Wegen dem Bisschen…

Gestern habe ich mich ernsthaft gefragt, ob unser Sohn es in den Kindergarten schafft, oder ob er von mir vorher in ein dunkles Kellerverlies gesperrt wird und ich einfach den Schlüssel wegwerfe. Was unser Kind in den letzten Tagen hier auf die Beine stellt, entbehrt jeder Beschreibung, ich kann es wirklich nicht in Worte fassen. Ich gehe auf dem Zahnfleisch.

Unser Sohn macht ohne Unterbrechung Unsinn. Dabei handelt es sich um Klassiker wie: „Ist die Herdplatte heiß“, oder: „Geht Teil X kaputt, wenn ich Teil Y draufwerfe?“

Es waren aber auch einige neue Kracher mit von der Partie. Ich bin unten in der Küche, mein Sohn oben auf der Toilette, was toll ist, denn er ist seit einigen Tagen voll „trocken“. Auf einmal hörte ich meine Frau kreischen. Folgendes war passiert:

Unser Sohn war auf Toilette und hatte die gesamte Toilettenpapier-Rolle „versehentlich“ versenkt. Die holte er mit der Toilettenbürste wieder raus, was ein wenig viel gekleckert hat. Also putzte er das Bad, mit, genau: Der Toilettenbürste. Das hat nicht so gut funktioniert, also besorgte sich der Hausmann in Spe einen Swiffer und legte los, wobei er die Krümel vom Katzenklo mit dem Wasser auf dem Boden vermischte. Lecker. Es wurde so nicht wiklich besser, also ergriff er die Initiative, holte ein großes Handtuch, packte es sorgfältig in ein Waschbecken, so dass alle Öffnungen gut verschlossen waren und machte den Hahn volle Pulle an… Weiterlesen

Ich hab jetzt was eigenes: Zertifizierte Kindertagespflegeperson

Mit dem Bestehen der mündlichen Prüfung (Fachgespräch) am heutigen Morgen bin ich nun offiziell ein zertifizierter Tagesvater. Ob es eine der anderen Tagesmütter nicht geschafft hat, ist mir bisher nicht bekannt, allerdings haben zwei Mitschüler auf die Abschlussprüfung und somit auch auf das Zertifikat verzichtet.

Die schriftliche Prüfung habe ich bereits vor einigen Wochen abgelegt.

Ich verzichte mittlerweile darauf, das Zertifikat „Jodeldiplom“ zu nennen, nachdem mich eine Mitschülerin darauf aufmerksam gemacht hat, dass sie selbst ein solches besitzt und das gar nicht einfach war. 🙂

Die Ausbildung und die Prüfung, damit meine ich den schriftlichen und mündlichen Teil, entsprach in etwa dem, was ich für eines meiner LK-Fächer im Abitur geleistet habe (ich war eher bequem). Was man aus der Fortbildung macht, hängt allerdings stark vom eigenem Interesse ab. Zum Ende hin wurde es erheblich interessanter, aber es lag nicht nur an den Themen, sondern auch an den Dozenten.

In Neuss kann man aktuell noch ohne Zertifikat tätig werden, in Viersen und Düsseldorf ist das inzwischen nicht mehr möglich. Der Umfang der Ausbildung soll in naher Zukunft noch erheblich erweitert werden, für bereits zertifizierte Tagespflegepersonen wird es sicherlich Fortbildungen geben. Ich bin darauf sehr gespannt, aber zuerst möchte ich mein Zertifikat in den Händen halten. Die Zertifikatsverleihung findet erst im April statt.

Die Seiten hier im Blog werde ich erst in den nächsten Wochen anpassen, also nicht wundern.

