Cryptoparty

Thunderbird-Logo

Manchmal muss man eben einfach Glück haben. Ich hatte ja gerade vor, mich mit dem Thema E-Mail-Verschlüsselung auseinander zu setzen, als ich die Info bekam, dass die Piratenpartei in Neuss eine Cryptoparty veranstaltet. Eigentlich bin ich schon seit einiger Zeit für Abendveranstaltungen nicht mehr zu haben gewesen, da mich das Thema aber brennend interessiert, bin ich einfach mal hingefahren.

Die Cryptopartys stehen allen offen und sind kostenlos.

Es war nur eine überschaubare Anzahl Leute anwesend, auf diese Weise war der Lernerfolg ja beinahe garantiert. Der Abend wurde in zwei Themenblöcke unterteilt, im ersten ging es um Datensicherheit im Allgemeinem und im zweiten Teil dann um die Verschlüsselung von E-Mails. Ich konnte wichtige Informationen sammeln, zum Beispiel, dass ich auf meinen gewohnten googlemail-Account nicht verzichten muss. Das war die Anreise alleine schon wert, die Umsetzung werde ich heute Abend angehen, es hörte sich nicht allzu schwierig an, mal sehen, ob mein Linux-Mint das genauso sieht. 😉

Piratenpartei-Plakat

Piratenpartei-Plakat

In meinem Bekanntenkreis stößt meine Einstellung auf viel Unverständnis und so langsam komme ich mir schon paranoid vor. Die üblichen Kommentare zur unkontrollierten Überwachung von normalen Bürgern lauten: “Ich habe nichts zu verbergen” und: “Das sind doch die Guten”. Also ich kenne niemanden, der seine Steuererklärung als Postkarte verschickt, weil er ja nichts zu verbergen hat. Aber gut, viel schlimmer finde ich, dass offenbar keiner mehr weiss, dass vor nicht allzu langer Zeit Deutsche schon deswegen verdächtig waren, weil diese die falsche Jeansmarke trugen oder gar ins Ausland fahren wollten.

Ich möchte nicht, dass jemand meine Briefe öffnet, kopiert und erst dann zustellt, womöglich noch mit einem Kommentar zur Rechtschreibung dran. Die Verschlüsselung scheint zuerst aufwendig, ist aber das einzige Mittel gegen einen zu neugierigen Staat. Nun warte ich auf den Tag, wo das Verschlüsseln von E-Mails per Gesetz verboten wird. Warten wir es mal ab.

Linux Mint

Ich habe doch nichts zu verbergen...

Ich habe doch nichts zu verbergen…

Ich habe nun eine längere Pause beim Schreiben einlegen müssen, einige Tage lief mein Computer nicht wie gewohnt. Das war ich selbst Schuld, denn ich habe nicht nur einen neuen (gebrauchten) Computer gekauft, sondern diesen auch auf Linux umgestellt. Ich verwendete auch schon vorher viele “freie” Programme, WordPress ist selbst ebenfalls eins. Open Office / Libre-Office ist schon seit langer Zeit mein bevorzugtes Office-Programm, ich komme damit sehr gut zurecht.

Auf dem Laptop meiner Frau haben wir bereits Ubuntu erprobt und waren damit recht zufrieden, ich selbst habe mich für die Linux-Mint-Distribution (64 Bit) entschieden. Bisher bin ich sehr positiv überrascht, die Installation verlief vorbildlich, mein altes WIN-XP habe ich parallel installiert, das war gar kein Problem. Das benötige ich allerdings nur noch für einige, beinahe bereits ausrangierte Programme und einige Spiele. Ob die freie Version des Bildbearbeitung-Programms mein Photoshop ersetzen kann, werden wir noch sehen.

Warum habe ich das eigentlich gemacht? Weiterlesen

Kommentar zum offenen Brief an Sigmar Gabriel (SPD)

In diesem offenen Brief wenden sich einige Frauen aus der Politik an Sigmar Gabriel (SPD) und stellen Fragen zu seinem Verständnis der Vater-Rolle, da er offenbar selber bald  Papa wird. Da unter den Politikerinnen auch Julia Schramm von der Piratenpartei ist, konnte ich mir ein Kommentar nicht verkneifen. Der Brief und die darin enthaltenen Fragen sind natürlich provokant, klar, sonst hätte man ihn auch gleich lassen können.

Herr Gabriel wird aufgefordert, ein Vorbild zu sein und in Elternzeit zu gehen, damit er sich um das Kind kümmern kann. Die Sache hat bloß einen Haken, selbst wenn er das wollte, er darf es gar nicht. Bundestagsabgeordnete und Minister haben keinen Anspruch auf Elternzeit. O.K., ignorieren wir dies mal, denn ich glaube nicht, dass jemand wirklich von ihm erwartet, eine Auszeit zu nehmen. Vielmehr sollte mit dem Brief eine Diskussion angeregt werden, und genau das hat auf jeden Fall geklappt:

Alle großen Zeitungen haben Kommentare zu dem Thema verfasst.

