Was Kinder nicht alles müssen

Wir sind immer wieder beeindruckt, wie gut sich unser Kind woanders benehmen kann und gleichsam erschrocken, wie es manchmal dafür zu Hause zur Sache geht.

Eine ältere, sehr bodenständige Frau mit vielen Kindern sagte mal zu uns, als wir darüber im Eltern-Smalltalk jammerten:

„Zu Hause ist egal, woanders, das ist wirklich wichtig.“

Das sagen wir uns seitdem immer selbst, wenn es wieder rund geht. Aktuell haben wir die „Warum-MUSS-ich-das-Phase“. Wir hätten es ahnen können, denn bei Freunden von uns, deren Kind einige Monate älter ist, haben wir die Phase gut beobachten können. Nun hat es uns erwischt.

Sozialpädagogen äußern sich zum dem Sachverhalt bei 4 bis 5-Jährigen in etwa so: „[…]dass ein Kind zu Hause bei seinen Eltern Widerspenstigkeit zeigt und trotzt, ist ein Beweis für die Intaktheit der Eltern-Kind-Beziehung.“

Das soll einen beruhigen, ähnlich wie der Satz: „Seien sie doch froh, dass sie so ein kreatives Kind haben.“

Funktioniert nur leider nicht wirklich, denn anstrengend ist es in jedem Fall. 🙂

Gerade gestern hat uns unser Kind wieder wütend aufgezählt, was er alles machen muss, und dass er dies total unfair findet: Weiterlesen

Krankheitswelle im Kindergarten

Graffiti für Anfänger

Graffiti für Anfänger

Ja, es ist Winter und die Erkältungswelle rollt. Dieses Jahr sind wir bisher recht glimpflich davon gekommen, auch die anderen Kinder im Kindergarten scheinen sich gut zu erwehren. Dafür hat es die Erzieher eiskalt erwischt. Alle.

Bereits im letzten Jahr hatte der Kindergarten für zwei Wochen Notbesetzung, diese Woche hat es uns wieder erwischt. Nur eine Erzieherin hält mit Praktikanten die Stellung, die Kinder MÜSSEN mittags spätestens abgeholt werden, wer nicht arbeitet, soll sein Kind gar nicht erst bringen.

Morgen ist der Kindergarten komplett geschlossen. Weiterlesen

Wenn Vierjährige Produkte designen würden…

Aktuell bin ich im Kindergarten ganz gut eingespannt: Kuchen backen für die große Party heute, das waren schon mal drei Kuchen nur von mir, genau genommen vier, denn einer ist mir nicht geglückt. Dann gestern Abend Tische und Stühle rücken, damit heute auch alle Platz finden. Heute war zusätzlich Elternsprechtag, dann ist die Party am Nachmittag, wo ca. 100 Erwachsene plus Kinder erwartet werden. Nächste Woche soll ich morgens Wertmarken für St. Martin verkaufen, an St. Martin den Zug sichern und an einem Nachmittag ist die Elternratssitzung. Ach, und ein Hochbeet soll auch noch irgendwann gebaut werden, das rennt mir schon länger hinterher.

Nein, ich habe bisher zu Hause keine Langeweile entwickelt. 🙂

Dass unser Sohn mit Vorliebe bastelt, zeichnet und malt, habe ich sicher schon öfters erwähnt. Heute beim Gespräch mit seiner Erzieherin konnte ich einen Blick auf seinen „Beurteilungsbogen“ werfen, der in regelmäßigen Abständen erstellt werden soll.

Auf diese Weise versucht man Entwicklungsdefiziten auf die Spur zu kommen, im Fachjargon nennt man das Entwicklungsdokumentation, über das Thema habe ich ja auch meine Arbeit zum zertifizierten Tagesvater geschrieben.

Wegen dieser schriftlichen Prüfung habe ich mich auch mit klassischer Fachliteratur für Erzieher beschäftitgt, so dass ich auch für Kindergartenkinder noch halbwegs gut Bescheid weiß, was im Allgemeinen an Fertigkeiten erwartet wird. Als ich das Blatt unseres Sohnes sah, fiel mir „der Mensch“, den er gemalt hatte, sofort ins Auge.

