Möglichkeiten einen Vollzeitvater Vollzeit zu beschäften #1: Brechdurchfall

Am Montag begann es völlig ohne Vorwarnung, ich hatte gerade im Baumarkt neues Katzengras gekauft, als Piet auf dem Weg nach Hause auf der Rückbank anfing zu röcheln und zu würgen. Dank des neuen Kinder-Autositzes konnte ich im Rückspiegel erkennen, dass es ernst war. Dennoch brauchte ich zu lange den Wagen anzuhalten. Piet göbelte auf den wunderbaren, niegelnagelneuen Recaro Young Sport. Einen Teil konnte noch nach draußen abegeleitet werden, aber Piet ging es wirklich dreckig. Zum Glück waren wir mit dem Wagen meiner Frau unterwegs, als erfahrene Außendienstlerin hat sie immer eine Packung Einweg-Wischtücher im Auto. Mit diesen Tüchern wurde Piet wieder vorzeigbar gesäubert, so dass ich doch noch zum Supermarkt fahren konnte. Dachte ich.

Auf dem Rückweg das gleiche Spiel noch einmal, mit dem Unterschied, dass Piet diesmal nicht im Recaro saß, denn der war ja voll gekotzt, sondern im Maxi-Cosi, der zum Glück auch noch im Wagen war. Ich liebe Kombis.
Leider war nun auch der Maxi-Cosi von oben bis untern versaut, super. Das gibt reichlich Arbeit. Zu Hause wurde Piet mit dem Kärcher abgebraust und neu eingelkleidet. Wir auch, denn Piet hatte meiner Frau, gerade angekommen, einen super Empfang bereitet. Mal sehen, ob ich die Jeans wieder sauber bekomme. 🙂

Das ging den ganzen Tag so weiter, bis ca. 16:00 Uhr hatten wir ungefähr 10 Kleidungswechsel hinter uns, in der Mittagspause erwischte es meine Frau, später dann mich. Abends schien alles wieder O.K. zu sein, meine Frau flog direkt am nächsten Morgen sehr früh auf eine Geschäftsreise. Ich fuhr, wie immer dienstags, zum Babyclub, denn die Lage hatte sich ja offenbar beruhigt, Durchfall hatte Piet in der Nacht nicht gehabt, daher ging ich von einer kleinen Magenverstimmung aus. Soll ja vor kommen. Weiterlesen

Shocking Moments

Für den  Sonntag Nachmittag hatten wir einen ehemaligen Arbeitskollegen von mir und seine Frau eingeladen. Der Anlass war unser zweiter Maxi-Cosi CITI SPS DESERT Kinderautositz, den wir preiswert zusammen mit dem Maxi Taxi Birdi gebraucht erworben hatten. Den zusätzlichen Maxi Cosi haben wir nicht verwendet und zum Rumstehen war er einfach noch zu gut in Schuss, daher wollten wir den Autositz wieder abgeben.  Unser Besuch erwartet ebenfalls den ersten Nachwuchs und die beiden kaufen sich gerade die „Erstausstattung“ zusammen.

Die „ist der Süß“-Sprüche hörten schlagertig auf, als Piet begonnen hatte, die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu ziehen. 🙂

Mein Ex-Kollege fragte, ob das, was ich hier im Blog schreibe, wirklich so wäre. Also im Fazit, ob Kinder nur anstrengend sind und keinen Spaß machen. Meine Frau erklärte, dass ich hier fürchterlich übertreiben würde.

Nein, tue ich nicht.

Meine Frau ermahnte mich des weiteren, etwas positiver zu schreiben, damit ich andere Menschen, die Eltern werden wollen, nicht vergraule. O.K., ich gelobe Besserung. Es ist ja nicht so, dass ich hier depressiv rumhängen würde und ich alles doof finde, ganz im Gegenteil. Etwas mehr Schlaf würde die Sache aber noch viel besser machen. 🙂

Am besten passt dazu der Spruch meines Chef zu meinem Abschied in die Elternzeit: Weiterlesen

Maxi-Cosi Citi und Maxi-Taxi Birdi

Als Eltern muss man sich ja an einen völlig neuen Wortschatz gewöhnen. Wickeltasche, Maxi Taxi, Vaporisator und Tripp Trapp waren alles früher böhmische Dörfer für mich. Man gewöhnt sich aber sehr schnell daran.

Einen Kinderwagen Quinny Speedi Autumnhatten wir ja schon zusammen mit einem Maxi-Cosi Cabriofix bei ebay gebraucht ergattert. Sogar in einer männertauglichen Farbe, wofür ich sehr dankbar bin. Das Untergestell vom Quinny ist voll kompatibel mit dem Maxi Cosi, so dass man eigentlich auf ein Maxi-Taxi (*) verzichten kann.

