Präsentationsmappe für die Kinder-Tagespflege

Schon während des ersten Kurses zur Kinder-Tagespflege-Person, wurde uns mehrfach mitgeteilt, wie wichtig die Eigenwerbung ist. Die Vorschläge im Unterricht waren alle recht “analog”, die Webpräsenz scheint für die meisten Tagesmütter keine Rolle zu spielen. Ich schreibe extra Tagesmütter, da alle Tagesväter, von denen ich weiß, eine eigene Homepage online gestellt haben.

Es gab Visitenkarten, die ich natürlich auch habe, Flyer und vor allem die Präsentationsmappe. Im Unterricht haben wir sogar einen Abend lang mögliche Konzepte und die Aufmachung besprochen. Ich fand, wie ich bereits geschrieben habe, alle Mappen eher nicht so toll. Die meisten sahen aus wie “mein erstes Kindergartenbuch”, eben sehr wenig professionell. Könnte auch an meinem letzten Job als Produktmanager liegen, mein Anspruch an den Stil ist seitdem erheblich gestiegen. Eigentlich bin ich der Meinung, dass mein Blog und den Seiten zur Kindertagespflege völlig ausreichend sind, allerdings habe ich inzwischen auch festgestellt, dass auch viele Eltern noch sehr “analog” unterwegs sind und mit meiner Online-Präsentation etwas überfordert sind.

Also habe ich mich noch einmal hingesetzt und mir überlegt, wie man eine Präsentationsmappe für die Kinder-Tagespflege etwas professioneller gestalten könnte. Die Programme, die für das Erstellen notwendig sind, bekommt man als legale Freeware im Netz, ich selbst verwende schon seit Jahren nur noch Open-Office. Ein vernünftiges Layout bekomme ich sicherlich damit hin, aber wie bringe ich es zu Papier?

Ich hatte sehr schnell die Idee, Messemappen drucken zu lassen. Die sind natürlich eigentlich für Unternehmen gedacht, aber wer sagt, dass man die nicht auch für andere Zwecke verwenden kann? Die Kosten sind nur unwesentlich höher, als bei einer selbstgebauten Mappe im Schnellhefter, nebenbei kann man natürlich beide Versionen als Werbekosten in der Steuererklärung angeben. Einen Haken hat die Sache allerdings, denn die Auflagen beginnen bei den meisten Anbietern erst bei 100 Stück. Da sich der Inhalt innerhalb eines Jahres sicherlich überholen würde, ist das etwas viel und lohnt sich vermutlich nur für Großtagespflegestellen, die entsprechend viele Anfragen in einem Jahr haben. Für mich kommt es daher im Moment nicht in Frage.

Kleiner Tipp, für alle, die noch keine Ahnung haben, was in eine Präsentationsmappe für die Tagespflege rein sollte:

  1. Konzept (Pädagogischer Ansatz)
  2. Informationen über den Ort der Betreuung
  3. Zusammenstellung der Tagesgruppe
  4. Typischer Tagesablauf und Rituale
  5. Eingewöhnung
  6. Ernährung / Kochen
  7. Hygiene
  8. Schlafen, Spielen, Aktivitäten
  9. Dokumentation und Beobachtung
  10. Förderung bei Defiziten
  11. Zusammenarbeit mit den Eltern
  12. Infos zum Betreuungsvertrag

 

Der erste Kindergeburtstag

Es heißt, für jedes Jahr soll das Kind ein Gastkind einladen dürfen. Das wäre ja nur ein Kind gewesen, das fanden wir irgendwie zu wenig. Daher haben wir vier Kinder mit Begleitpersonen eingeladen und dafür als Ausgleich die gesamte Verwandtschaft ausgeladen. Die kommen nun schön verteilt im laufe der nächsten Tage. Gekommen sind dann letztendlich zwei Kinder, genauer gesagt zwei Mädchen mit den Müttern. Die Väter waren krank bzw. verhindert, schade.

Unser Kind fand es leider nicht so schön, wie wir es gerne gesehen hätten. Er spielt zwar mit großer Begeisterung mit anderer Kinder Spielzeug, wenn wir woanders sind, aber sein Spielzeug teilen ist offenbar ein Konzept, das er bisher nicht vorgesehen hat. Er fand es total blöd, dass die Mädels auch Spaß mit seinem Kram hatten. Da wurde uns beiden noch einmal dringend klar, dass wir schnellstens ein Tageskind brauchen, damit der Sohn rechtzeitig teilen lernt.
Er brüllte also die halbe Zeit, statt sich mit seinen Gästen zu beschäftigen. Hmm, dumm gelaufen.