Aus Kinderzeichnungen von Menschen (Strichmännchen) soll man eine Menge ableiten können. Über den „Kopffüssler“ sind wir schon ein wenig hinaus gewesen, bei der letzten U-Untersuchung war das noch der Standard bei unserem Kind, was auch völlig normal ist.

„In Deutschland hat dieser Test Tradition: Vorschulkinder sollen im Alter von vier und noch einmal mit fünf Jahren beim Arzt einen Menschen zeichnen.“ welt.de

Die aktuelle Zeichnung von unserem Sohn zeigte nun einen Körper, Beine, Kopf mit Haaren, Gesicht und HÄNDE MIT FINGERN. Große Hände mit je fünf Fingern, dazu hatte ich irgendwo gelesen, dass dies völlig normal ist, aber auf eine ausgesprochen hohe Kreativität hin deutet, ob da was dran ist, wage ich nicht zu beurteilen, aber der Spruch: „Seien sie doch froh, dass sie so ein kreatives Kind haben“ schwirrt mir immer durch den Kopf, wenn dat Penz wieder jet angestellt hat.

Aber davon abgesehen, überrascht mich unser Kind immer wieder mit ungeahnten Ergebnissen seiner Arbeit, wenn er wieder kreativ ein Problem gelöst hat (Lesetipp: McGyver it), oder etwas tolles gebastelt hat, meistens macht es das völlig ohne unsere Anleitung. Zu meinem Geburtstag bekam ich ein Motorrad-Auto von ihm geschenkt. Ich musste sofort staunen, vielleicht liegt es ja daran, dass ich ein Nerd bin, aber für mich sah es mächtig nach einem Entwurf von Syd Mead aus. Weiterlesen

Ab welchen Alter darf mein Kind mit meinem Handy spielen?

Unser Sohn konnte schon sehr früh einen Tablet-PC bedienen...

Unser Sohn konnte schon sehr früh einen Tablet-PC bedienen…

Ich wurde vor einiger Zeit gebeten, für die neue Men’s Health Dad einen kleinen Gastartikel zu schreiben, das Thema lautet:

„Ab welchen Alter darf mein Kind mit meinem Handy spielen?“

Die Frage geht ein wenig in die Richtung zum Umgang von Kindern und Medien, dazu habe ich in meinem Blog bereits den Artikel Medienerziehung für U3-Kinder“ geschrieben, hier ein Auszug von Januar 2012:

Kinder unter drei Jahren brauchen keine Medien, aber die Eltern brauchen diese.
Wir haben zu Hause die Regel: Der Fernseher ist aus, wenn unser Sohn an ist. Damit ich trotzdem nicht von der Welt abgeschnitten bin, verwende ich ein iPad für Nachrichten und E-Mails. Nun wäre es naiv anzunehmen, dass unser Sohn dieses kleine Gerät, mit dem Papa da spielt, ignorieren würde.
(Wenn es so aussieht, als könnte es mich interessieren, ist es meins.)

Men's Health wird Papa

Men’s Health wird Papa

Der Artikel bezog sich damals explizit auf U3-Kinder, unser Sohn ist inzwischen vier und den Zugang zu Medien haben wir ihm nicht verwehrt. Wie vermutlich in vielen Haushalten liegen auch bei uns diverse Tablet-PC und Mobiltelefone herum, den Kindern den Zugang zu verweigern halte ich weder für sinnvoll noch ziel führend. Weiterlesen

Was sollten Kinder über Essen wissen?

Wenn Eltern über Ernährung diskutieren, geht es meist hoch her. Denn mit gesunder Ernährung kennt sich ja eigentlich jeder aus und jeder weiß, was man essen soll und was besser nicht.

Was sollten denn unsere Kinder über unser Essen wissen?

