Die U7a

Heute war der Termin für die U7a. Wir fuhren mit dem Rad und ich bemühte mich, Nebenstrecken zu fahren, denn die kürzeste Strecke ist nicht besonders schön. Leider habe ich mich dabei komplett verfranst, als ich Passanten nach dem Weg fragte, staunten die nicht schlecht: „Was? Zum Krankenhaus in Neuwerk? Das ist doch ganz woanders.“

Gut, das hatte ich mir schon gedacht. Nach einer ausführlichen Wegbeschreibung, die sogar stimmte, fand ich den Arzt, sogar noch pünklich. Unser Sohn benannte Farben, baute Türmchen, schoss und warf Bälle und machte das, was er am zweitbesten kann: Quatschen.

„Oh, super, so wie der redet, brauchen wir ja fast keinen Sprachtest machen.“

Am besten kann er übrigens Dinge zerstören, die ihm nicht gehören. Heute Morgen musste mein MD-Spieler dran glauben, der wurde kurzerhand als Spardose mißbraucht. Als kleine Rache bestellte ich noch eine Spritze beim Arzt, die Hepatitis-Impfung hatten wir seinerzeit nicht durchführen lassen. Das wollten wir nun nachholen, bevor er in den Kindergarten kommt. Er war ganz tapfer, es gab kein Geheule.

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Nächtliche Dusche

Gestern wurde uns die Situation dann doch etwas zu unheimlich, unser Sohn hatte immer noch Fieber, klagte über Bauchschmerzen und wollte immer noch nichts essen, seit Sonntag hat er nichts angerührt, immerhin trinkt er wieder was. Eine Nachbarin empfahl uns einen Kinderarzt in Mönchengladbach-Neuwerk, etwa vier Kilometer von uns entfernt. Ich packte den Kleinen ein und radelte los.

Die Strecke ist nicht besonders schön, die Radwege auf der Straße oder in einem erbärmlichen Zustand. Nach 12 Minuten war ich dort und fand für mein Gespann einen schönen Parkplatz im Hof des Arzthauses.

Ich hatte natürlich keinen Termin gemacht, vor mir standen bereits einige Mütter mit Kindern, nach mir kamen auch noch etliche, bevor die Türe geöffnet wurde. Nach kurzer Anmeldung haben wir eine Stunde tapfer gewartet und kamen dann dran. Der Kinderarzt wirke, erstaunlicherweise, nicht gestresst und gab flott Entwarnung:

Die Übelkeit und das Fieber haben nichts mit den Streptokokken zu tun, es ist ein „normaler“ Magen-Darm-Virus, welch eine Erleichertung. Das bedeutete allerdings auch, dass der Durchfall noch kommen würde.
Kaum zu Hause war es dann soweit, oben und unten gleichzeitig. Der kleine Kerl verbrachte den gesamten Tag auf mir liegend, wimmernd und jammernd.

In der Nacht um 1.00 Uhr rief er nach uns, meine Frau ging in sein Zimmer und ich hörte so was in der Art wie: „Ach du meine Güte, ich glaub ich muss K0%/§n!. Ich denke, ich brauche Hilfe.“

Der Gestank im Kinderzimmer war in der Tat überwältigend, während meine Frau (mal wieder) mitten in der Nacht mit unserem Sohn duschte, brachte ich die Klamotten, den Schlafsack und das Bettzeug zur Waschmaschine und stellte eine 95c° Wäsche an, hoffentlich bleiben keine braunen Flecken zurück.

Ich hatte für die Woche einige Verabredungen geplant und eine Spielgruppe klar gemacht, das muss nun alles wieder ausfallen, wirklich schade.

Auf in den Alltag

Eine harte Woche

Eine harte Woche

Wir sind alle wieder fit. Eine Woche ohne Kinder für unseren Sohn war auch nicht leicht. Ab Montag beginnt wieder der normale Ablauf, vermutlich noch mit einigen Startschwierigkeiten, denn an unserem letzten Wohnort war die Woche gut durchgeplant, da fangen wir nun in Mönchengladbach noch einmal von vorne an.

  • Wo sind die besten Spielplätze, wo findet man vormittags Kinder im passendem Alter, die noch nicht in den Kindergarten gehen?
  • Wo fahre ich mit unserem Sohn am besten zum Einkaufen hin? Aktuell habe ich ja kein Auto mehr zur Verfügung.
  • Wie sind die besten und sichersten Wege, um mit dem Rad samt Chariot durch die Stadt zu kommen?
  • Gibt es vielleicht Spielgruppen, die ich mit dem Racker besuchen kann, um eine Unterspielung erfolgreich zu verhindern?

Hinzu kommt, dass ich meine Tätigkeit als Tagesvater vorerst an den Nagel hängen werde. Das Jugendamt in Mönchengladbach möchte gerne alle Unterlagen neu haben, was recht viele Behördengänge bedeutet, für die ich im Moment weder Lust noch Zeit habe. Ich war naiv und dachte, dass sich die Ämter untereinander verständigen würden.

Da ich laufende Kosten für meine Pflegeerlaubnis habe, werde ich diese mit dem Ablauf der Mitgliedschaft zur Berufsgenossenschaft abgeben. Für den Fall, dass ich spontan ein Kind betreuen möchte, kann ich immer noch eines aus Korschenbroich aufnehmen, das ist ja nur 100 Meter weit weg, gehört aber verwaltungstechnisch zu Neuss. Hier wäre meine Pflegeerlaubis noch gültig, nur den Hausbesuch bräuchte ich neu. Weiterlesen