Das Spielzeug hat nicht die Schuld, auch nicht die Farbe. #gendering

Mit Rollenklischees setze ich mich, nicht ganz freiwillig, nun seit fünf Jahren auseinander. Egal, wo ich hinkam, die Klischees waren schon da. In der Krabbelgruppe versuchten die Frauen (es waren tatsächlich nur Frauen anwesend), stets mit mir zuerst über Fußball und Autos zu reden. Themen, die mich noch nie interessierten, aber man wollte mir wohl einen Gefallen tun. „Machen Sie auch die Wäsche zu Hause? Wirklich? Und Putzen?“

Väter fanden es gut, dass ich (als Hausmann) direkten Einfluss darauf nehmen konnte, unseren Sohn zu einem „echtem“ Mann zu erziehen und er nicht nur von Frauen verweichlicht wird. Sie selber mussten ja so viel arbeiten und fanden es besorgniserregend, dass die Betreuung nur Frauen übernehmen. Viele sagten sie wären ja auch gerne zu Hause geblieben, aber Putzen und Wäsche machen käme für sie nicht in Frage, ist eben Frauensache, kleine Hände und so, aber die freie Zeit für sich, die wäre sicher toll.

Ich überzeichne hier viel weniger, als manche vielleicht denken mögen. Weiterlesen

Die „Rosa-Hellblau-Falle“, Bericht bei „frauTV“

Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt, aber der Bericht zum Thema „Rosa-Hellblau-Falle“ ist nun in der Sendung vom 28.04.2016 veröffentlicht worden. Vor einer gefühlten Ewigkeit war ich mit unserem Sohn zu einem Interview-Termin nach Köln gefahren. Der Bericht kann in der Mediathek der ARD angesehen werden.

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Väter, tragt mehr rosa, pink und lila.

Ich wollte schon seit Wochen darüber schreiben, aber ich bin bisher einfach irgendwie nicht dazu gekommen. Es ist daher schon eine Weile her, als mein Sohn sehr enttäuscht aus dem Kindergarten kam.

Es dauerte eine Weile, um aus ihm heraus zu bekommen, was vorgefallen war. Die Mädchen aus seiner Gruppe (!) hatten ihm gesagt, er dürfe kein rosa tragen, denn er wäre schließlich ein Junge und rosa ist eben eine Mädchenfarbe.

Das hat mich wirklich getroffen.

Nun ist es so, dass ich rosa nicht sonderlich mag, ebenso wenig, wie ich grün mag, sonst habe ich da keine Vorbehalte. Dennoch habe ich noch am gleichen Tag diverse T-Shirts in rosa, pink und lila im Internet bestellt. Das war übrigens gar nicht einfach, denn meine beiden bevorzugten Lieferanten hatten solche Farben für Männergrößen nicht im Programm, aber immerhin 23 andere Farben waren möglich.

Engelbert Strauss sollte sich was schämen, denn für Frauen gibt es die Farben natürlich.

Nach wenigen Tagen waren die T-Shirts dann da und ich kam morgens damit die Treppe hinunter, wo unser Kind bereits darauf wartete, dass wir zum Kindergarten fahren.

Er war total begeistert, dass Papa jetzt auch rosa trägt.

Im Kindergarten zog ich die Jacke aus und ging mit in die Gruppe. Seine Freundinnen starrten mich an, absolut fassungslos. Weiterlesen

Verkehrte (pinke) Welt

Vor einigen Tagen war ich beim Discounter, es gab Kinderklamotten. Da ich am Tag des Verkaufstarts erst eine Stunde nach Ladenöffnung erschien, waren die radikalen Mütter, die meistens auch bewaffnet erscheinen, bereits wieder weg.

Leider auch die meisten Kindersachen, vor allem wieder die für Jungs. Ich konnte noch ein Set ergattern.

Ergänzend sollte ich einen Hüpfball für unseren Sohn erwerben, die gab es in pink und in blau, wie immer eigentlich. Auf dem pinken Hüpfball war Minni-Maus, die unser Sohn gut kennt und ganz toll findet, auf dem blauen war ein Flugzeug aus „Planes“ von Disney. Auch hübsch, kennt unser Sohn aber noch nicht.

Nach einiger Überlegungszeit nahm ich den mit Minny-Maus, in pink.

Was ich nicht wusste, ich wurde zu diesem Zeitpunkt ganz genau beobachtet, von einer schätzungsweise Fünfjährigen, die mit ihrer Oma einkaufen war. Ich hörte von ihr recht deutlich den Satz: Weiterlesen

Rosa oder pink?

Gestern waren wir erneut bei unseren Freunden, die vor drei Wochen ihr zweites Kind bekommen haben. Diesmal war es ja ein Mädchen. Der letzte Besuch fand noch im Krankenhaus statt, diesmal zu Hause in gewohnter Umgebung.

Der erste Gedanke im direkten Vergleich mit Piet war: „Ui, ist die klein.“

Das ist natürlich Quatsch. Das Baby ist beinahe exakt genau so groß wie Piet zu diesem Zeitpunkt. Aber der hat in der Zwischenzeit sein Gewicht verdoppelt. Unglaublich wie die Zeit vorbei rast.

Unsere Freunde bewohnen eine schöne Doppelhaushälfte in ländlicher Umgebung, also in einer Gegend, in der man noch auf der Straße einen Parkplatz findet, ohne eine halbe Stunde um den Block zu fahren. Der Garten bietet genügend Platz für zwei Sandkästen, zwei Schaukeln, einen Basketballkorb, eine Rutsche, ein Spielhaus und für ein großes Trampolin. Weiterlesen