Ü – wie Überholverbot

Ich bin ehrlich, als Schüler habe ich Hausaufgaben nur dann gemacht, wenn ich es nicht vermeiden konnte. Als „Eltern“ sieht man das natürlich plötzlich anders.

Wir hatten bereits einige Gruselgeschichten aus dem Bekanntenkreis gehört, wo die Kinder etwas älter sind. „American Horror Story“ hat das Thema noch nicht aufgegriffen, ich bin mir aber sicher, dass das mit Staffel 8 spätestens vorkommt.

Man hat ja keine Vorstellungen davon, wie nervenaufreibend das sein kann, bis man selbst daneben sitzt und sich solche Sätze sagen hört, wie: „Nein, Hose wird aber nicht mit „ä“ am Ende geschrieben.“

Die Hausaufgaben in der ersten Klasse sollen in etwa 20 Minuten dauern. Das haut irgendwie nie hin, allein die Diskussion um seine „Hosä“ hat in etwa diese Zeit in Anspruch genommen.

Auch schön sind „Lückenwörter“ wo Buchstaben ergänzt werden sollen. Ein Beispiel: S_l_mi.

Unser Sohn löste das Problem, indem er einfach „Wurst“ hin schrieb. Begründung: „Wurst wird nicht mit „S“ am Anfang geschrieben.“

Die Argumentation als Elternteil fällt da manchmal schwer.

Bevor man aber überhaupt über den Inhalt der Hausaufgaben diskutieren kann, muss man zuerst herausfinden, was eigentlich aufgegeben wurde. Für die Lösung dieser Aufgabe ist teilweise harte Ermittlungsarbeit, knallharte Verhöre oder detektivischer Spürsinn gefordert. Ein Studium der Ägyptologie kann auch hilfreich sein, vermute ich.

Man nimmt sich vor gelassen zu bleiben, es geht ja nur um das erste Schuljahr, 25% der Kinder in seiner Klasse können kein deutsch, was macht es da, wenn er Fehler in den Hausaufgaben hat? Und dann wird man vom Kind angeschrien, denn die Lehrerin hat das alles völlig anders erklärt. Die Kinder sollen schreiben wie sie es hören, um keine Frustrationen aufkommen zu lassen. Da habe ich wohl was falsch verstanden. Was ist bitte mit meinen Frustrationen? So deutlich kann kein Mensch reden.

„Kin-deR-ga-R-TEn“ – „Nein, Papa, es heißt „Kindagatän“, vielleicht sollte er noch russisch lernen, scheint mir eine sinnvolle Ergänzung zu sein.

Aber dann schreibt er in der Schule einen ersten Test und kann den Anfangsbuchstaben zu einem Wort nicht benennen und kommt total frustriert nach Hause. Der Test zeigte je ein Bild und die Kinder sollten den Anfangsbuchstaben dessen, was das Bild zeigt darunter schreiben. Weiterlesen

Der Wipproller, oder wie es bei uns heißt: Wuppelroller

Während unseres Aufenthalts in Holland auf den Campingplätzen war uns immer wieder ein uns nicht weiter bekanntes Gefährt aufgefallen. Die Kinder kreuzten in jede Richtung mit erstaunlicher Geschwindigkeit und Wendigkeit über den Platz. Unser Sohn war total fasziniert und nannte dieses tolle Gerät „Wuppelroller“.

Natürlich wollte er auch einen.

Wir planten diesen also als Weihnachtsgeschenk ein. Dann begann die Suche, erst beim Fahrradhändler, dann im Spielzeugladen, verschiedene Kaufhäuser, wir wurden einfach nicht fündig. Also doch im Internet bestellt, dabei hätten wir uns den Roller gerne vorher in Ruhe angesehen. Günstig ist das Teil nicht so wirklich, mit gut 130 Euro ist er eher vergleichbar mit einem Fahrrad. Gebraucht konnten wir ihn nirgends finden.

Zu Weihnachten stand der neue Wuppelroller dann doch unterm Baum und wurde begeistert ausgepackt.

Wipproller im Einsatz

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Winterreifen für das Fahrrad

Hätte ich mal in den letzten Artikeln nicht so betont, dass ich mit den „Schwalbe Marathon Supreme“ noch nie einen Platten hatte. Letzten Donnerstag Morgen war es dann soweit, nach ca. 5000 Kilometern.

