestand, da mache ich ihm sicher auch keinen Vorwurf daraus, mein Stiefvater hat sich im übrigen absolut ganz genauso verhalten.

Nach der Scheidung meiner Eltern war ich dann jedes Wochenende bei ihm, aber ich kann mich nicht erinnern, dass wir dann etwas besonderes unternommen hätten. In meiner Liste kommt er aber dennoch vor, in den Klammern steht das ungefähre Alter, in dem ich gewesen bin: Weiterlesen