Unsere Katze erklärte den beiden neuen Kindern direkt auch, was erlaubt ist und was nicht. Als erfahrene Mutter läuft man vor neuen Herausforderungen schließlich nicht weg. Nach einiger Zeit war es ihr dann aber doch zu viel und sie verzog sich auf die obere, kinderfreie Etage und ward nicht mehr gesehen.

Wir hatten vormittags eingeladen und gegen Mittag ging unser Sohn fix und alle in sein Bett, die Gäste reisten wieder ab. Jetzt pennt er und ich habe Zeit diesen Artikel zu schreiben, was machen wir denn nun mit dem angefangenen Geburtstag?

Wir hatten unser Geschenk ja bereits erhalten, denn vorletzte Nacht hatte das Kind durchgeschlafen, von 19:00 Uhr abends bis 7:00 Uhr morgens.

Vormittags war er bei meiner Mutter, dort wird er ja bekanntlich dauerbespaßt, das ist anstrengend, für beide. Geschlafen hat er mittags nicht, er hat sich mal wieder mit allen Mitteln dagegen gewehrt. Am Nachmittag kamen dann Freunde von uns, die wir, seit deren Kinder auf der Welt sind, eher selten gesehen haben. Die beiden Jungs sind inzwischen 2 und 5 Jahre und, sagen wir mal, aktiv.

Unser Sohn wollte gerne beim Toben mitmachen und sah sehnsüchtig dabei zu, wie die Beiden unser Wohnzimmer auf links gedreht haben. Auf so was sind wir aber inzwischen gut vorbereitet, so dass dem Spaß nichts im Weg stand. Als sich die Action allerdings in sein Spielzimmer verschob und “sein” Bobby-Car in Gebrauch genommen wurde, war der Spaß vorbei. Das fand unser Sohn jetzt total unfair, denn damit spielt er mit etwas Hilfe auch mit 12 Monaten bereits sehr gerne. Der Besuch war noch da, als meine Frau ihn in sein Bett brachte. Er fiel direkt in eine Art komatösen Schlaf. Wir wachten in der Nacht einige Male auf, weil er sich so gar nicht rührte, es war allerdings alles in Ordnung. Was haben wir dabei gelernt?

  • Das Kind kann durchschlafen, es ist biologisch möglich
  • Unser Wohnzimmer ist auch für Kinder über drei Jahren geeignet
  • Ein Bällebad, eine Kinderrutsche und ein Bobby-Car können auch Fünfjährige noch beschäftigen
  • Kinder können mit fünf Jahren ein iPad sicher bedienen
  • Unsere Katze ist extrem kinderresistent

20 Minuten

Bisher ist im Bereich “Tagesvater” auf dieser Homepage, in der Rubrik “Pädagogisches Konzept”, noch nicht viel Inhalt zu finden. Das hat einen guten Grund, denn die pädagogische Ausbildung startet erst im Modul 2 meiner Ausbildung zur Kindertagespflegeperson. Der erste Abend für den zweiten Teil fand diese Woche Montag statt, am anderen Ende von Neuss.

Es ist eine komplett neue Gruppe, alle haben den Teil 1 bereits abgeschlossen, das heißt alle Teilnehmer haben bereits die Berechtigung eine Pflegeerlaubnis zu beantragen. Wie im ersten Kurs, habe ich auch diesmal auf Anhieb nur wenige der anwesenden Tagesmütter für meinen eigenen Sohn als passend eingestuft. Irgendwie erschreckend. Ich bin übrigens wieder der einzige Mann in der Forbildung. Aber kommen wir zum eigentlichen Thema.

Unsere Dozentin fragte in die Runde, wie lange wir uns für einen durchschnittlichen “Wickelvorgang” Zeit nehmen würden, bzw. sollten. Ich beantwortete diese Frage mit: “2-3 Minuten, wenn ich es drauf anlege, schaffe ich es auch deutlich unter einer Minute, genauer gesagt in 38 Sekunden.”  “Sie haben die Zeit gestoppt?” Kam entrüstet das Kommentar von links. “Ja, sagte ich, klar, ich bin ein Mann.” Das war eigentlich ein Witz, fand aber irgendwie gar keiner lustig. Die Dozentin sah mich mitleidig an und sammelte weitere Zeitangaben ein. Als sie jedoch sagte: “Ein durchschnittlicher Wickelvorgang sollte 20 Minuten dauern“, muss in meinem Gesicht das Entsetzen gestanden haben. Weiterlesen