Herr Dr. Hirschhausen hat nachgelegt: Hirschhausen und Long-Covid – die Pandemie der Unbehandelten

Ich hatte ja nach den ersten Sendungen seiner Reihe einige Kritik geäußert, siehe mein Artikel: „Hirschhausen und Weisband sprechen über MECFS„.

„Leider musste ich den Eindruck gewinnen, dass Herr Hirschhausen zwar LongCovid richtig erfasst hat, aber den Zusammenhang mit Myalgischer Enzephalomyelitis (MECFS) nicht begriffen hat, es sind nicht zwei verschiedene Krankheiten, sondern die eine ist eine Folge der Anderen.“

Offenbar war ich nicht der Einzige, dem dies aufgefallen ist, er bekam wohl zahlreiche Zuschriften und, was erfreulich ist, er hat sich weiter informiert. Das merkt man seiner neuen Reportage wirklich an, ich habe selten eine so gut recherchierte zu diesem Thema gesehen und er schafft es wirklich überzeugend die Dinge und Probleme zu benennen. Aktuell kann man diesen Beitrag nur in der ARD Mediathek aufrufen, im freien Fernsehen scheint es für  „Hirschhausen und Long-Covid – die Pandemie der Unbehandelten“ noch
keinen Sendetermin zu geben.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich eine Guck-Empfehlung aussprechen, denn LongCovid und somit auch MEcfs kann wirklich jeder bekommen, mit jeder Re-Infektion steigt das Risiko daran zu erkranken, Impfungen helfen scheinbar nur sehr wenig, auch wenn die Datenlage dazu sehr dünn ist.

Die einzige, leichte Kritik, die ich an dieser Stelle äußern möchte ist der Umstand, dass Herr Dr. Hirschhausen stets vom „chronischen Erschöpfungssyndrom – MEcfs“ spricht. Wir, damit meine ich die Betroffenen, verwenden stets den internationalen Begriff Myalgische Enzephalomyelitis (ME), denn ein bisschen Müde sind wir ja alle mal.

Meine Diagnose lautete damals sogar noch G93.3 G „chronisches Müdikkeitssysndrom“, was in Anbetracht der Schwere dieser Erkrankung wie blanker Hohn klingt, niemand käme heute noch auf die Idee, die durchaus vergleichbare „Multiple Sklerose (MS)“  als „chronisches Muskelsteifheit Syndrom“ zu bezeichnen. Allerdings galt die MS vor der Entdeckung des MRT als „Hysterie“ und wurde auch so behandelt, sprich es war eine psychosomatische Erkrankung, bis es über das MRT den Nachweis gab, dass es sich um Schäden im Gehirn handelt und diese als Diagnose-Kriterium verwendet werden können.

Das Schicksal der Phsychologisierung erwartet heute aber immer noch viele mit ME, was im Bericht von Herrn Dr. Hirschhausen auch erfreulicherweise angesprochen wird.

 

Mich hat eine unbekannte Virus-Infektion mit 29 Jahren erwischt, sie hat mein Leben, so wie ich es kannte, beendet, alle meine Pläne über den Haufen geworfen, mich in finanzielle Schwierigkeiten gebracht, meine Ehe auf die Probe gestellt, meine Familienplanung beeinflusst, meinen Verstand herausgefordert und meine mentale Gesundheit attackiert. Myalgische Enzephalomyelitis bringt dich nicht um, aber sie raubt dir das Leben. Weiterlesen