Ich wülldasabanöch

Als Nicht-Eltern weiss man vieles besser, zumindest ist man in dem festen Glauben, dass man es ganz sicher ganz anders macht. „Meinem Kind würde ich das nicht erlauben“, oder „mein Kind dürfte das nicht machen“ waren typische Sätze, die auch ich gedacht habe. Vermutlich haben wir deswegen kein „Anfängerkind“ bekommen. 😉

Leider passierem einem solche Fehler auch mit Kind noch hin und wieder, gerne dann, wenn das eigene Kind den entsprechenden Entwicklungsstand noch nicht erreicht hat. Man lernt natürlich dazu und sagt so was auf keinen Fall mehr laut, oder hofft zumindest ergänzend aufrichtig, dass man es besser hinbekommt. Immerhin ist einem dabei inzwischen voll bewusst, dass dies nicht der Fall sein wird.

Mein Sohn war noch kein Jahr alt, da waren wir bei Freunden zu Gast, deren Junge damals so alt war, wie unser Sohn jetzt. Sie beschwerte sich bei uns, dass ihr Sohn in letzter Zeit ständig zu allem „nein“ sagt, was fürchterlich anstrengend wäre. Die Mutter stellte ihrem Kind wenig später eine Frage:

„Magst du gleich ins Schwimmbad fahren?“ und bekam umgehend ein: „Nein, ich will das nicht.“ zurück.

„Wir fahren trotzdem.“

Zu diesem Zeitpunkt nahmen wir ein ähnliches Thema gerade in der Ausbildung zur Kindertagespflegeperson durch. Die sozialpädagogische Meinung dazu ist eindeutig: Weiterlesen

Stressfaktoren

Jetzt aber schnell...

Jetzt aber schnell…

Es gibt Tage, an denen ist Piet total entspannt, spielt angeregt mit anderen Kindern und ist insgesamt sehr ausgeglichen. An anderen Tagen ist er unausstehlich. Bisher haben wir das immer auf „Zähne kriegen“, „Hunger“, „schlecht geschlafen“ und so weiter geschoben. Seit einiger Zeit war mir aber ein Muster aufgefallen. Als ich damals den Artikel „Trotz bis Rotz“ geschrieben habe, war mir das noch nicht klar.

Ich sprach wegen der extremen, bis zu 45 Minuten andauernden, Brüllattacken mit meiner Dozentin in der Ausbildung zum Tagesvater. Sie hatte spontan eine Ursache parat und brachte mir zum nächsten Unterrichtsabend eine Studie mit, die sich mit Stressfaktoren von Kindern auseinander setzt.

Wenn ein Elternteil verreist, ist dies für ein Kleinkind offenbar beinahe genauso schlimm, als wenn ein Elternteil stirbt. Da bekommt die Lieblingsseite von Piet in „Emma weint“ eine ganz neue Bedeutung, nur ist es in unserem Fall die Mammi, die geht. Immer wenn meine Frau auf Geschäftsreise fährt, habe ich mit Piet zu Hause nichts mehr zu lachen.

Heute war auch so ein Tag. Als Piet mitbekam, dass Mama weg fährt, war wieder Trotz bis Rotz angesagt. Zu wissen, was die Ursache ist und wie schlimm sich das für Piet anfühlen muss, erhöht zwar mein Verständnis, dennoch bin ich abends fix und fertig mit den Nerven.

Die einzige Lösung: Unseren Sohn richtig beschäftigen und im Zweifel brüllen lassen. Nach dem Brüllen kommt zum Glück immer irgendwann das Trösten. 🙂

Trotz bis Rotz

Heute war wieder einer dieser Tage, die eigentlich super anfangen und dann irgendwie kippen. Mein Sohn war trotzig, mein Tageskind auch. Beide haben sich miteinander verbündet, um die Bude mal wieder so richtig auf links zu drehen. Die haben total am Rad gedreht und einen Unfug nach dem anderen angestellt. Ich kam nicht mehr hinterher, als ich gerade einen Putzlappen aus der Küche holte, hörte ich aus dem Wohnzimmer ein dumpfes Rums.

Das kurz darauf folgende Geschrei war eindeutig, mein Sohn hatte sich richtig weh getan. So wie es aussah, hatte er vom Sofa einen Köpper ohne Arme auf den Couchtisch gemacht. Seine rechte Gesichtshälfte wird nun vermutlich sehr blau. Mein Tageskind wurde mir am Montag mir einer ganz ähnlichen Blessur vorbei gebracht. Ich möchte lieber nicht die Gedanken der Mütter lesen, denen ich heute mit den beiden begegnet bin. 🙂

Als wir dann endlich draußen waren, kam uns auf dem Feldweg ein Radfahrer entgegen. Ich rief meinen Sohn zu mir. Er kam nicht. Als Konsequenz musste er fortan an der Hand gehen, was bei ihm zu einem heftigem Wutanfall führte. Er warf sich auf den Boden, trampelte mit den Füßen und brüllte alles zusammen. Weiterlesen