Da die Eltern stets Vorbild sind, übernehmen die Kinder meistens die Essgewohnheiten ihrer Eltern. Gern gesprochene Sätze von Eltern:

„Unser Kind isst das nicht.“
„Das gebe ich unserem Kind nicht zu essen“

Unser Sohn isst nicht alles, das ist auch gut so. Er muss zum Beispiel keinen Ketchup mögen. Auch gebe ich meinem Kind nicht alles zu essen, „Kindermenüs“ sind mir meist ein Greul. Ich bemühe mich intensiv, um (frittierten) Industriemüll einen Bogen zu machen, wo es geht. Das gilt aber für uns alle. Bei uns gibt es nie Fischstäbchen oder Chicken-Nuggets, auch keine Fertigpizza oder Dosenfutter. Im Kindergarten bekommt er es oft genug vorgesetzt, ob er es dort isst, weiß ich leider nicht wirklich.

Brathähnchen

Brathähnchen

Ich sehe keinen Unterschied darin, ob ich meinem Kind keine Chicken-Nuggets „koche“, weil ich es für Müll halte, oder weil ich veganen Prinzipien folge. Kinder werden durch das geprägt, was in den ersten Jahren zu Hause auf den Tisch kommt. Unser Kind mag es am liebsten ursprünglich, eben so, wie wir zu Hause gerne essen. Mit meinen Eintöpfen kann ich ihn zwar nicht überzeugen, aber er isst gerne Brathähnchen, geräucherten Fisch, Eier mit Speck, Pute mit Reis ohne Sauce und beinahe alle Arten Rohkost.

Unserem Sohn habe ich nie erklärt, dass ich viele Dinge für nicht gut oder gesund halte, ich kaufe und esse diese Dinge einfach nicht und das prägt. Wenn er woanders isst, darf er essen, was er mag, meistens mag er es aber eben nicht. Weiterlesen

Ausritt in Holland

Reiten in Beesel, Holland

Reiten in Beesel, Holland

Dass unser Sohn Pferde mag und auf Ponyhof-Geschichten steht, wissen nicht nur wir, sondern auch Familie und Freunde.

Zu seinem 4. Geburtstag hatte er von seiner Patentante eine Stunde Reiten geschenkt bekommen, dafür fuhren wir nun am Wochenende nach Beesel in Holland, wo ihr ehemaliger Reitstall immer noch Ponys verleiht. Wir hatten es unserem Sohn vorher nicht verraten, als er es erfuhr, war er völlig aus dem Häuschen.

Angekommen sah er sich die Pferde an und suchte sich einen Haflinger aus, nicht zu klein, nicht zu groß. Den Inhaber des Reitstalls hatte er im Handumdrehen mit seinem Charme überzeugt und war bereits mit dem Pferd draußen, als wir noch gar nicht bemerkt hatten, dass er längst auf dem Pferd saß. Die Stunde verging wie im Flug, wir werden das in Zukunft wohl öfter machen, bis er dann endlich offiziell Reitstunden nehmen darf. Das geht hier überall erst ab sechs Jahren. Weiterlesen

Ene-Mene-Hexerei oder: Der Dinosaurier in der Garage

Das Schicksal der Hausfrau ist, dass es meist weder Feierabend noch Urlaub gibt. Ich kann jetzt also nicht vom Ende der „freien Tage“ schreiben, aber ab heute ist wieder Alltag angesagt. Gott sei Dank hat der Kindergarten wieder begonnen.

Unser Kind hat uns tot gequatscht, oder besser, hätte uns sicher nieder geredet, wären wir nicht weg gefahren und hätten einige Tage mit anderen Kindern verbracht. Erschwerend kommt hinzu, dass unser Sohn seit einigen Wochen nachts aus einem uns nicht weiter bekannten Grund Angst bekommt und zu uns ins Bett wandert. Wir haben alles versucht, dies abzuwenden, am Ende war Nachgeben die beste Lösung. Nein, nicht ganz. Wir haben sein kleines Bett bei uns ins Schlafzimmer gestellt, das hat zumindest in der letzten Nacht gut funktioniert.

