GFCF, Paleo, Low-Carb, LCHF, Steinzeit-Diät – eine kleine Definition

An den Kommentaren und Rückfragen hier im Blog bemerke ich eine kleine Verwirrung, daher habe ich mich doch dazu entschlossen, hier ein wenig mehr Licht ins Dunkel zu bekommen. Ich bemühe mich nun um eine kleine Erläuterung in eigenen Worten, die Auslegung kann aber durchaus abweichen, denn es gibt hier keine echte Norm.

GFCF:

Die gluten- und caseinfreie Ernährung ist keine Diät im modernen Sinne, diese dient nicht zur Gewichtsreduktion. Man verzichtet auf den Verzehr aller glutenhaltigen Getreide (Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer u.s.w.) und auf Produkte die diese Getreidesorten beinhalten (Pizza, Pasta, Brot, Burger u.s.w.) sowie auf alle (!) Milchprodukte, auch auf Ziegenmilch und Schafsmilch. Es geht hierbei nicht um Lactose (Milchzucker), sondern um die Proteine. Die Proteine unterscheiden sich zwar von Tierrasse zu Tierrasse, das spielt für die gfcf-Ernährung aber genaugenommen keine Rolle. Der Sinn dieser Ernährungsweise liegt in einer Verbesserung des Gesundheitszustandes bei sensiblen Menschen und Menschen mit einer festgestellten Intoleranz (Nahrungsmittelunverträglichkeit, keine Allergie) gegen die Eiweiße aus Getreide und Milch.

Paleo:

Die Paleo-Ernährung wird auch Steinzeit-Diät genannt, wie bei der gfcf-Ernährung ist es keine Diät zum Abnehmen, das ist bestenfalls ein Nebeneffekt. Die Paleo-Ernährung schließt eine gfcf-Ernährung mit ein, geht aber noch ein Stück weiter und verzichtet zusätzlich auf kohlenhydratreiche Kost, wie Reis, Mais, Hirse, Hülsenfrüchte und Kartoffeln. Einige Nahrungsmittel sind in kleineren Mengen toleriert, wie Wildreis und Buchweizen, manchmal (nach Auslegung) auch Kartoffeln und einige Hülsenfrüchte. Sämtliche verarbeiteten Lebensmittel werden vermieden, indbesondere alle zuckerhaltigen. Die genauen Regeln kann man in diversen Blogs nachlesen, z.B. auf Deutsch bei Urgeschschmack.de oder auf Englisch bei marksdailyapple.com. Das Verhältnis von Kohlenhydraten zu Eiweißen ist nicht genau festgelegt. Die Faustregel sagt unter 100-150 g Kohlenhydrate am Tag, über 0,8 g Eiweiß je Kg Körpergewicht am Tag, Fette nach belieben, oder bis zur gesetzten Kaloriengrenze, dann nimmt man damit auch ab. Weiterlesen

Toskanischer Bohnensalat, aus weißen Riesenbohnen mit Büffel-Mozzarella, glutenfrei, LCHF

Ich hatte gestern noch einmal meinen „Eintopf der Provence“ gekocht, die Kinder lieben ihn und wir essen ihn auch sehr gerne. Ich hatte die weißen Riesen-Bohnen wieder selbst gekocht und keine aus der Dose genommen, da ich aber nur 250 g (trocken) brauchte, hatte ich 250 g übrig. Also suchte ich mir ein neues Rezept und habe es gleich ausprobiert: Toskanischer Bohnensalat mit Büffel-Mozzarella.

Toskanischer Bohnensalat, glutenfrei

Toskanischer Bohnensalat, glutenfrei

Der Salat ist nicht caseinfrei, aber ich habe echten Büffel-Mozzarella gekauft. Dieses Casein (Typ A2) hat eine andere Struktur als das aus Kuhmilch (Typ A1), ich vertrage es prinzipiell zwar auch nicht gut, aber besser als vergleichbare Produkte mit Typ A1. Die kritische Menge, also die Menge ab der ich Probleme bekomme, ist deutlich höher, so dass ich mir hin und wieder mal was gönnen kann. Allerdings maximal zwei Mal die Woche mit mindestens drei Tagen Abstand.

