Mit Pauken und Röhrchen

Ein Jahr lang haderten wir mit der Entscheidung, Paukenröhrchen für unser Kind oder nicht. Der Kinderarzt schob die Verantwortung auf den HNO, der wollte erst wieder eine Weile beobachten, aber als unser Sohn bei der zweiten U-Untersuchung in Folge durch der Hörtest viel und dies sehr deutlich, wollten wir es auch geregelt haben.

Über Paukenröhrchen und einen chronischen Paukenerguss an sich möchte ich gar nicht weiter schreiben, die Seiten dazu im Netz sind vielfältig und umfassend, die Kritiker sind natürlich auch überall anzutreffen. Bei unserem Sohn gab es kein Sprachdefizit, da mussten wir sehr viel Geduld für aufbringen, Vorlesen, deutlich sprechen, laut sprechen, mit Augenkontakt sprechen, kein Dialekt sprechen.

Watt fürn Dialekt?  Sinwadoch ausm Rheinland, oder nich? Und dat och noch in Mönschengladbach

Wir wussten aber auch, sobald es irgendwo Nebengeräusche gab, war es vorbei mit Hören. Für die Schule würde das im Chaos enden, da waren wir sicher.

Im Alltag machte sich seine Schwerhörigkeit an vielen kleinen Dingen bemerkbar, die einen wirklich Nerven kosten konnten, Außenstehende warnten uns nicht selten vor der berühmten „Brüllfalle“, aber es ging oft wirklich nicht anders.


Er hörte einfach kein Stück, seine Hörleistung betrug teilweise nur noch 20%, wobei insbesondere tiefe Töne keine Chance mehr hatten, zum Beispiel meine Stimme.

Das machte mich oft irre.

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Die Oster-U8

Lego-Stadt in Trümmern

Lego-Stadt in Trümmern

Wir haben Ostern gut verbracht, am Samstag hatten wie die Familie zum Brunch eingeladen, da wir nur eine kleine Familie sind, kamen noch einige enge Freunde dazu.

Insgesamt haben wir 20 Personen bewirtet, auch glutenfrei und vegan. Es wurde ein sehr schöner Nachmittag. Der Cousin meiner Frau brachte glücklicherweise noch drei Kinder im Alter unseres Sohnes mit. Nachdem die Bande die Lego-Stadt entdeckt hatte, waren die nicht mehr gesehen. Ich werde nun einige Wochen brauchen, um die Legostadt wieder aufzubauen, aber dafür ist das Lego ja da. 🙂
Die Figuren sind mittlerweile wieder montiert, die Fahrzeuge und Häuser müssen noch warten. Weiterlesen

Der Vorleser

Gestern war wieder ein Impftermin für unseren Sohn, direkt nach Öffnung sollten wir für die Spritze dort sein, ich erwartete daher keine lange Wartezeit und hatte weder was zu essen noch zu trinken, noch zu spielen oder lesen mitgenommen. Leider war meine Annahme ein Irrtum, wir warteten gut 75 Minuten. Da jemand nicht gefrühstückt hatte, war die Laune schnell im Keller, nein, ausnahmsweise mal nicht meine. 😉

Viel ärgerlicher war noch, dass ich kein Buch mitgenommen hatte. Unser Kinderarzt in Neuss hatte stets reichlich Auswahl, in Mönchengladbach ist leider im Wartezimmer nichts zu finden. Unser Sohn zeigte daher großes Interesse an den mitgebrachten Büchern der anderen Eltern und tatsächlich, „Prinz Charming“ hatte Erfolg und lieh sich ein Buch aus der „Kokusnuss“-Reihe, die bekommt er besonders gerne vorgelesen und auch ich kenne die Charaktere ganz gut, so dass ich die einzelnen Stimmen extra betonen kann. Große Tiere habe eine tiefe, dunkle Stimme, kleine Tiere eine helle, eher piepsige. Den Effekt kennt jeder, der schon mal ein Harry-Potter-Hörbuch gehört hat. Weiterlesen

Die U7a

Heute war der Termin für die U7a. Wir fuhren mit dem Rad und ich bemühte mich, Nebenstrecken zu fahren, denn die kürzeste Strecke ist nicht besonders schön. Leider habe ich mich dabei komplett verfranst, als ich Passanten nach dem Weg fragte, staunten die nicht schlecht: „Was? Zum Krankenhaus in Neuwerk? Das ist doch ganz woanders.“

Gut, das hatte ich mir schon gedacht. Nach einer ausführlichen Wegbeschreibung, die sogar stimmte, fand ich den Arzt, sogar noch pünklich. Unser Sohn benannte Farben, baute Türmchen, schoss und warf Bälle und machte das, was er am zweitbesten kann: Quatschen.

