Das Spielzeug hat nicht die Schuld, auch nicht die Farbe. #gendering

Mit Rollenklischees setze ich mich, nicht ganz freiwillig, nun seit fünf Jahren auseinander. Egal, wo ich hinkam, die Klischees waren schon da. In der Krabbelgruppe versuchten die Frauen (es waren tatsächlich nur Frauen anwesend), stets mit mir zuerst über Fußball und Autos zu reden. Themen, die mich noch nie interessierten, aber man wollte mir wohl einen Gefallen tun. „Machen Sie auch die Wäsche zu Hause? Wirklich? Und Putzen?“

Väter fanden es gut, dass ich (als Hausmann) direkten Einfluss darauf nehmen konnte, unseren Sohn zu einem „echtem“ Mann zu erziehen und er nicht nur von Frauen verweichlicht wird. Sie selber mussten ja so viel arbeiten und fanden es besorgniserregend, dass die Betreuung nur Frauen übernehmen. Viele sagten sie wären ja auch gerne zu Hause geblieben, aber Putzen und Wäsche machen käme für sie nicht in Frage, ist eben Frauensache, kleine Hände und so, aber die freie Zeit für sich, die wäre sicher toll.

Ich überzeichne hier viel weniger, als manche vielleicht denken mögen. Weiterlesen

Am Rosenmontag im Krankenwagen

Wenn am Rosenmontag Menschen im Krankenwagen fahren, dann meistens, weil diese ein wenig zu tief ins Glas gesehen haben. Für unseren Sohn hatte ich das erst mit frühestens 15 Jahren erwartet, aber fangen wir mal vorne an.

Die Karnevalsparty im Kindergarten war bereits am Donnerstag und Freitag, Rosenmontag und Veilchendienst sollte er geschlossen bleiben. Während bei den Jungen eine größere Diversität vorhanden war, was überwiegend Feuerwehrleute, Polizei und Star-Wars-Figuren bedeutete, waren die Mädchen beinahe ausschließlich als Königin Elsa aufmarschiert.
Unser Kind fiel etwas aus dem Rahmen, er ging als „Elsa-Prinzessinen-Katze“. Ein Kostüm nach eigener Definition.

Am Sonntag fuhren wir dann nach Anrath zum Zug, da wir uns mit Montag und der Wettervorhersage etwas unsicher waren. Der Zug in Anrath war nett und erstaunlich gut besucht, unser Kind hatte sich an diesem Tag für das Kostüm „goldenes Einhorn“ entschieden, ebenfalls nach eigener Bastelarbeit, was es Außenstehenden etwas schwierig machte, das Kostüm auf Anhieb korrekt zu deuten.

Fette Beute an Karneval

Fette Beute an Karneval

Unser Kind machte reichlich Beute, auch ohne meine Hilfe. Für Montag war dann angedacht, dass er drei Stunden bei meiner Schwiegermutter verbringt, ich wollte in dieser Zeit zum Sport und die Oma freute sich, den kleinen Wirbelwind auch mal wieder um sich zu haben.

Als ich ihn nach dem Sport abholen wollte, fand ich nur einen Zettel, mit dem Hinweis, dass ich nach Hause fahren soll. Da war ich etwas irritiert, aber ich war ja zwischendurch nicht erreichbar gewesen, also fuhr ich nach Hause, wo dann aber keiner war.

O.K., JETZT machte ich mir Sorgen. Weiterlesen

„Ich möchte nur noch tanzen!“

Ich kann mich gut daran erinnern, was ich dachte, als  ich 2003 den Film „Billy Elliot – I Will Dance“ ansah: „Der Junge hat einen unglaublich starken Willen.“

Dass ich mich einmal als Vater mit diesem Thema auseinander setzen muss, hätte ich mir damals im Traum nicht vorstellen können.

Unseren Sohn habe ich am letzten Freitag zu seiner ersten Ballett-Stunde gebracht, er wollte das seit Monaten unbedingt ausprobieren, meine Frau und ich haben lange gezögert, nicht weil er nicht Tanzen soll, sondern, weil wir nicht möchten, dass er Defizite an anderer Stelle aufbaut. Weder meine Frau noch ich können mit Bällen sonderlich gut umgehen, was in der Schule früher immer ein großer Nachteil gewesen ist. Bei mir hat sich das erst geändert, als die Bälle mindestens 5 Kg wogen. Weiterlesen