Den Tipp mit den Casein-Typen habe ich von der Seite „Urgeschmack“:

„A1-Milch und A2-Milch verhalten sich bei der Verdauung unterschiedlich. Anders als die A2-Milch wird in der A1-Milch die Kette der Aminosäuren aufgespalten, so dass das Opiat Beta-Casomorphin-7 (BCM7) entsteht. Soweit die nach derzeitigem Stand der Wissenschaft gesicherten Fakten.“ Urgeschmack.de

Jetzt zum Rezept:

Die gekochten Bohnen in eine Schüssel geben und vier Esslöffel Oliven-Öl dazu. Eine Stangengurke entkernen und klein würfeln, ebenso 250 g Büffel-Mozarella klein würfeln und dazu geben. Vier Esslöffel Balsamico und etwas Tomatenmark unter heben und nach Geschmack salzen und Pfeffern. Wer mag kann statt Tomatenmark auch eingelegte Tomaten verwenden, diese dann ebenfalls klein schneiden. Die Nährwerte beziehen sich aber auf die Variante mit Tomatenmark. Dazu gebe ich noch ein wenig „Italienische Gewürzmischung“, die ich, ebenso wie die Kräutermischung „Cafe de Paris“, beim Bremer Gewürzhandel erworben habe.

Eine große Portion, ein Viertel der Gesamtmenge, enthält 24 g Kohlenhydrate, 25 g Fett und  21,5 g Eiweiß. Nach WW sind es 10 Punkte. Die Kosten betragen insgesamt ca. 7,00 Euro.

Low-Carb – Paleo-Ernährung, oder doch LCHF?

Ich ernähre mich seit zwei Jahren gluten- und kaseinfrei. Anfangs habe ich dadurch insgesamt 10 Kg abgenommen, diese später, als ich mich daran gewöhnt hatte, allerdings auch wieder zugenommen.

Seit ich zu Hause bin, hatte sich an meinem Gewicht auch nicht mehr viel geändert, da ich auch kaum noch zum Sport gekommen bin und auch das Tanzen spät am Abend einfach nicht mehr geschafft habe. Bereits mit einem Kind und den üblichen Einkäufen ist mir klar geworden, dass sich am Gesamtgewicht etwas ändern muss, wenn ich weiterhin in der Lage sein möchte, ein bis drei Kinder plus Zubehör in die dritte Etage zu wuchten. Da kommen schnell 30 Kg zusammen, jedes Kilogramm, das man selbst zu viel auf den Rippen hat, macht sich da direkt bemerkbar.

Ich hatte daher bereits im März begonnen abzunehmen. Der Plan sah 1 kg in der Woche vor, ich zählte mal wieder Punkte in Eigenregie, das funktioniert ganz gut. Die ersten 10 Kg waren wie geplant runter, dann kam die berühmte Mauer, es ging wochenlang nicht voran. Ich suchte Hilfe bei einem Freund, der gerade eine sehr strenge Bodybuilding-Wettkampf-Diät macht, die ist nicht unbedingt gesund, aber er kennt sich gut aus, denn der macht das öfters.
Er vermutete eine zu hohe Aufnahme von Kohlenhydraten und zu wenig Sport, zu diesem Zeitpunkt war es nur eine Stunde in der Woche.  Er gab mir Hausaufgaben, sozusagen, ich sollte das Verhältnis von Eiweißen (EW) zu Fetten und Kohlenhydraten (KH) ermitteln und genau aufschlüsseln und die KH reduzieren, die Eiweiße erhöhen und mehr Sport treiben. Damit erfülle ich quasi die Kriterien einer Low-Carb-Ernährung.

Gesagt – getan. Das brachte eine kleine Überraschung, denn obwohl ich mich extrem genau an meine 30 Punkte je Tag gehalten habe, waren die tatsächlichen Kalorien (kcal) extrem verschieden. (Hinweis: 1 g KH und EW hat je 4,1 kcal, Fett 9,3)  Ich nahm täglich zwischen 1500 kcal und 2100 kcal zu mir, bei dreimal Sport (1 Stunde) und zwei Stunden Radfahren in der Woche. Bei einem Grundumsatz von 4200 kcal war das Kaloriendefizit, zumindest das Theoretische, enorm.