Abschlussarbeit (Klausur) der Ausbildung zur Kindertagespflegeperson

Nächste Woche ist es soweit, die schriftliche Prüfung (Klausur) in meiner Ausbildung zum Tagesvater (Kindertagespflegeperson) steht an. Die Klausur folgt genauen Regeln und geht über zwei Zeitstunden. Mir persönlich wäre ja das Schreiben an einem Computer lieber gewesen, aber die Arbeit muss handschriftlich erfolgen. Meine Handschrift wird für die Prüfer sicherlich eine Herausforderung. 🙂

Das Thema durfte man in gewissen Grenzen selbst wählen, ich habe mich für eines aus dem Bereich der Entwicklungsbeobachtung und Dokumentation entschieden, weil mir dies sehr viel Freude bereitet und ich das Thema sehr spannend finde. Meinen Klausurentwurf kann man hier nachlesen:

Die Bildungs- und Entwicklungs-Dokumentation in der Kindertagespflege mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel

Die handschriftliche Version wird sicher abweichen. Ich bin auch noch nicht ganz fertig, das Fazit und die Feinarbeit fehlen noch.

Alle Leser dürfen mir natürlich die Daumen drücken. 😉

18 Monate: Feinmotorik und Visuomotorik

Beim Steckspielen

Beim Steckspielen

Kindertagespflegepersonen sind vom Gesetzgeber dazu angehalten, die Betreuung und Entwicklung ihrer anvertrauten Kinder zu beobachten und auch zu dokumentieren. Ich komme dieser Aufgabe gewissenhaft nach und orientiere mich dabei an den Richtlinien für Kitas und der entsprechenden Fachliteratur, also Arbeitshilfen für Krippen und Kindergärten.

Die eigentliche Dokumentation mache ich zwar auch webbasiert, aber natürlich nicht öffentlich sichtbar. Zugriff auf die Berichte haben nur die Erziehungsberechtigten der Kinder. In festen Abständen mache ich kurze Notizen über Fortschritte in der Entwicklung und in regelmäßigen Abständen auch richtige „Tests“, wobei diese natürlich immer in das tägliche Spiel mit einbezogen werden.

Bei diesen Tests wird grundsätzlich in verschiedene Entwicklungsbereiche unterschieden:

  1. Haltungs- und Bewegungssteuerung
  2. Feinmotorik und Visuomotorik
  3. Sprache rezeptiv und expressiv
  4. Kognitive Entwicklung
  5. Soziale Entwicklung
  6. Emotionale Entwicklung

Zu jedem Entwicklungsbereich gibt es zahlreiche Hinweise und kleine Tests oder Aufgaben, die man mit den Kindern machen kann, um den entsprechenden Stand festzustellen. Diese entsprechen sozusagen den „Mindestanforderungen“, die alle Kinder im gleichen Alter erreichen sollten. Dies bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass sobald eine Aufgabe nicht bewältigt wird, gleich ein Defizit vorhanden ist.

Scheibenturm, Steckspiel

Scheibenturm, Steckspiel

Die Aufgaben im Bereich Feinmotorik und Visuomotorik  für ein 18 Monate altes Kind stelle ich hier nun kurz vor. Dies passiert aus aktuellem Anlass, denn Piet ist nun genau 18 Monate alt und hatte zuletzt die Anforderungen für 12 Monate alte Kinder in diesem Bereich nicht wirklich erfüllt, in anderen Bereichen war er dafür weit voraus. Über die Zeit relativieren sich Vorsprünge und Rückstände meist.

  1. Aufgabe: Das Kind kann zwei bis drei Holzbauklötze, mit einer Kantenlänge von 3 cm, sicher aufeinander stapeln und so einen kleinen Turm bauen.
  2. Aufgabe: Das Kind kann Gegenstände zusammenstecken, zum Beispiel mit einem Steckbrett oder einer Steckpyramide
  3. Aufgabe: Das Kind kann mit Stiften auf Papier kritzeln, typischerweise mit Wachsmalern oder Buntstiften
  4. Aufgabe: Das Kind setzt den Zeigefinger gezielt zum aktivieren von Objekten ein Weiterlesen