„Oh, super, so wie der redet, brauchen wir ja fast keinen Sprachtest machen.“

Am besten kann er übrigens Dinge zerstören, die ihm nicht gehören. Heute Morgen musste mein MD-Spieler dran glauben, der wurde kurzerhand als Spardose mißbraucht. Als kleine Rache bestellte ich noch eine Spritze beim Arzt, die Hepatitis-Impfung hatten wir seinerzeit nicht durchführen lassen. Das wollten wir nun nachholen, bevor er in den Kindergarten kommt. Er war ganz tapfer, es gab kein Geheule.

Aktuelle technische Daten: Weiterlesen

Nächtliche Dusche

Gestern wurde uns die Situation dann doch etwas zu unheimlich, unser Sohn hatte immer noch Fieber, klagte über Bauchschmerzen und wollte immer noch nichts essen, seit Sonntag hat er nichts angerührt, immerhin trinkt er wieder was. Eine Nachbarin empfahl uns einen Kinderarzt in Mönchengladbach-Neuwerk, etwa vier Kilometer von uns entfernt. Ich packte den Kleinen ein und radelte los.

Die Strecke ist nicht besonders schön, die Radwege auf der Straße oder in einem erbärmlichen Zustand. Nach 12 Minuten war ich dort und fand für mein Gespann einen schönen Parkplatz im Hof des Arzthauses.

Ich hatte natürlich keinen Termin gemacht, vor mir standen bereits einige Mütter mit Kindern, nach mir kamen auch noch etliche, bevor die Türe geöffnet wurde. Nach kurzer Anmeldung haben wir eine Stunde tapfer gewartet und kamen dann dran. Der Kinderarzt wirke, erstaunlicherweise, nicht gestresst und gab flott Entwarnung:

Die Übelkeit und das Fieber haben nichts mit den Streptokokken zu tun, es ist ein „normaler“ Magen-Darm-Virus, welch eine Erleichertung. Das bedeutete allerdings auch, dass der Durchfall noch kommen würde.
Kaum zu Hause war es dann soweit, oben und unten gleichzeitig. Der kleine Kerl verbrachte den gesamten Tag auf mir liegend, wimmernd und jammernd.

In der Nacht um 1.00 Uhr rief er nach uns, meine Frau ging in sein Zimmer und ich hörte so was in der Art wie: „Ach du meine Güte, ich glaub ich muss K0%/§n!. Ich denke, ich brauche Hilfe.“

Der Gestank im Kinderzimmer war in der Tat überwältigend, während meine Frau (mal wieder) mitten in der Nacht mit unserem Sohn duschte, brachte ich die Klamotten, den Schlafsack und das Bettzeug zur Waschmaschine und stellte eine 95c° Wäsche an, hoffentlich bleiben keine braunen Flecken zurück.

Ich hatte für die Woche einige Verabredungen geplant und eine Spielgruppe klar gemacht, das muss nun alles wieder ausfallen, wirklich schade.

Die U7

Wo ist der große Zeh?

Wo ist der große Zeh?

Heute waren wir mit Piet zur U7 (21-24 Monate), der ideale Zeitpunkt für ein Update der technischen Daten:

  • Größe = 90 cm
  • Gewicht = 11,3 Kg
  • Kopfumfang = 48 cm

Piet hat also inzwischen den Umfang meines Bizeps weit hinter sich gelassen und arbeitet sich beim Kopfumfang mit hohem Tempo an meinen Oberschenkel heran. 😉

Den Sprachtest hat Piet gut bestanden, rezeptiv und expressiv, die Ärztin notierte als Gesamtfazit: Prima!

Nachdem Piet auf der wackligen Waage einbeinig gestanden hatte, statt sich hinzusetzen, gab es auch an seinen motorischen Fähigkeiten keine großen Zweifel mehr. Nun ist auch meine Frau wieder beruhigt, läuft doch alles gut soweit.