Ausgerechnet natürlich am Hinterrad, das mache ich lieber nicht selber.

Spikereifen als Einterreifen für den Alltagsradler.

Da ich nun ohnehin zum Händler musste, dachte ich erneut über Winterreifen für das Fahrrad nach. Im Grunde gibt es für den Alltagsradler zwei grundsätzliche Varianten, die eine ist auf Schnee und nasser Fahrbahn besser (ohne Spikes), der andere bei Eis und überfrorenem Schnee überlegen (mit Spikes). Beide Reifen-Typen werden bei Bedarf (bei Schnee und Eis) mit Minimaldruck gefahren und in der Übergangszeit (nur kalt und nass) mit Maximaldruck, um den Reifen zu schonen, wobei Winterreifen am Fahrrad generell mit weniger Luftdruck gefahren werden. Meine Sommerreifen sind empfohlen mit 4,5 bis 6,0 Bar, die Winterreifen zwischen 2,5 und 5,0 Bar.

In den letzten Tagen war es vermehrt spiegelglatt auf den Straßen, da ich am Niederrhein wohne, ist Schnee dafür eher selten. Meine Wahl fiel auf den „Schwalbe Marathon Winter„, ein Freund von mir fährt dagegen den „Continental Top Contact Winter II„. Da der Continental ohne Spikes daherkommt, fährt den Reifen locker in den Sommer rein, die Spike-Reifen wird man vermutlich so schnell wie möglich wieder tauschen wollen.

Die Reifen kosten in den guten Varianten in etwa gleich viel, bei mir wurden gut 100 Euro für den Satz mit Montage fällig, für das Wechseln alleine werden 26,00 Euro berechnet. Weiterlesen

Schwalbe Tracer für den Chariot-Cougar, oder Erfahrungsbericht nach 5 Jahren

Unser Chariot Cougar Kinder-Fahrradanhänger ist in die Jahre gekommen. Der tägliche Einsatz bei wirklich jedem Wetter hat in den Jahren Spuren hinterlassen. Mittlerweile haben wir einige Alterserscheinungen zu beklagen, nach fünf Jahren intensiver Nutzung ist das wohl auch kaum zu vermeiden:

  • Die Räder „wackeln“, vermutlich sind die Lager hinüber, das sehe ich mit die Tage mal an
  • Das Moskito-Netz hat Löcher bekommen
  • Die Verstellung für die Federung ist defekt, da haben wir Schrauben verloren, das spielt allerdings keine Rolle mehr
  • Die Klemmen für das Verdeck lösen sich gerne von alleine, aber auch das ist kein echtes Problem
  • Das Verdeck bekomme ich mittlerweile nicht mehr sauber
  • Die Mäntel sehen zwar noch gut aus, was erstaunlich ist, aber ich hatte mal wieder einen Platten, den insgesamt sechsten

Die kleinen „Zimperlein“ spielen im Alltag kaum eine Rolle, das klappern nervt allerdings in der Stadt schon einmal etwas. Stören tat mich vor allem mal wieder ein platter Reifen. An meinen Fahrrädern habe ich in den letzten fünf Jahren keinen einzigen Platten gehabt, am Chariot Cougar dafür reichlich.

Schwalbe Tracer auf dem Chariot Cougar

Schwalbe Tracer auf dem Chariot Cougar

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Fotoarchiv-Minimalismus, oder: Erfahrungsbericht EPSON Perfection V370 Photo

Ich habe es wieder getan, ich habe in den letzten Wochen einige Minimalismus-Blogs gelesen und wieder neue Motivation gesammelt.

Diesmal hatte ich mir ein besonders großes Projekt vorgenommen, obwohl es gar nicht so viel Platz weg nimmt, in der Anzahl der Dinge aber unglaublich ist: Unser persönliches Fotoarchiv und damit meine ich nicht die digitale Variante.

alte Negative scannen

alte Negative scannen

Meine erste eigene Spiegelreflex-Kamera bekam ich mit 12 Jahren geschenkt und ich habe diese über viele Jahre reichlich genutzt und nach der Ausbildung indirekt meine Selbstständigkeit damit aufgebaut. Da meine Familie schon etwas länger in der Fotobranche zu Hause war, erbte ich auch noch reichlich Fotos aus der Familie, die nahm ich gerne an, denn ein wenig Ahnenforschung fand ich gar nicht schlecht. So kam es, dass ich kistenweise Fotos, Dias und Negative habe, die bis über 100 Jahre zurück reichen, viele Bilder stammen aus den 50er und 60er Jahren, aber auch die Jahrzehnte danach sind gut vertreten. Es sind Massen. Weiterlesen

Silvester in der Jugendherberge: Erfahrungsbericht Kaub 2015/2016

Jugendherberge Kaub an Silvester

Jugendherberge Kaub an Silvester

Vier Mal Silvester in der Jugendherberge, vier verschiedene Herbergen, vier verschiedene Programme, diesmal ging es nach Kaub.