Allerdings frage ich mich jetzt ernsthaft, ob nicht vielleicht doch die Wohnung gereicht hätte, wofür haben wir im Haus drei Kinderzimmer? Weiterlesen

„Hilfe, der Wolf kommt!“

Nachts, halb drei, meine Lieblingszeit, um von unserem Kind geweckt zu werden. Mit der Umstellung an das veränderte Bett mit Bettdecke hatte es einige Nächte mit Unterbrechungen gegeben, meist mit gutem Grund. Nun war es bereits einige Zeit ruhig geworden, unser Sohn schlief wieder durch. Am Wochenende war es dann wieder soweit:

„PAAAAAPAAAA – MAAAAMAAAA!“ (Reihenfolge beliebig)

Je nachdem, wer von uns gerade in welcher Schlafphase ist, steht zuerst auf, üblicherweise gehe ich aber zuerst, da ich meist den leichteren Schlaf habe. Leider blieb es nicht bei einmal. Unser Sohn rief uns immer wieder, ohne einen guten Grund zu haben. Wir wurden richtig ärgerlich, denn zwei Jahre Schlafentzug haben uns gereicht, da reagieren wir ab dem fünften Rufen doch sehr empfindlich.

Nach dem zehnten Rufen waren wir ratlos.
Eine Erklärung für das Rufen gab es nicht, das Bett war O.K., rausgefallen war er auch nicht, die Heizung plätscherte nicht, die Katze hatte sich nicht in das Zimmer geschlichen, das Wasser am Bett war aufgefüllt, das Nachtlicht brannte, auf das Klo musste er auch nicht, ins Bett gemacht hatte er auch nicht. Eben alles O.K. soweit. Weiterlesen

Klatsch-Memory

Memory

Memory

Der Kindergarten hat ja diverse Nebenwirkungen, ich hatte es bereits erwähnt. Einige neue Angewohnheiten sind positiv, zumindest in unseren Augen, andere sich nicht so toll. Es gibt aber auch „neutrale“ Überraschungen, die wir zwar jetzt nicht toll finden, aber auch nicht weiter störend sind. Heute überraschte unser Sohn unser mit: Klatsch-Memory.

Wir wissen, was Klatschen ist, wir wissen, was Memory ist, wir wussten nicht, was „Klatsch-Memory“ ist. Also ließen wir unseren Sohn den Experten raushängen und es uns erklären.

Klatschmemory funktioniert nach den gleichen Regeln, wie normales Memory, nur, dass die Karten, die man gedenkt umzudrehen, vorher mit der flachen Hand abgeklatscht werden. Ziel ist es, dabei möglichst viel Krach zu machen. Wir konnten es nicht halb so gut wie unser Kind, was ganz prinzipiell aber auch für das ganz normale Memory gilt. Er spielt es mittlerweile wirklich gut, das Verlieren liegt ihm aber noch nicht so richtig. 😉

Fieber bei Kindern

Es scheint so zu sein, dass jedes Kind seine Vorlieben bei Krankheiten hat.

Im weiteren Bekanntenkreis erwischt es die Kinder sehr gerne regelmäßig mit ähnlichen Symptomen, bei den einen ist es die Mittelohrentzündung, bei den anderen Magen-Darm, oder eine Mandelentzündung. Als unser Sohn das erste mal krank wurde und Fieber bekam, waren wir ganz schön nervös.

Wir hatten bereits das Gefühl, dass der kleine Kerl bald hops geht, aber der Arzt schickte uns weg mit den Worten: „Da muss der durch„, oder: „Der ist mir noch viel zu fit.“ Dafür hat man dann ein bis zwei Stunden Zeit beim Arzt oder im Krankenhaus geopfert und kommt sich danach ganz schön bescheuert vor, aber für das Kind macht man ja alles.

Zumindest für das erste Kind im ersten Jahr. 😉

Lesetipp hier im Blog:

Danach sinkt die Stress-Schwelle erheblich, erst nach dem dritten Tag Fieber geht man dann zum Arzt, meistens, um die gleichen Sätze wie im ersten Jahr zu hören. Als erfahrene Eltern wird man viel gelassener, denn man hat ja schon einiges erlebt, nach drei Jahren ist mit Sicherheit jeder mal bekacktkotzt worden.

Weiterlesen