„Sind Sie der neue Hausmeister?“

Da ich auch im Kindergarten ausgeholfen habe, wo ich konnte, sah ich keinen Grund, warum ich das in der neuen Schule unseres Sohnes nicht auch machen sollte. Eltern, die sich „freiwillig“ für Tätigkeiten melden, sind üblicherweise selten genug, so dass es nie einen Mangel an Nachfrage gibt. Nach zwei Wochen an der Grundschule bin ich allerdings schon geschockt, in welchen Umfang eigentlich Hilfe gebraucht würde.

Es haben mir schon Eltern entgegnet, dass es wohl kaum Aufgabe der Erziehungsberechtigen sein kann, Schulräume zu putzen oder zu streichen und sie es daher bewusst ablehnen zu helfen, denn das würde ja den Missstand auch noch unterstützen.

Ja nun, das ist grundsätzlich natürlich nicht falsch. Leider ist die Realität aber eben eine andere. Und am Ende bleiben die Aufgaben an den wenigen Händen kleben, die sich dazu bereit erklären. Die anderen Eltern sind ja fein raus, profitieren deren Kinder doch vom Einsatz anderer.

Vermutlich ist das eher kein neues Problem, sondern besteht eher schon seit Jahrzehnten. Es gibt auch Tätigkeiten in der Schule und im Kindergarten, die haben mit „Missständen“ wenig zu tun, sondern gehören einfach dazu. Das Sammeln von Geld für St. Martin, Aufgaben der Schulpflegschaft, Ausflüge, wo Eltern als Aufsichtspersonen einfach gebraucht werden, um einige zu nennen. Aber auch hier melden sich immer die gleichen, die auch schon an anderer Stelle aushelfen. Daran erkennt man, dass das Hinweisen auf „Fehler im System“ nur vorgeschoben ist. Es ist die gleiche Denke, die Eltern in großen Autos direkt auf dem Fußweg vor der Schule halten lassen. Hauptsache das eigene Kind kommt sicher dort an. Andere Kinder werden dadurch gefährdet? Das betrifft mich ja nicht.

Diese nicht solidarische Einstellung geht auf die Kinder natürlich über. Weiterlesen

Plötzlich selbstständig

Mit drei Jahren war Fahrradfahren kein Problem mehr. Aber mit sechs soll er nicht zur Schule fahren können?

Mit drei Jahren war Fahrradfahren kein Problem mehr. Aber mit sechs soll er nicht zur Schule fahren können?

Es ist schon erstaunlich zu beobachten, wie schnell sich Kinder an neue Situationen anpassen können. Zumindest kann ich mit gutem gewissen behaupten, dass sich unser Kind schneller an den neuen Rhythmus gewöhnt hat, als ich.

Heute ist gerade mal der dritte „richtige“ Schultag und wenn ich ihn morgens am Tor abgebe, habe ich den Eindruck, er macht das schon seit Jahren so. Wir fahren nun doch mit dem Fahrrad zur Schule, der Wipproller erfreut sich nicht mehr der nötigen Beliebtheit, was mir persönlich auch ganz recht ist, mit dem Rad geht es dann doch mittelfristig schneller.

Es gibt genau zwei Kinder, die mit dem Rad zur Schule kommen. Zwei, in allen vier Stufen mit je zwei Klassen. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Polizei auf dem Info-Abend ausdrücklich davon abgeraten hat, dass die Grundschulkinder mit dem Rad fahren. Weiterlesen

Assessment-Center für Vorschulkinder

Das kleine Pony kann dem Arihorn folgen, mit Biosgas-Antrieb.

Ein „richtiges“ „Assessment-Center“ habe ich glücklicherweise bisher nur einmal in meinem Leben machen müssen und dass ich darin gelandet bin, war genau genommen ein Versehen. Ein großer Elektronikkonzern hatte eine Stelle ausgeschrieben, die Stellenanzeige war auf englisch und ich muss zugeben, ich habe nicht alles verstanden.

Google gab es da noch nicht.

