Nichts zu lachen am 11.11. – dank Mittelohrentzündung

Piet im Kinderwagen

Piet im Kinderwagen

Nach einer weiteren, eher unruhigen Nacht wollten wir mit dem Kind an die frische Luft. Da er offensichtlich noch nicht wieder fit war, wollten wir nicht zu Freunden fahren, die ebenfalls kleine Kinder haben. Wir diskutierten mal wieder in den Tannenbusch zu fahren, aber irgendwie hatte ich darauf so gar keine Lust. Meine Frau hatte die Idee, den Tierpark in Odenkirchen (Mönchengladbach) zu besuchen, das fand ich gut.

Gesagt getan, alle ab in die Familienkutsche und los. Das Navi sagte was von 20 Minuten Fahrzeit, konnte das stimmen? Das wäre ja quasi „umme Eck“. Es stimmte, wir waren im Nu da. Dieser kleine Tierpark kostet etwas Eintritt (3,00 Euro für Erwachsene), dafür ist das Parken frei. Der Sohn hatte anfangs durchaus seinen Spaß mit Raben und Affen, verlor dann aber schnell die Lust. Der park eigene Spielplatz hellte die Stimmung auch nur kurz wieder auf, die meiste Zeit war er sehr trotzig und wollte nur auf den Arm, oder in Wagen.

Eher untypisch für unseren Sohn.

Top Attraktion: Der Spielplatz

Top Attraktion: Der Spielplatz

Der Park selbst ist nett, es ist kein richtiger Zoo, dafür ist die Anlage gut überschaubar und für kleine Kinder ideal. Tierfutter bekommt man eine Tüte für 50 Cent, die Ziegen, Schafe und Vögel danken es einem und die Kinder haben großen Spaß. Die beste Attraktion für das Kind blieb aber der Spielplatz, davon gab es sogar zwei, einen drinnen und einen draußen am Parkplatz. Die Zeit ging schnell um und wir machten uns auf den Heimweg, damit unser Kleiner seinen Mittagsschlaf bekommen konnte.

Das klappte nicht, er war wieder nicht in sein Bett zu bekommen und brüllte nun ohne Unterlass, allerdings diesmal kein Trotzgeheule, sondern definitiv Schmerzensschreie. Kurz entschlossen sind wir, bei traumhaftem Novemberwetter, in die Kinderklinik Neuss gefahren. Diesmal hatten wir einen super netten Doc erwischt, leider änderte das nichts an der Diagnose:

„Beidseitige Mittelohrentzündung“

Wir fuhren anschließend noch die verschriebenen Antibiotika holen und packten den kranken Kerl abends wieder in sein Bett und siehe da, er schlief, wie ein Stein. Es war uns schon beinahe unheimlich. Die Nacht wurde recht erholsam und heute war unser Sohn schon wieder richtig gut gelaunt. Das Turnen muss aber heute noch mal ausfallen.

Tierpark Odenkirchen

Tierpark Odenkirchen

Nachtwanderung für Papa? Das eine Kuscheltier für Kinder.

Verlorenes Übergangsobjekt?

Verlorenes Übergangsobjekt?

Am Sonntag Nachmittag waren wir mit Freunden und deren Tochter, mit der sich unser Sohn sehr gut versteht, mal wieder im Tannenbusch. Das Wetter war ja herrlich und im Wald macht Herbst dann ja auch doppelt so viel Spaß. Dies dachten allerdings auch ein paar andere Eltern. Du meine Güte war das voll dort, so voll, dass wir den Spielplatz weiträumig umfuhren und stattdessen einmal komplett um den Tierpark außen herum wanderten.

Die Kinder hat das nicht weiter gestört und haben sich nach Herzenslust im Wald ausgetobt. Ich habe die Gunst der Stunde genutzt, um bei dem tollen Licht noch ein paar Fotos zu machen.

So langsam macht mir das auch wieder Spaß. Sein Hobby sollte man eben doch nicht zum Beruf machen.

Auf dem Rückweg kamen wir noch an einer Bank im Park vorbei, auf der ein vergessener Teddy saß. Irgendwie sah ich in dem Moment einen Vater, der im dunklen den Lieblingsteddy der Tochter oder des Sohnes mit der Taschenlampe im Wald sucht direkt vor mir.