„Bloß kein Druck“ – Förderauftrag in der Kinder-Tagespflege

Bei uns in der Familie ist die Formulierung „bloß kein Druck“ ein sarkastischer Ausdruck für genau das Gegenteil, und dies schon lange bevor der Sohn da war. Immer wenn die Vorgesetzten einem erzählen, dass sie ja keinen Druck aufbauen möchten, tun sie in der nächsten Minute genau das:

„Ich möchte sie ja nicht unter Druck setzen, aber das muss heute noch raus…“

Vermutlich kennen solche Situationen die meisten Leser des Blogs, es gibt ja auch zahlreiche Ratgeber in Buchform, wie man damit umgehen soll. Wir verwenden die Redewendung immer dann, wenn wir uns über uns selbst, oder auch über Kommentare von anderen in unserer Nähe lustig machen. Seitdem wir Eltern sind, hat dies eine neue Qualität erreicht.

Als Kindertagespflegeperson hat man ein klar definierten Förderauftrag, um diesen erfüllen zu können, muss man viel beobachten und vergleichen. Naturgemäß machen das alle Eltern, die pädagogische Fortbildung hilft jedoch, ein möglichst realistisches Bild zu erstellen und vor allem, von allen Seiten zu beobachten. Wenn man einmal gewohnt ist, darauf zu achten, macht man es immer.

Einmal Tagesvater, immer Tagesvater.

„Mein Kind kann das und das schon lange…“ ist eine typische Formulierung von Eltern, die man auf Spielplätzen trifft. Wir sind da keine Ausnahme, viel wichtiger ist es aber zu erkennen, was das Kind noch nicht kann und es genau an dieser Stelle ein wenig fördern. Unser Sohn ist für sein Alter sehr aktiv und klettert gerne. Da er die meiste Zeit mit mir verbringt, darf er auch im Vergleich recht viel und lernt es dadurch natürlich auch umso besser. Fördern muss ich ihn zum Beispiel in ruhigen Dingen, wie Puzzeln, mit Bausteinen spielen, oder Bücher „lesen“.

Da hat er ein kleines Defizit.

Wenn wir auf den Spielplätzen sind, fällt anderen Eltern meist auf, was ihre Kinder im Vergleich zu unserem Sohn motorisch noch nicht können. Bis zu einem gewissen Alter der Kinder spielt das auch keine Rolle, irgendwann kommt aber der Punkt, wo es eben nicht mehr „normal“ ist. Mit 18 Monaten muss ein Kleinkind noch keine 4 Meter Rutsche alleine hochklettern, auch wenn der Sohn das mit Vorliebe macht. Übrigens sehr sicher, ich bin zwar immer in der Nähe zum Sichern, aber er darf alles austesten. Er rutscht erstaunlich selten ab, viel seltener als ich Schnapp-Atmung dabei bekomme.

Ich bin zwar auch stolz auf meinen Sohn, aber manchmal wäre es mir lieber, er würde mit den anderen 12 Kindern einfach nur im Sandkasten spielen.

Als meine Frau mit unserem Sohn gestern auf dem Spielplatz des Kinderbauernhofes war, bekam sie eine typische „bloß-kein-Druck-Situation“ mit. Ein Junge, der doppelt so alt war wie unser Kleiner, traute sich nicht alleine auf die Rutsche zu klettern und anschließend traute er sich nicht zu rutschen und hielt sich krampfhaft fest. Unser Sohn war noch in einer Pfütze beschäftigt, eigentlich war es ein kleiner See, als er begriff, dass da noch eine Rutsche steht, von der aus man super in die Pfütze (See) rutschen kann. Sofort rannte er los, erstürmte die Rutsche, schubste den anderen Jungen auf Seite, rannte zur Kannte ohne sich festzuhalten, setzte sich hin und stürzte sich mit lautem Jubelgeschrei in die Tiefe.

Der Vater des anderen Jungen stand mit offenem Mund daneben. Als er seine Fassung wiedererlangt hatte, sagte er zu seinem Sohn:

„Schau mal, das kleine Baby kann das auch schon, du musst das jetzt auch können!“

Bloß keinen Druck.