Als ich dann eingeladen wurde, hatte ich keine Ahnung, was in acht Stunden von mir verlangt werden würde. Ich war ehrlich überrascht, machte meine Sache aber offenbar nicht so schlecht, im Auswahlverfahren wurde ich damals nach Punkten zweiter, aber knapp daneben, ist halt auch vorbei. Erst als ich die Zentrale wieder verlassen hatte, übersetzte mir netterweise jemand korrekt die englische Job-Beschreibung, da war ich dann geschockt, auf welche Stelle ich mich da beworben hatte. Im Nachhinein gab mir das ein unfassbares Selbstvertrauen. Ich hatte das fast komplett vergessen, aber beim Aufräumen fiel mir ein Teil der damaligen Bewertung in die Hände und die Formulierungen der dem Test beiwohnenden Psychologen und Personaler erinnerten mich sehr stark an einige, die ich in den letzten Tagen gehört habe, allerdings bezogen auf unser Kind. Weiterlesen

Wer die Wahl hat…

Wie sicher ist der Schulweg?

Wie sicher ist der Schulweg?

Unser Sohn ist nun ein Vorschulkind. In den letzten Tagen erhielten wir dann auch die Informationen zur Einschulung vom Jugendamt, bzw. zur Anmeldung an der Grundschule. Wie üblich in unserer neuen Heimat, dauert irgendwie alles etwas länger.

Wir haben offiziell drei Schulen zur Auswahl, dazu noch eine in der Nachbargemeinde. Bei einer Schule war der Tag der offenen Tür schon gelaufen. Glücklicherweise hatten wir uns zuvor bereits selbst informiert.

Für uns kommen eh nur zwei Schulen in Frage, beide sind gleich weit weg, in etwa 1500 Meter, und beide sind gleich schlecht zu erreichen, was die Sicherheit des Schulwegs betrifft. Gerade am letzten Samstag wurde jemand an der großen Kreuzung zur Grundschule überfahren, die Frau hat es nicht überlebt. Den Schulweg wird unser Kind sicher nicht alleine machen, auch, weil die Zebrastreifen über die beiden Hauptverkehrsstraßen wahre Todesfallen sind. Das Konzept des Zebrastreifens, bei Verstößen übrigens gleichzusetzen mit einer roten Ampel, ist offenbar vielen Autofahrern unbekannt.

Schülerlotsen? Gibt es nicht.

Polizei? Ich habe bisher noch nie einen Streifen-Beamten dort gesehen. Weiterlesen

Karneval mit Tiger

"Ich werf die doch nicht weg..."

„Ich werf die doch nicht weg…“

Meine Frau war mit unserem Sohn zum Shoppen gefahren, um ein Kostüm zu besorgen. Selber basteln kam in Ermangelung an Zeit und Talent nicht in Frage.

Im Geschäft schaffte sie es, dat Penz von allen Kostümen fernzuhalten, die eine Waffe beinhalteten. Womit auch geklärt ist, warum ich nicht mit ihm einkaufen gehen sollte. Unser Sohn wurde also ein Tiger und Tiger tragen keine Waffen, die sind ja auch schon so gefährlich genug.

Mit unserem neuen Stubentiger gingen wir dann zum Umzug der Grundschule in unserem Ort. Dabei ziehen die Schüler in der Mitte und die Eltern bewerfen die Kinder mit Süßigkeiten.
Für beide Seiten ein Riesenspaß.

Flummis machen sich auch ganz hervorragend, das ist dann fast wie Moorhuhnschießen. 😉 Weiterlesen

Die erste Stunde im Ki-Bo-Tu

Heute war ich mit Piet zum ersten Mal beim Eltern-Kind-Turnen für Kleinkinder, hier in Grimlinghausen. Organisiert wird das Ganze vom SC-Grimlinghausen, der hierfür die Turnhalle der Grundschule benutzt. Letztere hat mich enorm an die Turnhalle in meiner Grundschule erinnert, die inzwischen abgerissen wurde. 😉

Gefühlt waren 100 Kinder in der Halle, in Wirklichkeit aber wohl eher nur 20 zuzüglich der Eltern. Piet war durchaus interessiert, wusste aber noch nicht so recht, was er da machen sollte. Die meisten Kinder waren eher etwas älter. Dennoch ist die Stunde zügig rum gegangen.

Wenn wir einen Platz bekommen können, denn es gibt zurzeit Wartelisten, werden wir diesen wohl annehmen. Für den Winter ist das eine super Sache. Theoretisch geht das Angebot bis zum Alter von über sieben Jahren, aber wenn Piet etwas älter ist, lasse ich ihn noch andere Sportarten ansehen. Weiterlesen