Nach einigen Tagen purzelten die Kilos, endlich, so muss das sein.

Ich holte mir noch ein wenig Hilfe in Form von Proteinpulver. Da ich ja kein Kasein vertrage, verwendete ich zuerst Protein aus Soja, dies stellte sich allerdings leider als extrem widerlich heraus. Durch Zufall landete ich auf einem Blog, der sich auch mit gfcf-freier Ernährung beschäftigt, allerdings im Rahmen der Paleo-Ernährung.

Dort fand ich einen guten Hinweis, denn Whey-Proteinpulver ist kaseinfrei, das war mir völlig neu. Das probiere ich dann ab nächster Woche aus und das Soja-Zeug landet im Müll. Ergänzend verwende ich nun auch noch Aminosäuren, um bei der Gewichtsreduktion meine Muskeln zu schützen. Zu Beginn war das Verhältnis von KH zu EW 3:1, nun ist es 1:1, was im Klartext bedeutet, dass ich 200 g Kohlenhydrate und 200 g Eiweiß am Tag zu mir nehme und dies bei 30 g Fett. Bei meinem Gewicht sind 200 g KH definitiv Low-Carb, selbst, wenn ich wieder mehr kcal zu mir nehmen sollte, werde ich hier bei 200 g am Tag bleiben und dafür mehr hochwertige Fette zu mir nehmen, das wäre dann eine LCHF-Ernährung.

Laut der üblichen BMI-Berechnung bin ich aktuell mit einem BMI von 32 immer noch stark übergewichtig, obwohl ich bereits 15 Kg abgenommen habe. Der BMI ist allerdings sehr ungenau bei Personen, die relativ viel Sport treiben und daher über mehr Muskelmasse verfügen. Auch in diesem Punkt konnte mein Bekannter helfen, indem er eine 7-Punkt-Kalipper-Messung durchführte. Das Ergebnis war nicht ganz so niederschmetternd, wie der BMI. Demnach habe ich mein Idealgewicht bei 89 Kg (<5% Fett) und Normalgewicht bei 95 kg (ca. 10 % Fett), beides halte ich innerhalb dieses Jahres für erreichbar. Wenn ich die 89 kg schaffen sollte, ohne Muskelmasse zu verlieren, überlege ich mir vielleicht doch mal den Start bei der GNBF-Meisterschaft, denn „geschummelt“ habe ich noch nie.

 

Rezept für Blumenkohl-Hack, ein typisches Gericht der Paleo-Community

Die Gerichte mit dem geringstem Aufwand und den wenigsten Zutaten sind meist überraschend lecker. Interessant finde ich dies vor allem dann, wenn man etwas neues ausprobiert und von dem Ergebnis absolut positiv überrascht ist, obwohl das Gericht so simpel erscheint. Das Blumenkohl-Hack ist ein super Beispiel dafür.

Die Idee kommt von der Seite Urgeschmack, ein Blog, der sich mit der Paleo-Ernährung beschäftigt.

Den Blumenkohl kochen oder dünsten, bis er schön weich ist (ca. 20-25 Minuten). Gleichzeitig das Hackfleisch mit einer Zwiebel schön kräftig krümelig anbraten, dann salzen, pfeffern und mit etwas Paprikapulver bestreuen. Das Zugeben von Öl ist nicht notwendig. Wenn der Blumenkohl gar ist, diesen (ohne Kochwasser) zu dem Hackfleich geben und stampfen, ein Esslöffel Honig hebt den Geschmack. Das wars! Die Kinder fanden es auch super.

Nährwerte für eine Portion: KH 11g, Fett 22g, EW 36 g

Punkte: 7,5

Kosten, gesamt: 3,50 Euro

Zutaten (vier Portionen):

  • ein Blumenkohl, mind. 1Kg
  • 500 g Hackfleisch, ich nehme halb/halb
  • eine Zwiebel
  • Honig, 1 EL
  • Salz, Pfeffer, Paprika