Macgyver it

Es passierte unerwartet, aber nicht zum ersten Mal, unser Sohn stand vor mir mit einem Spielzeug in der Hand und einer klaren Aufforderung auf den Lippen:

„Papa, kannst du das bitte reparieren?“

Klar, Väter können ja fast alles reparieren. Ich bewaffnete mich mit einem Schraubenzieher und sah mir den Patienten genauer an. Es war die Pump-Feuerwehr, die echtes Wasser spritzen kann, die Feder der Pumpe war hinüber. Leider war recht schnell klar, an den Pumpenkasten ist kein drankommen, der ist aus Plastik und komplett verklebt. Keine Chance.

„Ich kann das nicht reparieren, die Pumpe ist wohl wirklich kaputt.“

Diesen Satz wollte unser Kind so nicht akzeptieren:

„Papa, du kannst das, vielleicht versuchst du es mal mit Klebeband.“

„Nein, mit Klebeband funktioniert das ganz sicher nicht, die Feder ist doch kaputt.“

„Dann mach ich das eben selbst.“

Und schon rannte er los, das Tesaband holen, schnappte sich die Feuerwehr und verschwand. Einige Zeit später tauchte er strahlend wieder auf:

„Sieh mal Papa, ich hab das repariert!“

Das Ergebnis wäre eine Erwähnung bei „macgyver it“ wert, vor allem, wenn man das Alter des Konstrukteurs bedenkt.

Der Witz ist, es funktioniert tatsächlich.

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Die Uroma unseres Sohnes, meine Oma „Afrika“, ist tot geblieben.

Heute Morgen ist die Uroma, im Alter von 94 Jahren, „tot geblieben“ (verstorben), leider hatte sie wegen ihrer schlimmen Demenz nicht mehr realisiert, dass er ihr Urenkel war. Da muss unser Sohn auf seine zweite Uroma bauen, die freut sich jedes mal ein Loch in den Bauch, wenn wir vorbeikommen.

Meine Oma wohnte früher in Horst, zwischen „Sibirien“ und „Grönland“. Der Ort liegt in Schleswig-Holstein, von uns aus gesehen „hinter“ Hamburg.  Als Kind war das für mich ganz weit weg, mindestens so weit weg wie Afrika.
Da wohnte zu der Zeit mein Onkel Uli. Auf seiner Farm in Rhodesien (Simbabwe) haben wir ihn leider nie besucht, da meine Mutter enorme Flugangst hat. Aber immerhin in sein Ferienhaus bei Athen haben wir es mal geschafft.

Meine Oma betrachtete aber bis zum Schluss ihren Geburtsort in Ostpreußen, Lewitten im Kreis Preußisch Eylau, als ihre Heimat. Irgendwann fahre ich mal dorthin, heute heißt der Ort Soldatskoye (Солдатское), vielleicht kapiere ich ja dann, warum sie in diesem Punkt so hartnäckig war.
Lewitten hatte 1939 ganze 397 Einwohner, ein echtes Dorf. Meine Oma ist eine geborene Meyer, nur für den Fall, dass hier jemand Ahnenforschung betreibt und meine Hilfe gebrauchen kann. Also gerne bei mir melden.

Die Beerdigung von meiner Oma findet am Mittwoch statt, den Kleinen nehmen wir wohl mit.