Die Reaktion des Vater halte ich für völlig unangemessen, denn dieses Defizit, und es ist tatsächlich eines, hat sich ja langsam heraus gebildet. Jetzt von seinem Sohn zu verlangen auf einmal freihändig zu Rutschen, ist vergleichbar damit, einem Analphabeten zu sagen, er soll jetzt sofort ein Buch lesen. Nur weil Rutschen motorisch ist, ist es nicht einfacher. Um es mit den Worten von Frau Pickler zu sagen: „Lass es mich selbst tun, lass es mich selbst versuchen.“

Bei dem Satz hatte sie recht, auch wenn ich von ihrer Wickelmethode immer noch nicht viel halte.

Instrumental aggressive Handlung

Der zweite Teil meiner Ausbildung zur qualifizierten Kindertagespflegeperson (zertifizierter Tagesvater/ Tagesmutter) ist erheblich anspruchsvoller, als der erste Teil. Genaugenommen hängt die Qualität der Ausbildung zum Großteil von einem selber ab, denn Noten gibt es nicht. Ob man im Kurs etwas mündlich beiträgt, oder nicht, ändert rein gar nichts. Ob ich die Unterlagen zu Hause noch einmal durcharbeite, oder eben nicht, interessiert bisher niemanden. Das Gleiche gilt für ergänzende Literatur, also Bücher, die sich mit Pädagogik beschäftigen.

Netterweise kann man viele Bücher bei unserer Dozentin leihen, das spart viel Geld und erspart so manchen Fehlkauf. Nicht alle Bücher sind meinem Geschmack und meinem Anspruch nach passend. Viele sind auf dem Niveau für Grundschulkinder und damit meine ich nicht die pädagogische Zielgruppe.

Ich musste da letztens an meinen Deutsch-Unterricht in der Berufschule denken, die ich nach dem Abitur besuchte. Ich hatte Deutsch als fünftes Abifach und Geschichte als LK, was auch wie Deutsch ist, nur ohne Goethe. Für die erste Stunde mussten wir ein Heftchen zur neuen, deutschen Rechtschreibung kaufen, mit dem Titel: „Ich bin ein Delphin oder ein Delfin?“

Kein Satz in diesem „Unterrichtsmaterial“ war länger als Subjekt-Prädikat-Objekt.
Ungefähr auf diesem Niveau ist ein Drittel der Bücher, die uns im Kurs empfohlen werden. Ein weiteres Drittel wendet sich an „Laien“, also Eltern, diese Bücher sind teilweise recht gut. Es gibt aber auch einige Bücher, die wurden für Sozialpädagogen und Kinderpsychiater geschrieben. Davon habe ich gerade einige hier, das ist wirklich harter Stoff.

Das Lesen macht da nur bedingt Spaß.

Spannend wird es dann, wenn man einige Beispiele für Verhaltensweisen aus den Büchern gerade bei seinem eigenem Kind beobachten kann. Als wir am Dienstag in der Krabbelgruppe waren, hatte unser Kind noch seinen Beißring an der Jacke, er bekommt gerade einen Eckzahn. Diesen Beißring fand ein anderer Junge total spannend und griff nach diesem, da hing ja aber noch mein Sohn dran. Der schaute sich das einen Moment lang an, zog ebenfalls an der Kette für den Ring und als dies keinen Erfolg bracht, denn der andere Junge ist gleichalt, gleich schwer und motorisch gleich fit, schubste der Sohn ihn einfach um. Voila! Das nennt man eine instrumental aggressive Handlung.

Daran merkt man, dass die Ausbildung doch ihre Spuren hinterlässt.

Kinder bis zu einem Alter von 16-18 Monaten zeigen noch keine beabsichtigte Aggressivität, um einen anderen Menschen zu verletzen. Die Aggressivität der Handlung ist vorher immer Objektbezogen (instrumental), wenn andere Kinder dabei in Mitleidenschaft gezogen werden, ist dies ein echter Kollateralschaden. Der Sohn ist also kein Anhänger der lustvollen Aggression, sondern wollte nur den Beißring behalten. Die Entwicklung dieses Verhaltens ist auf das größere Autonomiebedürfnis zurück zu führen, ab dem Alter von 8-12 Monaten vergrößern die Kinder Explorationsradius und werden deutlich expansiver. Damit steigt leider meist auch die Anzahl der Verbote.