Der Hintergrund ist einfach, wenn Frauen in politischen Ämtern Kinder bekommen, werden sie mit genau dieser Art Fragen konfrontiert. Schnell fällt der Begriff “Rabenmutter”, einen Ausdruck, den es übrigens nur in Deutschland gibt. Dafür sollten wir uns schon mal grundsätzlich schämen, vor allem die, die ihn verwenden. Herr Gabriel hat sich bisher nicht gerade umfassend zu dem Brief geäußert und die Kindererziehung seine Privatsache genannt. Das kann ich verstehen, finde es aber sehr schade. Ich bin in Elternzeit gegangen, weil meine Frau mehr Geld verdient als ich, nicht, weil es mein Lebenstraum war, Vollzeitvater zu werden. Natürlich will ich meine Aufgabe nun so gut machen, wie es eben geht. Das macht auch Spaß, dient aber in erster Linie dazu, meine Frau zu unterstützen.

Ich vermute, dass Herr Gabriel besser verdient, als seine Frau, daher wäre es für mich unlogisch, wenn er auf einmal zu Hause bleiben würde. Aber darum geht es eigentlich auch nicht, sondern um die Tatsache, dass öffentlich in der Kindererziehung beide Partner gleichberechtigt sind, die Realität aber eben anders aussieht. Meistens bleibt die “Carearbeit” zum Großteil an den Frauen hängen, selbst in Beziehungen, wo sich der Vater bewusst einbringt.

Das gilt allerdings für beide Seiten, denn Männer, die tatsächlich die Aufgabe des Hausmannes übernehmen, werden mit ganz ähnlichen, dummen Fragen, meistens von Frauen, konfrontiert.

Hier mal meine persönlichen top drei:

  • Stillen sie ihr Kind auch? Stillen ist das Beste für ihr Kind!
  • Machen sie daheim auch den Haushalt? Wäsche machen, Putzen und so?
  • Können sie mit Kindern umgehen? Haben sie darin Erfahrung?

Diese Seite, die Seite der Männer in einer Frauendomäne, ist kaum bekannt. Die Fragen beweisen aber, dass Frauen kein Stück besser sind als Männer, wenn es um “ihren” Bereich geht.  Wenn eine Frau ein Kind bekommt, fragt man diese vermutlich auch nicht, ob sie mit Kindern umgehen kann, oder sie den Haushalt erledigt. Mir sagt man aber in der Krabbelgruppe, dass ich bitte nicht auf die Kinder treten soll.

Wenn es in diesem Thema Fortschritte geben soll, helfen keine Regelungen und Gesetze, sondern nur mehr Verständnis auf beiden Seiten.

Das Betreuungsgeld

Gerade hat Frau Hasselfeldt (CSU) es im Bundestag noch einmal erklärt, das Betreuungsgeld: Mütter  Eltern sollen die Art der Betreuung frei wählen können. Ach so, gut, dass es mir endlich mal jemand verständlich gemacht hat. 🙂

Also, wer sein Kind im 2. Lebensjahr zu Hause betreut, bekommt 100,00 Euro, im Dritten sind es dann sogar unglaubliche 150,00 Euro. Für das erste Jahr gibt es ja das Elterngeld, welches ich selbst auch beantragt habe.

Das Elterngeld ist eine echte Lohnersatzleistung, ich darf und muss nicht neben der Betreuung meines Sohnes arbeiten gehen, um einen Beitrag zur Familienkasse zu leisten. Ich finde dies generell eine tolle Sache, obwohl ja auch das Elterngeld umstritten ist, weil zu teuer für den Staat. Der Anteil der Männer in Elternzeit steigt übrigens weiter: Väter und Karriere

Es geht nun aber um das zweite und dritte Jahr, bevor das Kind in den Kindergarten kommt. Ich kann natürlich nur aus meiner Sicht schreiben und bin daher nicht unbedingt objektiv. Was mache ich nun, wenn das Elterngeld ausläuft, also im März 2012? Ich kann…

  1. …einfach zu Hause bleiben und meine Frau arbeiten schicken
  2. …meinen Sohn 45 Std. in eine Kita schicken und eventuell Vollzeit arbeiten gehen
  3. …eine Tagespflegeperson beauftragen, oder eine Kita wählen unter 45 Std. und Teilzeit arbeiten gehen
  4. …eine Nanny einstellen und arbeiten gehen
  5. …selbst als Tagesvater arbeiten und meinen Sohn nebenbei mit betreuen

Was bedeutet diese Wahlmöglichkeit nun? Weiterlesen

Was man als Pirat so braucht

Logo Piratenpartei

Logo Piratenpartei

Seit einigen Wochen bin ich nun ganz offiziell Mitglied der Piratenpartei. Als “Neu”-Pirat wird man mit einer ganzen Anzahl von Tools und Informationen konfrontiert. Obwohl ich beruflich bereits Erfahrungen mit VOIP, einer Firmen-WIKI, MSN, Google-Docs, Twitter und Google-Analytics zu tun hatte, tat ich mich zu Beginn wirklich schwer. Aber für mich ist HTML eben keine Umgangssprache. Auch die Neusser “Alt”-Piraten hatten das Problem erkannt und hielten gestern Abend eine Informationsveranstaltung ab. Da musste ich unbedingt hin.

Es wurden alle “Tools” vorgestellt, mit denen die Partei intern, aber auch extern arbeitet: Weiterlesen