Impfen und Nebenwirkungen

Bisher waren die Impftermine für unser Kind nicht weiter schlimm, er hat eigentlich alle mit stoischer Geduld ertragen.

Heute war es anders.

Da ich heute kein Tageskind da hatte, nutze ich die Gelegenheit einen weiteren Termin beim Kinderarzt wahrzunehmen.

Wie üblich bin ich mit dem Rad und dem Sohn im Chariot / Thule Kinder-Fahrrad-Anhänger gefahren. So langsam hätte ich gerne auch so ein Fahrrad mit Elektromotor-Unterstüzung, also ein Pedelec, du meine Güte ist der Mops schwer geworden. Touren mit ihm im Schlepp ufern so langsam in echte Sporteinheiten aus, insbesondere wenn es Brücken zu überqueren, oder Straßen und Schienen zu unter fahren gilt. Leider bietet Radon-Bikes  keines (mehr) an und da ich mit meinem Radon TCS 9.0 Disc  aus 2010 so etwas von zufrieden bin, kommt eine andere Alternative aktuell nicht in Frage.

Erstaunlicherweise war beim Arzt, im Gegensatz zum letzten Mal, heute nicht viel los, wir kamen beinahe sofort dran. Die Spritzen fand unser Kind heute total gemein. Unser echt netter Kinderarzt quittierte dies mit einem sehr resigniertem:

„So, jetzt kann auch er mich bis zur U7 nicht mehr leiden.“

Vermutlich liegt er da richtig.

Auf dem Rückweg waren wir noch einkaufen, der Sohn durfte im Einkaufswagen sitzen, das hat er bisher nur einmal gemacht, sonst fahre ich mit dem Kinderwagen zum Supermarkt um die Ecke. Da wir aber nun ohnehin schon auf großer Tour waren, lohnte sich ein kleiner Umweg in das nächst gelegene große Einkaufszentrum.

Der Nachmittag war dann sehr anstrengend, unser Sohn litt sichtlich unter der Impfung. Morgen soll es noch schlimmer werden. Na super.

Eigentlich wollte ich heute Abend noch zum Sport fahren, aber die letzten beiden Nächte fordern ihren Tribut, ich gehe dann doch lieber früh ins Bett, wer weiß, wie oft ich diese Nacht wieder aufstehen muss.

Grundsätzlich sich meine Frau und ich für alle Impfungen, die man bekommen kann. Meinen Impfpass halte ich stets aktuell, obwohl ich eigentlich nach jeder Impfung heftige Nebenwirkungen für einige Tage habe. Die Hepatitis-Impfung hat mich zwei Wochen flach gelegt, eine Grippe-Impfung tut dies üblicherweise für zwei oder drei Tage.

Mit Anfang 30 hatte mich eine schwere Grippe erwischt, die gefühlt nie wieder weg ging. „Postvirales Erschöpfungssyndrom“ wurde Jahre später diagnostiziert, dies führte zum CFS, der Fibromyalgie und löste die Zöliakie aus.

Alles, was mein Immunsystem angreift, macht mich kurz fertig. Aber besser drei Tage durch die Impfung, als mehrere Wochen durch die Grippe.

Bei unserem Kind hatte die Impfung diesmal auch durchschlagenden Erfolg.

Der Sohn hatte ja die zweite Spritze der MMR-Impfung erhalten und eine Auffrischung der 5-in-1. Das war keine so gute Idee, denn ihm ging es danach wirklich elend. Um uns dies eindrücklich nahe zu bringen, hat er abends das Bett, das Laminat, den Teppich, den Sessel, seinen Schlafsack, seine Kuscheltiere und uns so richtig voll gegöbelt. Zweimal.

Das wurde eine sehr kurze Nacht.

Insgesamt war die ganz Woche sehr anstrengend, denn ich bekam selten mehr als 4 bis 5 Stunden Schlaf die Nacht, inkl. 30 – 60 minütiger Unterbrechungen. Hinzu kam das sehr bescheidene Wetter. Wir sind zwar tapfer trotzdem raus gegangen, aber bei Regen ist das Spielen schon arg eingeschränkt. Jetzt bin ich heilfroh, das Wochenende ist.

