„Gesunde Ernährung“

Ich habe ja schon vor längerer Zeit meine Meinung zu „gesunder Ernährung“ hier im Blog verewigt, damit wollte ich es eigentlich auch gut sein lassen, aber ich hatte ja in meiner Fortbildung zur Kinder-Tagespflegeperson (Tagesvater) gestern meinen zweiten Abend zu Ernährung, diesmal mit Kochen.

Zu Beginn erhielten wir die Rezepte, die wir anschließend kochen sollten. Ich überflog die Zutatenlisten und war etwas überrascht. Aktuell leben in Deutschland über 80 Millionen Menschen, gut 10% vertragen Lactose nicht, weitere beinahe 10% vertragen Gluten nicht. Wenn also eine Gruppe Menschen aus Deutschland zusammenkommt und diese mindestens 10 Personen aufweist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass je einer dabei ist, der Lactose oder Gluten nicht verträgt, praktisch 100%. Wir waren zu elft, eine vertrug keine Lactose, ich kein Gluten, von Kasein spreche ich an dieser Stelle nicht, denn das ist deutlich seltener.

Die Rezpte enthielten alle Gluten und Lactose. Liebe Dozentin, schwache Leistung. Aber es wird noch besser. Ich rechnete im Kopf flott die Kalorien zusammen, es waren reichlich, Angaben dazu gab es allerdings nicht. Ich fragte nach. Als Antwort erhielt ich ein ziemlich patziges: „Wir sind hier 11 Frauen und wollen alle einen netten Abend haben, den wir uns nicht verderben lassen werden.“ (Ich war wie immer der einzige Mann.)

Ach so, da hatte ich wohl die Veranstaltung verwechselt, ich war wohl doch auf einer Tupperparty gelandet und nicht auf einem Seminar über Ernährung. Davon abgesehen war die Aussage sexistisch und diskrimienernd, wäre die Situation umgekehrt gewesen, es hätte einen Aufstand ausgelöst. Aber so muss ich mich wohl damit abfinden, eine Unverschämt war es trotzdem. Weiterlesen

„Ärzte haben überraschend eine Gluten-Unverträglichkeit ohne Gluten entdeckt „

Also das hätte ich denen vorher sagen können. 🙂

Aktuell werden Menschen wie ich, die eine Gluten-Intoleranz haben, ohne jedoch an Zöliakie erkrankt zu sein, von so ziemlich allen Ärzten sehr schräg angesehen, um nicht zu sagen für bekloppt gehalten. Schön, wenn auf einmal überraschend Hilfe aus wissenschaftlicher Sicht hinzu kommt. Ich bin beinahe aus allen Wolken gefallen, als ich heute per Zufall in einen Bericht auf 3Sat im Format „Nano“ gestoßen bin.

„Nicht Gluten, sondern ein Protein, das Insekten abwehrt, sorgt für manche „Gluten-Unverträglichkeit“, sagt der Mainzer Gastroenterologe Prof. Detlef Schuppan. Hochleistungs-Weizensorten wurden auf das Protein Adenosin-Triphosphat-Amylase gezüchtet, um Schädlinge abzuhalten. Diese Stoffe erklären, warum es heutzutage mehr Glutenunverträglichkeiten gibt: weil es durch Kreuzung und Züchtung mehr dieser Substanzen in den neuen Sorten gibt.  Die Zöliakie, die typischen Schäden an den Zotten der Darmschleimhaut, bleiben aus, schildert Prof. Wolfgang Holtmeier. Es scheint so zu sein, dass es eine Unverträglichkeit gegen Gluten gibt, die nichts mit der Zöliakie zu tun hat.“  3Sat.de

Zum Glück bin schon vor einiger Zeit darauf gekommen, ohne die Hilfe eines Arztes allerdings, wobei es auch einige Ärzte gibt, die sich mit dem „Phänomen“ auseinander setzen. Vielleicht werden diese nun auch erhört und kommen aus ihrer „mystischen Ecke“ endlich heraus. Zu Wünschen wäre es den geschätzen 5% der deutschen Bevölkerung, die arge Probleme haben und denen niemand bisher helfen will, oder kann.

Hier ist das Video zu Beitrag: SWR