Das wird mir sicher auch irgendwann passieren…

Solche, in der Pädagogik Übergangsobjekte genannte, Kuscheltiere, oder auch Decken, Kissen u.s.w. sind sehr wichtig für Kinder und helfen dabei, sich von den Bezugspersonen zu lösen. Es ist ja auch viel praktischer, wenn der Teddy wache am Bett hält und nicht Mama oder Papa die ganze Nacht Monster fernhalten müssen. Wenn aber ein solches Objekt verloren geht, ist das fast wie der Verlust eines Familienmitglieds. Vermutlich gibt es einige Eltern dort draußen, die davon ein Lied singen können. Die Übergangsobjekte wandern oft noch beim Auszug des Kindes mit in die neue Wohnung, wenn es längst volljährig ist.

Einen Tipp, den wir selber von anderen Eltern bekommen haben, möchte ich aber gerne weitergeben. Wenn das eine Kuscheltier fest steht, z.B. unser „Wuffi“ aus einem schwedischen Möbelhaus, dann am besten noch zwei weitere kaufen und im Keller, gut versteckt versteht sich, deponieren. So hat man immer einen Ersatz, den das Kind akzeptiert, für den Fall, dass das Übergangsobjekt verloren gehen sollte.

Der „Schlafhase“ meiner Frau wohnt übrigens immer noch bei uns.

Der Tannenbusch

Auf dem Spielplatz im "Tannenbusch" (Dormagen)

Auf dem Spielplatz im „Tannenbusch“ (Dormagen)

In der Erziehung unseres Sohnes und auch in der Betreuung meiner zukünftigen Tageskinder,  lege ich sehr viel Wert auf das Verständnis für die Natur. Was liegt da näher, als für einen schönen Sonntagsausflug in einen Tierpark zu fahren. Glücklicherweise haben wir einen in nicht allzu großer Entfernung, in 7-10 Minuten ist man mit dem Auto da, mit dem Fahrrad dauert es ca. 1 Stunde.

Der Eintritt in den „Tannenbusch“ ist kostenlos, das Parken kostet 2,00 Euro, eine Handvoll Futter für die Tiere je Portion 0,10 Euro, zusätzlich wird um eine kleine Spende für die Erhaltung des Parks gebeten. Es gibt zahlreiche Bänke, eine kleine Wirtschaft und einen großen Spielplatz und natürlich viele Wildtiere und Nutztiere. Diesen Ausflug kann sich jeder leisten und unser Kind war total begeistert.

Viele Bäume sind beschriftet, an den Tiergehegen stehen ebenfalls Schilder, so kann man den Kindern wunderbar die Tier- und Pflanzennamen beibringen, ohne einen Naturführer dabei haben zu müssen. Viele Pflanzen und Tierarten kenne ich zwar, aber bei einem Mufflon war ich mir nicht mehr sicher.

„Als Mufflon werden mehrere Unterarten des Wildschafs zusammengefasst. Heute ist der Mufflon im Kaukasus, in Anatolien, im nördlichen Irak, und im nordwestlichen Iran verbreitet. Einst reichte ihr Verbreitungsgebiet weiter über die Krim und den Balkan bis zu den Karpaten. In diesen Gebieten ist es allerdings bereits in der Bronzezeit (vor ca. 3000 Jahren) oder sogar noch früher verschwunden. Darüber hinaus leben Mufflons auf Elba, Zypern, Korsika und Sardinien; umstritten ist allerdings, ob es sich hierbei um Wildschafe oder um Nachkommen sehr ursprünglicher Hausschafe handelt. In zahlreichen Gegenden Europas ist das Mufflon in jüngerer Zeit als Jagdwild ausgewildert worden.“  Wikipedia

Der Spielplatz bietet sogar Spielgeräte für Kleinkinder, dort konnte sich der Sohn zwischendurch richtig austoben und den anderen Kindern zeigen, wie man alleine rutscht, auch wenn man noch nicht laufen kann. Nach zwei Stunden im Park war er total geschafft und pennte auf der Stelle im Auto ein. Das macht für heute vormittags mindestens eine Million neue Synapsenverbindungen.

Einen Ausflug in den „Tannenbusch“ werden wir auf jeden Fall wiederholen und vermutlich kann ich solche Ausflüge auch mit den Tageskindern organisieren.