Nach dem Kotzen kam dann das Fieber, mit dem Fieber kamen die Impfmasern.

Für alle, die keine Kinder haben, hier noch einmal kurz die Bedeutung einer solchen Aussage:

  1. Das Kind schreit.
  2. Immer.
  3. Es will immer auf den Arm, nie auf den Boden oder sonstwo hin
  4. Es schläft nie länger als eine Stunde am Stück.
  5. Nie.
  6. Es isst nicht.
  7. Wenn das Kind heiser wird, schreit es noch mehr und jammert abwechselnd.
  8.  Das passiert nach ca. 12 Stunden Dauergebrüll.

Diese acht Punkte haben natürlich gewisse Auswirkungen auf die Eltern. Was Schlafentzug alles verursachen kann, habe ich ja schon mal ausführlich beschrieben, zu lesen in den ersten drei Monaten dieses Blogs.

Alle Planungen für das letzte Wochenende mussten aufgegeben werden. War das anstrengend. Eigentlich ist es das noch, denn unserem Kind geht es nach drei Tagen nun besser, ist aber immer noch extrem nörgelig, hinzu kommt natürlich seit heute auch wieder das Tageskind. Montage mit Tageskind sind immer etwas besonderes, im Sinne von besonders schwierig, heute war da keine Ausnahme.

Meine Frau ist geschäftlich unterwegs und kommt erst sehr spät heute Abend wieder. Ich habe meinen Sohn eine Stunde lang in sein Bett gebracht, nachdem er mich eine Stunde zuvor dauer-bebrüllt hat. Mein Abendessen habe ich sehr genossen (SARKASMUS). Nun liegt er in seinem Bett  und brüllt mich durch das Babyphon an, während ich diesen Artikel weiter schreibe.

In drei Minuten muss ich wieder zu ihm runter, dann beginnt er voraussichtlich Ersticken vorzutäuschen.

Vermutlich geht das ab jetzt stundenweise so weiter, bis ich die Nerven verliere und dann doch Schmerzsaft gebe, obwohl ich das eigentlich nicht machen wollte.

Hinweis: Impfmasern sind nicht ansteckend

 

Maul und Klauenseuche

Ich hatte mich zu früh gefreut.

Letzten Dienstag war ich wieder zum Impftermin mit unserem Mops, die letzten Spritzen hatten ja etwas länger nachgewirkt. Dachte ich.

Als der Kinderarzt fragte, wie das Kind die 5+1 Auffrischung vertragen hat, gab es eine kleine Diskussion, denn ich dachte unser Sohn hätte beim letzten Termin auch eine weitere MMR bekommen, daher auch die Impfmasern.

Tja, was soll ich sagen, unser Sohn hatte gar keine MMR, folglich auch keine Impfmasern, sondern die Hand-Mund-Fuss-Krankheit, auch als Kleinkinder-Maul und Klauenseuche bekannt.

Ist jetzt auch egal, denn vorbei. Vermutlich hatte mein Tageskind dann auch kein Herpes-Simplex, sondern ebenfalls HMF, nur eben mit anderer Ausprägung, das soll vorkommen. Wer da nun wen angesteckt hat, kann ich nicht mehr sagen, ich frage mich auch, woher die beiden es ergattert haben.

Diesmal gab es die Meningitis-Impfung. Bisher halten sich die Nebenwirkungen in Grenzen, Der Sohn ist aber ein wenig anhänglicher als sonst, was meine Arme und mein Rücken zu spüren bekommen. Ein Freund fragte mich, wieso ich das so anstrengend finden würde, wo ich doch so dicke Arme und einen breiten Rücken habe. Wer sich das auch fragt, kann sich ja mal eine 10-Kg-Scheibe an den linken Arm hängen und 12 Stunden angewinkelt damit rumlaufen.

 

Zehn kleine Fingernägel

Zehn kleine Fingernägel, die hatten Hand-Mund-Fuß;
Einer bog sich um, da blieben nur noch neun.

Neun kleine Fingernägel, die gaben kurz nicht acht;
Einer brach den andern ab, da waren’s nur noch acht.

Acht kleine Fingernägel, die gingen und stahlen Kekse;
Den einen schlug der Deckel tot, da blieben nur noch sieben.

