Die Polyneuropathie meldet sich zurück

Ostpreußische Walderdbeeren, haben wir im Vorgarten, ebenso Minze, Thymian, Estragon, Majoran, Salbei, Birne, Aprikose, Nektarine, Pfirsich, Tafelweintrauben, Feige und Zucchini.

Im Jahr 2005 erwischte mich eine schwere Grippe, die irgendwie nie wieder verschwand. Jahrelang rannte ich zu verschiedenen Ärzten, keiner konnte mir helfen, nachdem die naheliegenden Krankheiten, wie z.B. Diabetes und Borreliose,  ausgeschlossen waren, schickten mich die meisten zum Psychiater. Nur leider waren die bereits nach einer Sitzung davon überzeugt, dass es eine organische Ursache geben musste.

Durch einen Tipp landete ich bei einem Neurologen, der sich speziell mit schwierigen Fällen auseinandersetzte, das war zumindest sein Ruf. Nach vielen Untersuchungen stellte er die Diagnose sensomotorische Polyneuropathie, CFS und Fibromyalgie (18-18 / 60%) und postvirales Erschöpfungssyndrom. Das war 2008.

Kortison und verschiedene Psychopharmaka halfen mir nicht. Ich trank ein Jahr lang keinen einzigen Tropfen Alkohol, auch das brachte keine Verbesserung. Nur mit hoch dosierten Schmerzmitteln konnte ich den Alltag überstehen und arbeiten gehen.

Als er mir mitteilte, dass ich höchstwahrscheinlich mit 40 Jahren bettlägerig sein würde, machte ich mich selbst auf die Suche nach einer Lösung.

In Deutschland gab es damals kaum Informationen dazu, fündig wurde ich auf englischsprachigen Seiten der USA und Großbritanniens. Hier gab es auch Selbsthilfegruppen. Über Umwege landete ich bei der sogenannten Autismus-Diät, die Patienten mit Fibromyalgie zumindest in vielen Fällen Linderung verschaffen sollte. Valide Studien gibt es dafür bis heute nicht.

Ich wollte es ausprobieren, ging zu einem Ernährungsberater, der sich auf Fibromyalgie spezialisiert hatte, und begann mit der GFCF-Diät. Nach wenigen Wochen ging es mir viel besser, nach einem Jahr war ich die meisten Symptome praktisch los, ich benötigte keine Schmerzmittel mehr. Seither ernähre konsequent anders, als vor der Erkrankung. Heute kommt der Begriff „pegane Ernährung“ auf, ich nannte es bereits vor Jahren „100% Glutenfrei – 80% Paleo„, im Grunde ist es eine anti entzündliche Ernährung. Weiterlesen

Die gluten- und kaseinfreie Ernährung (gluten and casein free diet)

Ich möchte diese GFCF-Ernährungsweise niemandem empfehlen, sondern nur denen eine Hilfestellung geben, die diese Entscheidung bereits für sich getroffen haben.
Diese „Diät“ ist nicht zum Abnehmen gedacht, ich bin dafür der lebende Beweis.

Es ist auch keine Lebenseinstellung wie zum Beispiel die vegane Ernährung. Wer sich gluten- und caseinfrei ernährt, hat meist keine Alternative, außer heftige Symptome zu akzeptieren. Alle, die eine der weiter unter genannten Erkrankungen diagnostiziert bekommen haben, sollten sich mit dem Thema beschäftigen und mit einem Arzt, der sich wirklich auskennt, unterhalten.

Letztere sind sehr schwer zu finden, ich spreche da aus Erfahrung.

In den USA wird diese Ernährung für autistische Kinder und Kinder mit ADHS von vielen Eltern empfohlen. Aber auch bei  ME/CFS , Fibromyalgie und Schizophrenie sind positive Erfahrungen belegt, so bin ich darauf als Therapie-Ansatz für mich gestoßen.

Im Kern geht es darum, Eiweiße aus Getreide und Milch, sowie Produkte daraus komplett ohne Ausnahmen zu vermeiden.

Da dies viel schwieriger ist, als man auf den ersten Blick vermuten kann, möchte ich meine Erfahrungen gerne weitergeben.

Die Steinzeit-Ernährung hat nicht direkt etwas damit tun, es gibt aber viele Gemeinsamkeiten. Es gibt noch weitere Ansätze zu Diäten, die eine anti-entzündliche und anti-allergene Ernährungsweise beinhalten. Alles diese Diäten können helfen, ich habe mich für die GFCF-Diät entschieden, aber auch ich habe weitere Elemente mit hinzugenommen, wie den generellen Verzicht auf industriell hoch verarbeitete Lebensmittel und Zucker. Bekannte Allergene habe ich ebenfalls aus der Ernährung gestrichen, wie Nüsse, Erdnüsse, Nachtschattengewächse (Tomaten, Zucchini, Oberginen), Sellerie und Senf. Natürlich auch den Alkohol.

„Die Exorphine des Glutens heißen Gliadorphine, die des Kaseins Kasomorphine. Die Namen sind auf Grund der morphinen Wirkung gewählt, da diese Substanzen an die Opioidrezeptoren des Menschen binden. Im Organismus binden die Endorphine an diese Rezeptoren und regulieren damit z. B. Schmerzempfinden, Hungergefühl und Sexualität. Die starke Mutter-Kind-Bindung der ersten Monate wird von einigen Wissenschaftlern auf die Wirkung der auch in der menschlichen Muttermilch enthaltenen Kaseomorphine zurückgeführt.“ Wikipedia

Ich habe dafür hier im meinem Blog eine eigene Kategorie hinzu gefügt. Bücher auf Deutsch zu diesem Thema sind absolute Mangelware. Offizielle Untersuchungen und Studien übrigens auch. Auf den ersten Blick ist das nicht nachvollziehbar, zumindest nicht, wenn man sich mit dem Thema etwas mehr beschäftigt. Allerdings sind solche Studien schwierig und teuer und die meisten Studien sind organisiert durch die Industrie, die hieran eher kein Interesse hat.

Diese Ernährungsweise führe ich nun seit über einem Jahr und werde nie wieder freiwillig damit aufhören, da die positiven Effekte auf mein Leben kaum zu beschreiben sind. Meine Freunde und meine Familie wissen, was ich meine.

Laut BMI bis ich „schwerst übergewichtig“. Die Vermutung, dass Diabetes vorliegt kommt stets als erstes von den Ärzten und jedes Mal sagen meine Blutwerte etwas anderes. Die Zuckerreaktion ist für einen Mann mit meinem Gewicht und Alter praktisch perfekt. Die Werte für Cholesterin und Triglyceride sind völlig normal. Das bedeutet natürlich nicht, dass weniger Gewicht kein Vorteil wäre, aber das ist ein nachrangiges Ziel für mich.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich keine weiteren Erfahrungen mit Autismus habe! Hierzu kann ich keine Ratschläge erteilen, es ist nur ein Zufall, dass diese Diät, die für mich funktioniert um meine chronische Autoimmun-Erkrankung zu verbessern, „Autismus“-Diät genannt wird. Wenn jemand Fragen zu diesem speziellen Thema hat, sollte auf dazu thematisch passenden Seiten nachgelesen werden, hier geht es um ME/CFS, postvirales Erschöpfungssysndrom und Fibromyalgie.