Hier kurz die Übersicht über die letzten Jahre:

Wie man sieht, so langsam bekommen wir Routine und können auch sinnvoll Vergleiche ziehen, aber um es direkt zu sagen, wir sind dieses Jahr mit sechs Familien und insgesamt 11 Kindern nach Kaub gefahren. Einige sind ebenfalls zum vierten Mal dabei gewesen, die Meinungen, wo es nun am besten war, gingen allerdings erheblich auseinander, dazu später mehr. Weiterlesen

Wenn Vierjährige Produkte designen würden…

Aktuell bin ich im Kindergarten ganz gut eingespannt: Kuchen backen für die große Party heute, das waren schon mal drei Kuchen nur von mir, genau genommen vier, denn einer ist mir nicht geglückt. Dann gestern Abend Tische und Stühle rücken, damit heute auch alle Platz finden. Heute war zusätzlich Elternsprechtag, dann ist die Party am Nachmittag, wo ca. 100 Erwachsene plus Kinder erwartet werden. Nächste Woche soll ich morgens Wertmarken für St. Martin verkaufen, an St. Martin den Zug sichern und an einem Nachmittag ist die Elternratssitzung. Ach, und ein Hochbeet soll auch noch irgendwann gebaut werden, das rennt mir schon länger hinterher.

Nein, ich habe bisher zu Hause keine Langeweile entwickelt. 🙂

Dass unser Sohn mit Vorliebe bastelt, zeichnet und malt, habe ich sicher schon öfters erwähnt. Heute beim Gespräch mit seiner Erzieherin konnte ich einen Blick auf seinen „Beurteilungsbogen“ werfen, der in regelmäßigen Abständen erstellt werden soll.

Auf diese Weise versucht man Entwicklungsdefiziten auf die Spur zu kommen, im Fachjargon nennt man das Entwicklungsdokumentation, über das Thema habe ich ja auch meine Arbeit zum zertifizierten Tagesvater geschrieben.

Wegen dieser schriftlichen Prüfung habe ich mich auch mit klassischer Fachliteratur für Erzieher beschäftitgt, so dass ich auch für Kindergartenkinder noch halbwegs gut Bescheid weiß, was im Allgemeinen an Fertigkeiten erwartet wird. Als ich das Blatt unseres Sohnes sah, fiel mir „der Mensch“, den er gemalt hatte, sofort ins Auge.

Aus Kinderzeichnungen von Menschen (Strichmännchen) soll man eine Menge ableiten können. Über den „Kopffüssler“ sind wir schon ein wenig hinaus gewesen, bei der letzten U-Untersuchung war das noch der Standard bei unserem Kind, was auch völlig normal ist.

„In Deutschland hat dieser Test Tradition: Vorschulkinder sollen im Alter von vier und noch einmal mit fünf Jahren beim Arzt einen Menschen zeichnen.“ welt.de

Die aktuelle Zeichnung von unserem Sohn zeigte nun einen Körper, Beine, Kopf mit Haaren, Gesicht und HÄNDE MIT FINGERN. Große Hände mit je fünf Fingern, dazu hatte ich irgendwo gelesen, dass dies völlig normal ist, aber auf eine ausgesprochen hohe Kreativität hin deutet, ob da was dran ist, wage ich nicht zu beurteilen, aber der Spruch: „Seien sie doch froh, dass sie so ein kreatives Kind haben“ schwirrt mir immer durch den Kopf, wenn dat Penz wieder jet angestellt hat.