Sieben kleine Fingernägel begegnen einer Hex‘;
Einen zaubert sie gleich weg, da blieben nur noch sechs.

Sechs kleine Fingernägel gehn ohne Schuh und Strümpf;
einen schnippt der Papa ab, da blieben nur noch fünf.

Fünf kleine Fingernägel, die hielt nichts mehr hier;
Den einen schnippt die Mama ab, da waren’s nur noch vier.

Vier kleine Fingernägel, die aßen einen Brei;
Einer knibbelte am Tellerrand, da blieben nur noch drei.

Drei kleine Fingernägel spazierten am Bau vorbei;
Einer kratzte an einem Steine – da blieben nur noch zwei.

Zwei kleine Fingernägel, die plantschten schön im Rheine;
Den einen fraß ein Frosch – da blieb nur noch der eine.

Den einen kleinen Fingernagel biß der Sohn sich selber an;
Zehn kleine Fingernägel sind bald wieder dran.

 

Ich fand das Gedicht, leicht verändert, irgendwie passend für die Nebenwirkungen der Hand-Mund-Fuß-Krankheit. Der Kinderarzt hatte uns gewarnt, dass im Anschluss die Fingernägel sehr empfindlich sind, und so kam es dann auch. Einer nach dem Anderen verabschiedete sich ca. auf dem halben Weg. Da lief es uns jedes mal kalt den Rücken runter, wenn wir wieder einen kleinen Fingernagel amputieren mussten. Das sah wirklich nicht gut aus. Inzwischen sind alle wieder auf dem Weg der Besserung.

Konjunktivitis

Der Sohn bekommt immer noch drei neue Zähne, hat Durchfall, Fieber und vor vier Tagen begann sein linkes Auge heftig zu tränen.

Naja, wird schon nichts sein.

Am Tag danach hatte er morgens Eiter drin. Naja, kann ja mal vorkommen.

Am dritten Tag war das Auge geschwollen und sah furchteinflößend aus. Naja, dann eben doch zum Kinderarzt, müsste eine Bindehautentzündung sein. Das Kind hatte ja vorher wochenlang eine Erkältung. Da sich die Kleinen noch nicht die Nase schneuzen können, reiben die sich den Schnodder gerne mal in die Augen. Schwupps ist die Augenentzündung da.

Der Kinderarzt war natürlich in Urlaub und es war Freitag. Super, irgendwie ist immer Freitag und der Arzt in Urlaub, wenn unser Kind etwas außer der Reihe hat.

Also wieder auf in die Kinderklinik, wir wissen ja inzwischen, wo die ist. Als wir zielsicher über das Krankenhausgelände an der entsprechenden Tür ankamen, staunten wir nicht schlecht, denn es war alles finster. Uns hat das schon gewundert, denn wir hatten vorher extra angerufen. Was soll es, die Abteilung ist offenbar umgezogen. Also, wo ist das nächste Schild?

Wir fanden zwei Schilder, mit unterschiedlichen Angaben, die beide ins Leere führten. Inzwischen waren 20 Minuten um.

Ich regte mich auf. Laut.

Eine Krankenschwester bekam das mit und wollte uns, wirklich freundlich, helfen. Was wir denn suchen würden: „Ach, die Kinderklinik? Die ist umgezogen.

Na, darauf wäre ich jetzt nicht gekommen.

Versuchen Sie es doch mal dort drüben. Hmm, dachte ich, da war ich doch schon, da war kein Schild. Wir sahen uns dennoch noch einmal um, überall hingen selbst gedruckte A4 Blätter mit 12er Schrift. DA! Ein erster Hinweis: PaedNetz im ersten Stock. Na bitte, hat ja nur 25 Minuten gedauert. Nach weiteren Fragen landeten wir bei einer freundlichen Empfangsdame: „Ach, uns haben Sie gesucht? Ich hatte mich schon gefragt, wo sie hinwollen.“


Die junge Frau hatte einen super Blick über das Gelände und die Fenster weit offen. Sie hatte alles gesehen und gehört, was ich dort unten geflucht habe, 25 Minuten lang. Was kann jemand, der 25 Minuten, mit einem kranken Kind im Schlepptau ,von einem Gebäude zum Anderen  läuft, wohl suchen?