Verbote erhöhen die Frustration, das kennt wohl jeder.

Aus der Ausbildung zum Tagesvater

An die Alltags-Diskriminierung, vorzugsweise von älteren Damen, in der Art: „Oh, hat Sie die Mutti heute alleine einkaufen geschickt?“, habe ich mich inzwischen längst gewöhnt. Das macht mir wirklich gar nichts mehr aus. Wenn es allerdings um offizielle Verlautbarungen geht, zum Beispiel von Politikern, dann sehe ich das Ganze völlig anders. Das ärgert mich, sogar ziemlich. Überall wird so getan, als wüsste man nicht, warum so wenige Männer zu Hause „Carearbeit“ übernehmen, dabei liegt es oft auch an der Ansprache.

Frauen haben für die Gleichberichtigung vor dem Gesetz und im Beruf lange gekämpft und tun es noch. Männer in „Frauenberufen“ haben aber keine Lobby, ganz im Gegenteil, hier kämpft niemand.

Gestern ging es in die zweite Runde meiner Ausbildung zum Tagesvater (Kindertagespflegeperson). Im zweiten Teil geht es dabei verstärkt um Pädagogik, unser Thema war „Bindung, ein wichtiges Konzept für die Kindertagespflege“, das Unterrichtsmaterial stammte aus dem DJI-Curriculum „Qualifizierung in der Kindertagespflege“, Kallmeyer 2008, 2. Auflage.

Als ich den Text las, fiel mir anhand der Formulierungen beinahe die Kinnlade auf den Tisch. Hier ein paar Beispiele: Weiterlesen

Kündigungsschutzverfahren in der Elternzeit

Heute trudelte bei mir ein Brief der Bezirksregierung ein, er enthielt eine Information über ein Kündigungsschutzverfahren, da mir mein Arbeitgeber die Kündigung während der Elternzeit aussprechen möchte. Ich wusste nicht, dass dies automatisch ein solches Verfahren nach sich zieht. Ich muss nun einige Angaben zu meinem Arbeitsvertrag und vor allem zu meinem Antrag auf Elternzeit machen und die Frage beantworten, ob ich mit der Kündigung einverstanden bin. Da mir bereits beim Einreichen der Elternzeit unmissverständlich klar gemacht wurde, dass ich meinen Job nicht wieder werde antreten können, kommt die nun anstehende Kündigung nicht wirklich überraschend. Ganz im Gegenteil, ich hätte mir, an Stelle meines Arbeitgebers, bereits im Oktober 2011 gekündigt. Aber so lief es bei uns in der Firma eigentlich immer. 🙂

So wie es aussieht, hat mein noch Arbeitgeber eine Frist verpasst, ich bin ja mal gespannt, was da noch nachkommt. Der Fall an sich ist schon etwas ungewöhnlich und es scheint sich auch niemand wirklich damit auszukennen. Im Internet findet sich zu einem solchen Fall rein gar nichts, daher schreibe ich auch diesen Blog-Post. Wenn eine Firma in Insolvenz geht, während sich noch Mitarbeiter in Elternzeit befinden, greift das Insolvenzrecht. In meinem Fall ist die Firma allerdings nicht insolvent, sondern wird einfach „stillgelegt“ und vom Handelsregister abgemeldet. Alle anderen Mitarbeiter wurden inzwischen gekündigt. In beiden Fällen darf der Arbeitgeber fristgerecht kündigen, benötigt aber, so wie es für mich aussieht, eine Genehmigung dafür. Infos dazu gibt es hier: Bezierksregierung Düsseldorf

