Die Sache mit dem „Mädchengeburtstag“

Als wir umzogen und unser Sohn in der neuen Stadt in den Kindergarten kam, kannten wir hier niemanden. Ich dachte noch: Alles kein Problem, über den Kindergarten werden wir sehr schnell neue Kontakte finden. Das war dann doch nicht ganz richtig.

Das ging ja bereits wieder mit unserem „Standard-Problem“ los, auch wenn meine Frau bei wichtigen Erlebnissen im Leben unseres Kindes stets dabei ist, so habe ich logischerweise im Alltag die meiste Präsenz-Zeit mit unserem Kind, mit dem Eintritt in den Kindergarten reduzierte sich das zwar erheblich, aber die Tendenz bleibt dabei erhalten. Bei der Eingewöhnung blieb ich also meist dort, aber es ging genau genommen rekordverdächtig schnell. Unser Sohn hatte da noch nie Schwierigkeiten.

Einhörner, Ponys, Arihörner und Pegasusse

Einhörner, Ponys, Arihörner und Pegasusse

Als Vater unter Müttern ist das so eine Sache, ich habe es hier im Blog schon öfters beschrieben, aber es ist eben etwas komplizierter. Zuerst müssen die anderen Personen (Mütter) realisieren, dass ich Hausmann bin, es steht ja nicht auf der Stirn und dann müssen diese erst langsam verstehen, dass ich weiß, wie man einen Kuchen backt und wo man was am besten Einkaufen kann und welcher Discounter gerade Kinder-Klamotten im Angebot hat. Das dauert. Weiterlesen

Feministische Vaterschaft

Als ich den Begriff „feministische Vaterschaft“ vor einigen Tag las, war ich mir nicht sicher, diesen Begriff schon einmal gehört zu haben. Irgendwie dachte ich dabei an Markus Theunert, den ich beim SWR kennen lernen durfte. Diese Wortschöpfung wird ihm sicherlich gefallen, aber sie ist nicht von ihm, sondern vermutlich von Jochen König.

Jochen König hatte vor einigen Tagen einen Blog-Artikel mit dieser Überschrift geschrieben und ich bin, wie die meisten bloggenden Väter, darüber gestolpert.

„Unter Vätern gibt es so gut wie keine Diskussion über die eigene Rolle und darüber, wer innerhalb der Familie welche Arbeit übernimmt. Selbst für die meisten schreibenden Väter ist das Privatsache und wird auf ihren Blogs oder in ihren Tweets neben den Tests für Kinderwägen kaum thematisiert.“ umstandslos.com

Über diesen Artikel musste ich eine Weile nachdenken, daher kommt auch erst jetzt mein Kommentar dazu, andere waren da schneller:

  • weddingerberg.de
    „Wichtig ist nicht der Begriff, wichtig ist die Forderung, die hinter allen dreien steckt: das Väter über sich selbst und ihre familiäre Rolle reflektieren und sich mindestens gleichberechtigt in Familie, Job und Haushalt einbringen sollten.“
  • haltungsturnen.de
    „[…]ich schließe, dass dies nur sehr wenig mit Feminismus zu tun hat – sondern eher damit, kein Arschloch zu sein.“
    „Ich bin überzeugt, dass es in einer feministischen Familie nicht entscheidend ist, wer welche Arbeit macht – sondern wer das entscheidet und wieso es so ist.“

Alle Artikel sind übrigens sehr lesenswert.

Wieso es 30 Minuten dauert, den Flur zu saugen. #Hausarbeit

Wieso es 30 Minuten dauert, den Flur zu saugen. #Hausarbeit

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Die Verunsicherung der „modernen Männer“ und „neuen Väter“

In den letzten Wochen habe ich viel im Internet gelesen. Der moderne Mann und insbesondere die „neuen Väter“ sind in allen Medien ein beliebtes Thema. In den letzten Jahren wird vermehrt darüber berichtet, was an sich ja nichts schlechtes ist. Zu den „neuen Vätern“ gehören natürlich auch die Vollzeitväter, also auch ich.

Es ist zum Teil sehr irritierend, was man so lesen muss, oder lesen darf. Eine These hat mich besonders angesprochen, die der verunsicherten Männer.

„[… ]Die Männer sind verunsichert. Was ist denn nun typisch Mann? […] Schwierig ist es für Männer, sich in die neue Rolle des Hausmanns und modernen Vaters hineinzufinden. Da die Frau sich nun verstärkt auf die Karriere konzentriert, kann es schon einmal vorkommen, dass der Vater zu Hause die Kinder hüten muss – was eigentlich gegen sein Rollenverständnis spricht. Nur 3 Prozent der Väter gehen in Elternzeit, obwohl dies gesetzlich möglich ist. Wer will schon vor seinen Kollegen als „Weichei“ dastehen?“ aus: Die Emanzipation, Fluch oder Segen?

Tja, oje. Da kommen mir reichlich Selbstzweifel in den Sinn: Weiterlesen