Maxi Cosi Citi mit Sonnenverdeck

Maxi Cosi Citi mit Sonnenverdeck

Allerdings ist das Gestell recht voluminös und passt nicht so gut in meinen kleinen Suzuki Swift, so dass das Untergestell zumeist im großen Kombi meiner Frau lagert. Also schauten wir nach einem gebrauchten Maxi-Taxi und fanden eins bei den ebay-Kleinanzeigen, ausgerechnet in Hückelhoven. Der Preis war sehr fair, der Zustand gut, nur eine Handwäsche war fällig. Febreeze riecht zwar besser als Hund, aber uns dann doch noch zu intensiv.

Zusammen mit dem Maxi-Taxi Birdi bekamen wir noch einen Maxi-Cosi Citi, jetzt haben wir für jeden Wagen einen, was für ein Luxus. Die Farbe passte auch diesmal wieder super, in braun gefällt er mir noch besser als in blau, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Wenn man eine solche Grundausstattung neu kaufen möchte, muss man tief in die Tasche greifen, die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP) liegt bei 209,00 Euro für den Maxi-Cosi Citi CX Astral – Achtrad-Buggy und 144,90 Euro für den Maxi-Cosi CITI DESERT.

Wir haben gebraucht nur einen Bruchteil bezahlt, neu hätten wir uns das Maxi-Taxi wohl auch nicht gegönnt.

(*) Hinweis für alle nicht Eltern: Ein Maxi Taxi ist ein fahrbarer Untersatz, der deutlich kleiner und leichter als ein Kinderwagen-Fahrgestell ist und später auch ohne eine Babyschale als Buggy verwendet werden kann.

Die Ur-Oma und der Ur-Enkel.

Kaum war unser Sohn auf der Welt, kam schon die Frage, oder besser die Aussage,  meiner 94-jährigen Oma:

„Ich sehe meinen Urenkel doch wohl noch, bevor ich sterbe, oder? Ich verstehe ja, dass Ihr nicht in den ersten Tagen kommen könnt, aber zu Ostern wäre ja schon nett.“

Ostern war genau acht Tage nach der Geburt, da weiss man, was Sache ist. Aber am Ostersonntag in ein Altenheim fahren? Nein, das kam nicht in Frage.  So ein Kleinkind ist ein „Tüddel-Magnet“, jeder will mal knuddeln. Das wollte ich weder meinem Sohn, noch meiner Frau, noch mir selbst zumuten.

Wir fanden einen Kompromiss. Wir fahren am ersten Tag nach den Feiertagen und treffen uns mit der Ur-Oma auf neutralem Gebiet im Garten. Dann haben wir unsere Ruhe und Oma hat Piet endlich mal gesehen.

Diese Autofahrt war die Erste seit der Fahrt aus dem Krankenhaus nach Hause. Unser Kind sieht immer noch ein wenig verloren in dem Maxi-Cosi aus, aber Autofahren ist an sich offenbar kein Problem, er hat friedlich geschlummert und wir kamen heile in Schiefbahn (Willich) am Altenheim an.

Ur-Oma und Ur-Enkel

Ur-Oma und Ur-Enkel

Soweit, so gut. Der Plan ist leider nicht so ganz aufgegangen. Es waren reichlich Bewohner des Anwesens im Garten, und die kamen alle bei uns vorbei. Allerdings muss ich zugeben, dass meine stolze Omi ein wirklich netter Anblick war. Ich hätte doch noch Fähnchen mit der Aufschrift: „Das ist MEIN Ur-Enkel“ drucken lassen sollen. 😉

Aber so war es auch gut, konnte Sie den Satz doch immerhin mindestens ein Dutzend mal an den Mann oder die Frau bringen, mit einem breitem Grinsen im Gesicht.

Leider hat die zweite Ur-Oma, im gleichen Alter aber mit Demenz,  nicht mehr verstanden, dass Sie eine geworden ist. Schade.

Etwas später, als sich einige wenige der interessierten Passanten nicht zurückhalten konnten und den Kleinen anfingen zu begrabbeln, wurde es meiner Frau zu viel und wir flüchteten. Meine Oma schaffte es noch den erwarteten Satz zu sagen:

„Aber du kommst doch jetzt öfter mit meinem Ur-Enkel vorbei, ich habe doch nicht mehr so viel Zeit.“

Wo Sie Recht hat, hat Sie Recht. 🙂