„Wir sind heute den ersten Tag hier“. Ach so, na dann muss man ja nicht am Telefon darauf hinweisen, am ersten Tag. Zumindest ein Hinweis am alten Gebäude wäre ja nett gewesen. Zum Glück hatte unser ja nichts dringendes, wenn ihm ein Finger gefehlt hätte, wäre der wohl nur noch für die Katze zu verwenden gewesen, nach 25 Minuten.

Das neue Wartezimmer war ein Sechstel des Alten und das war mir beim letzten Mal schon zu klein vorgekommen. Erstaunlicherweise waren wir die Einzigen. Hat wohl auch sonst kaum einer gefunden.

Wir warteten gut eineinhalb Stunden, dann kam der Arzt: „Bla, bla, Konjunktivitis, beidseitig, extrem ansteckend, bla, bla. Ich schreibe ihnen Tropfen auf.“ Nach weiteren fünf Minuten waren wir wieder draußen.

Wir hatten bereits Horrorstorys darüber gelesen, wie man Kleinkindern Tropfen verabreicht, glücklicherweise nimmt der Kleine das recht gelassen hin. Hoffentlich wird es bald besser.

Die U6 und das erste Tageskind

Die U6

Es war mal wieder soweit, die nächste „U“ war bereits überfällig, einen Termin bekamen wir kurzfristig für heute Morgen, trotz des Brückentages. Als wir gegen 11:00 Uhr beim Kinderarzt eintrafen, gab es keine freien Plätze mehr im Wartezimmer, die Luft war heiß und stickig. Juhu, so macht warten Spaß.

Unser Sohn war wieder voll im Explorationsmodus und untersuchte alles ganz genau. Irgendwie finde ich es ja schon seltsam, dass unser Kind das Einzige im Wartezimmer war, das von einer offenen Tür magisch angezogen wurde. Kaum war die Tür zum Wartezimmer offen, war der Sohn auch schon auf dem Weg nach draußen, nichts konnte ihn aufhalten: Kein Spieltunnel, keine Kuscheltiere, kein Maxi-Cosi, alles wurde sorgsam unter- oder überkrabbelt.

Die Untersuchung an sich ging dann schnell und schmerzlos, denn wegen der Erkältung konnte das Kind heute nicht geimpft werden. Das Fazit des Arztes: „Ein tolles und optimal entwickeltes Kleinkind haben sie da.“

Vermutlich sagt er dies zu allen Eltern, trotzdem freut es einen immer zu hören, dass alles in Ordnung ist.

Hier noch die aktuellen technischen Daten:

  • 12,5 Monate alt, wenig Kilometer
  • Gewicht: 8,6 Kg
  • Länge: 76 cm
  • Kopfumfang: 46 cm

 

Das erste Tageskind

Am Donnerstag rief das Jugendamt an, ein erstes Elterngespräch folgte am Freitag, das erste Tageskind bei uns zu Hause am Montag, das ging jetzt schnell.

Mein erstes Tageskind gleich ein „Notfall-Platz“, sprich: Auf die letzte Minute.

Alles, was ich in dem Kurs zur Tagespflegeperson über die optimale Eingewöhnung gelernt habe, ist über den Haufen geworfen, das nennt man wohl „Realitäts-Check“.

Ich werde das Beste daraus machen, meine Ansprechpartnerin im Jugendamt meinte dazu: „Sie wollten doch eine Herausforderung, jetzt haben Sie eine.“

Hmm, blöd ist nur, ich kann mich gar nicht erinnern, dies im persönlichem Gespräch geäußert zu haben.

Was soll es, das Kind versteht sich mit unserem Sohn, die Anzahl der Stunden passt auch, das wird jetzt schon irgendwie klappen.

Damit ist ein zweiter Platz ab sofort vergeben, einer ist noch frei. So langsam bekomme ich die Hütte hier voll.

Der Brechdurchfall

Am Montag begann es völlig ohne Vorwarnung, ich hatte gerade im Baumarkt neues Katzengras gekauft, als unser Sohn auf dem Weg nach Hause auf der Rückbank anfing zu röcheln und zu würgen.