Ausnahmevoraussetzungen
Die Bezirksregierung kann eine Kündigung ausnahmsweise für zulässig erklären, wenn ein besonderer Fall im Sinne der Vorschriften vorliegt (z. B.):

  • Stilllegung des Betriebes oder eines Betriebsteils (auch Insolvenzverfahren), wenn keine Weiterbeschäftigungsmöglichkeit angeboten werden kann Weiterlesen

Hygiene-Leitfaden der Landesregierung (NRW) für die Kindertagespflege und mein Antrag auf Pflegeerlaubnis als Tagesvater

Als ich heute bei meiner Mutter war, reichte sie mir einen Artikel der rheinischen Post rüber:

Schärfere Hygiene-Regeln für Tagesmütter

Naja, dachte ich, man will die Kindertagespflege eben ein wenig professionalisieren, was ich dann aber las, verschlug mir schon die Sprache. Da schießt unsere Landesregierung ein wenig über das Ziel hinaus. Bevor ich jetzt aber weiter schreibe, zuerst ein Überblick über den Entwurf des neuen Leitfadends:

  • Rohe Eier, Mayonnaise oder Tiramisu  werden verboten
    Ich persönlich esse weder Eier noch Mayo oder Tiramisu, das kann mir also egal sein.
  • Handtücher sollen nur einmal benutzt werden
    Das ist natürlich realitätsfern und bedeutet, dass man in der Tagespflege auf Einweg-Handtücher umstellen muss, da kann ich gut mit Leben.
  • Kindertagespflegepersonen müssen nachweisen, wo sie einkaufen.
    Hä? Kapier ich nicht, welchen Sinn soll das haben?
  • Es sollen Hygienekontrollen durchgeführt werden
    Also mir reicht es völlig, wenn meine Mutter meckert, da muss nicht noch das Ordnungsamt vorbeikommen, oder? 😉
  • Kein Schmuck bei der Küchenarbeit
    Ich trage keinen Schmuck, aber die Vorgabe macht tatsächlich Sinn.
  • Kein Nagellack
    Ich trage auch keinen Nagellack, wo hier allerdings das Problem liegen soll ist mir völlig schleierhaft.
  • Auf stark riechende Parfüms beziehungsweise Deos, Seifen und Handcremes soll verzichtet werden
    Für meine Schwiegermutter wäre das ein echtes Problem, da ich aber ohnehin auf Duftstoffe empfindlich reagiere, verwende ich zu Hause nur das Nötigste. Weiterlesen

Das erweiterte Führungszeugnis

Um als Kindertagespflegeperson (Tagesvater) zugelassen zu werden, benötige ich und alle, in unserem Haushalt lebenden Erwachsenen, ein erweitertes Führungszeugnis, welches dann beim Jugendamt hinterlegt wird. Die Kosten trägt hierfür, zumindest hier bei uns in Neuss, das Amt selbst. Heute waren wir im Bürgerbüro und haben die Führungszeugnisse beantragt, das war in kaum fünf Minuten Erledigt.

„Mit dem am 1. Mai 2010 in Kraft getretenen 5. Gesetz zur Änderung des Bundeszentralregistergesetzes vom 16. Juli 2009 ist in §§ 30a, 31 Bundeszentralregistergesetz (BZRG) ein „erweitertes Führungszeugnis“ eingeführt worden, welches über Personen erteilt werden kann, die beruflich, ehrenamtlich oder in sonstiger Weise kinder- oder jugendnah tätig sind oder tätig werden sollen.“
Bundesjustizamt

Da ich inzwischen auch die Ersthelfer-Ausbildung abgeschlossen habe und bereits die Bescheinigung für das Modul 1 „Kindertagespflege“ vom Edith-Stein-Haus erhalten habe, kann ich nun in wenigen Tagen die Pflegeerlaubnis beantragen. Das ging jetzt irgendwie sehr schnell. Den weiterführenden Kurs habe ich bereits gebucht, dieser beginnt dann im März. Im Dezember könnte ich das Zertifikat erhalten und so die Ausbildung abschließen.