Das Kleinkind hat Angst vor Lärm?

Unser Sohn hat, so lange wir denken können, Angst vor allen Klopf- und Bohrgeräuschen gehabt.

Er geriet regelrecht außer sich, wenn jemand mit Stöckelschuhen im Hausflur war, einen Nagel in die Wand haute, oder ein Loch in die Decke bohrte. Er wollte dann umgehend, die Panik in den Augen, auf den Arm und auch eine ganze Weile nicht mehr runter.

Zwischenzeitlich mutierte er zum Baustellenkind und fand alles, was „in unser Haus“ passierte, natürlich total spannend. Anfangs wollte er bei Krach auch sofort auf den Arm, aber nach einer Weile ließ das nach. Natürlich hatte er bei richtig lautem Krach einen Gehörschutz an, er fand zum Beispiel den Ramm-Bohrhammer total spannend.

Lesetipp: Was vom Bade übrig blieb.

Wenig später schon erklärte er jedem Besucher, welcher Raum welche Funktion hat, warum Papa in der Sauna „patsch“ gemacht hat und was die ehemalige Sauna nun für eine Aufgabe erfüllt. Er nahm alle Bauarbeiter für sich in Anspruch, „Neenee“, unser Bauleiter, musste ihm regelmäßig folgen und erklären, welche Werkzeuge es gibt. Wehe wenn „Neenee“ nicht da war und jemand einfach sein Werkzeug nahm: „Das ist von Neenee, Finger weg!“

Ich weiß wirklich nicht, woher er diesen Ton hat, muss er aus dem Kindergarten haben. 🙂

Auf jeden Fall ist, ganz nebenbei, seine Angst vor lauten Geräuschen von außerhalb der Wohnung verschwunden.

„Neenee“ sein Dank.

Gewohnheitseffekte

Wir hatten uns gerade an einen gewissen Rhythmus gewöhnt, da wird auf einmal wieder alles anders. Seit gut drei Tagen brüllt Piet mehrere Stunden am Tag, ohne, dass wir einen Grund erkennen konnten.

Die letzten drei Tage waren besonders anstrengend, weil wir überhaupt nicht helfen konnten, kein Hunger, kein Durst, keine Blähungen, soweit eigentlich alles in Ordnung. Warum brüllt er dann wie am Spieß? Die Nächte waren wieder deutlich kürzer geworden, wir hatten uns ja gerade auf drei bis vier Stunden hochgearbeitet, das ist jetzt alles wieder Schnee von gestern. Dies machte die Situation nicht besser, wieder waren meine Frau und ich extrem gereizt.

Wir kompensieren das mit ein wenig mehr Sport, möglichst nicht zu Hause. Dies ist aber auch schwierig, denn Piet lässt dem, der daheim bleibt, keine ruhige Minute. Während meine Frau den Piet ständig auf dem Arm hat, bevorzuge ich das „normale“ Brüllen einfach auszuhalten und ihn nur hochzuheben, wenn es ganz schlimm wird.
Selbst diese kleinen Unterschiede im Umgang mit dem Kind sorgen für Unmut:

„Jetzt lass den doch mal liegen“ sage ich.
„Jetzt nimm ihn doch mal auf den Arm“
sagt meine Frau.

Das kann ja noch lustig werden, so die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre. 🙂 Weiterlesen