Dank des neuen Kinder-Autositzes konnte ich im Rückspiegel erkennen, dass es ernst war. Dennoch brauchte ich zu lange den Wagen anzuhalten. Das Kind göbelte auf den wunderbaren, niegelnagelneuen Recaro Young Sport. Einen Teil konnte noch nach draußen abgeleitet werden, aber dem Sohn ging es wirklich dreckig. Zum Glück waren wir mit dem Wagen meiner Frau unterwegs, als erfahrene Außendienstlerin hat sie immer eine Packung Einweg-Wischtücher im Auto. Mit diesen Tüchern wurde unser Kind wieder vorzeigbar gesäubert, so dass ich doch noch zum Supermarkt fahren konnte. Dachte ich.

Auf dem Rückweg das gleiche Spiel noch einmal, mit dem Unterschied, dass er diesmal nicht im Kindersitz saß, denn der war ja voll gekotzt, sondern im Maxi-Cosi, der zum Glück auch noch im Wagen war. Ich liebe Familienkutschen
Leider war nun auch der Maxi-Cosi von oben bis unten versaut, super. Das gibt reichlich Arbeit. Zu Hause wurde der Sohn abgebraust und neu eingekleidet.

Wir übrigens auch, denn er hatte meiner Frau, gerade angekommen, einen super Empfang bereitet. Mal sehen, ob ich die Jeans wieder sauber bekomme.

Das ging den ganzen Tag so weiter, bis ca. 16:00 Uhr hatten wir ungefähr 10 Kleidungswechsel hinter uns, in der Mittagspause erwischte es meine Frau, später dann mich. Abends schien alles wieder O.K. zu sein, meine Frau flog direkt am nächsten Morgen sehr früh auf eine Geschäftsreise. Ich fuhr, wie immer dienstags, zum Babyclub, denn die Lage hatte sich ja offenbar beruhigt, Durchfall hatte unser Kind in der Nacht nicht gehabt, daher ging ich von einer kleinen Magenverstimmung aus. So was soll ja öfter vor kommen.

Kaum vom Babyclub in Dormagen zurück, begann Runde zwei. Moment, dachte ich, den Geruch kenn ich doch? Ein Blick in die Windel brachte Gewissheit, es ist doch Brechdurchfall. So eine Scheiße.

Also Atemschutzmaske raus gekramt und los geht es, einmal frische Granitur für meinen Sohn. Gerade fertig entlud er seine Dankbarkeit auf meine Klamotten.

Einmal frische Garnitur für mich.

Seit Montag mache ich eigentlich nichts anderes mehr, als meinen Sohn und mich umzuziehen und eine Maschine nach der anderen Wäsche zu waschen. Oh, dabei fällt mir ein, dass ich eine noch unten habe, wo das Bettzeug drin ist. Das hatte er letzte Nacht neu dekoriert.

Ich bin mit den Nerven zu Fuß, hoffentlich geht es im Morgen wieder besser. Das neue Katzengras kam übrigens super bei Kimba an, zum Dank kotzte sie mir danach auf das Kuschelschaf.

Da unser Kinderarzt diese Woche Urlaub genommen hat und somit seine Praxis geschlossen blieb, unser Kind aber auch nach Tagen immer noch Brechdurchfall hatte, sind wir heute Morgen dann doch mal in die Notdienstpraxis des Lukas-Krankenhauses gefahren. Genauer gesagt zum „PaedNetz“, einem Teil der Kinderklinik. In diesem Krankenhaus wurde er geboren.

Es war dort reger Betrieb und wenn das Kind vorher noch nicht wirklich krank gewesen ist, danach ist es das auf jeden Fall. Vor uns Scharlach, hinter uns Röteln und neben dran kleine Schniefnasen mit großen, roten Augen. Da kann man schon Mitleid bekommen. Nach kurzer Wartezeit waren wir schon dran, der Arzt warf einen Blick auf den Sohn und sagte kurz heraus: „Da muss der durch.

Ergänzend fügte er hinzu: „Ich könnte ihnen was aufschreiben, aber das hilft alles nicht.“

O.K., nach wenigen Minuten saßen wir wieder im Auto, genauso schlau wie vorher. Irgendwie ist das immer so, wenn wir zum Kinderarzt fahren. Also haben wir auf Hausmittel zurückgegriffen, im Drogeriemarkt Elektrolyt-Pulver und Traubenzucker gekauft und unseren Sohn so mit reichlich Flüssigkeit versorgt.