Aber davon abgesehen, überrascht mich unser Kind immer wieder mit ungeahnten Ergebnissen seiner Arbeit, wenn er wieder kreativ ein Problem gelöst hat (Lesetipp: McGyver it), oder etwas tolles gebastelt hat, meistens macht es das völlig ohne unsere Anleitung. Zu meinem Geburtstag bekam ich ein Motorrad-Auto von ihm geschenkt. Ich musste sofort staunen, vielleicht liegt es ja daran, dass ich ein Nerd bin, aber für mich sah es mächtig nach einem Entwurf von Syd Mead aus. Weiterlesen

Baukhof Knusper Frühstück Früchte vs. Schär Fruit Müsli, glutenfrei

glutenfreies Müsli

glutenfreies Müsli

Wieder ein Vergleich zweier glutenfreier Produkte, diesmal Früchte-Müsli von Schär und Baukhof.

Glutenfreie Müsli-Mischungen gibt es inzwischen mehr, als ich ohne Hilfe aufzählen kann, das war vor wenigen Jahren noch ganz anders. Ich habe jahrelang überhaupt kein Müsli gegessen, aber irgendwie hatte ich Lust darauf, daher habe ich es mir einfach gemacht und zwei fertige Varianten ausgetestet, statt selbst zu mischen, wie ich es früher gemacht habe.

Die erste Erkenntnis: Ebenso wie bei glutenhaltigem Müsli bedeutet der Zusatz „Früchte“ zumeist Rosinen oder Sultaninen. Die sind preiswert und bringen viel Zucker mit.

Aber ich mag Rosinen. 😉 Weiterlesen

Schnitzler Focaccia vs. Schär Ciabatta, glutenfrei

In den nächsten Wochen werde ich einige glutenfreie Produkte verschiedener Anbieter miteinander vergleichen. Den Anfang macht „Schnitzer Focaccia“ die gegen das „Ciabatta von Schär“ antreten muss. Ich habe bewusst nicht die „Focaccia von Schär“ genommen, da diese durch die Beigabe von Rosmarin sehr speziell sind.

Die Focaccia von Schnitzer kommen zu zweit verpackt daher, je mit 110 g, die Ciabatta von Schär sind zu vier Stück mit je 50 g verpackt.  Beide Varianten brauchen 10 Minuten im Backofen, ich habe aber die alternative Zubereitung verwendet: Halbiert und getoastet, was in beiden Fällen sehr gut funktioniert hat.

Bei den Nährwerten stehen die Ciabatta etwas besser dar als die Focaccia: 213 Kcal zu 248 Kcal, bei den Zutaten ähneln sich beide Produkte sehr, beide basieren auf Mais- und Reisstärke. Weiterlesen

Silvester in der Jugendherberge: Erfahrungsbericht Prüm 2014/2015

So langsam wird es zur Gewohnheit über Silvester mit befreundeten Familien in ein Jugendgästehaus zu fahren. Dieses Jahr ging es in die Jugendherberge nach Prüm, in dem Ort waren wir bereits, hatten es aber komplett vergessen, damals hatten wir eine Ferienwohnung auf einem Bauernhof in der Nähe gemietet. Nach Prüm reisten wir  mit vier Familien an, insgesamt waren wir 15 Personen, beim nächsten Mal könnte es noch eine Familie mehr werden.

Viel Schnee an Silvester

Viel Schnee an Silvester

Das gemeinsame Anreisen hat den großen Vorteil, dass sich die Kinder-Betreuung ein wenig aufteilt und man sich gut untereinander helfen kann, sei es mit Ausstattung oder nur mal eben den Löffel halten oder Rotznasen putzen. Die Kinder kennen sich bereits und können sich auf Anhieb gut beschäftigen, wer ein Buch vorliest, macht dies gleich für mehrere, das ist effektives Elternsein. 😉

Als wir in Prüm ankamen, gab es Kaffee und Kuchen. O.K., den Kuchen haben wir ausgelassen aber über den Kaffee haben wir uns sehr gefreut. Kurz darauf gab es die Programmvorstellung und die erste große Überraschung, denn die Jugendherberge ist auch Tagungszentrum und verfügt über einen großen Veranstaltungsaal, der wirklich toll ist. Nebenbei bemerkt gab es hier auch ausreichend Parkplätze, in Daun und Cochem die Jahre zuvor war das ein echtes Problem.

Das Programm las sich auf den ersten Blick nicht so überzeugend wie in Cochem, wo wir wirklich begeistert waren. Dazu später mehr. Direkt nach der Begrüßungsrunde ging es zum Abendessen, alle 140 Gäste gleichzeitig mit der ersten und nicht so tollen Überraschung. Weiterlesen