Das Haus vom Nikolaus

Der Lebkuchen, mild und fein,
ein Haus daraus sollt‘ es schon sein,
um es einfacher zu machen,
wie so  üblich bei solch Sachen,
kam der Papa ohne Sause
mit dem Bausatz flott nach Hause.

Voll Freude sagt der Sohne bald:
„Lass uns bauen, es ist schon kalt!
Doch nicht so wie es Mama macht,
letztes Jahr hast du gelacht,
denn der Kleber war nicht feste,
so blieb uns nur ein Haufen Reste.“

So wurd mit reichlich Zuckerguss,
ein Haus gebaut, welch ein Genuss.
„Übertreib es nicht mit dem Dekor!“
sagten beide wie im Chor,
doch wer hört auf die Eltern grad,
wenn das Kind ist voll in Fahrt.

Lebkuchenhaus, vorher

Das Dach, beladen bis es krachte,
staunte was er sonst noch machte:
Ein Figürchen hier, ein Zaun dort drüben,
erstaunlich, selbst noch ein Satz Rüben.
Ein Weihnachtsbäumchen ließ auf sich warten,
kam am Ende aber in den Garten.

So sollt es stehen, das fertige Haus,
Tag ein Tag aus, eigentlich bis Nikolaus.
Natürlich kam es dann ganz anders,
unser Sohn, denn der kann das,
rückte heimlich mit dem Messer vor,
machte noch ein zweites Tor.

Lebkuchenhaus, später

Lebkuchenhaus, später

Eines Tages beim Betrachten,
ich wollt es wirklich nur beachten,
drehte ich das Haus dann um,
schaute anschließend recht dumm,
kurz vor dem gedachten Essen,
wirkte es leicht angefressen.

Das Haus wurd zum Haus der Sünde,
was macht schon ein kleines Pfünde.
Für den Nikolaus war nichts mehr da,
Knecht Ruprecht fand das sonderbar,
Beide schauten recht verdutzt,
der Sohn, der hat es weggeputzt.

Ein Opa weniger

Ein stolzer Opa und sein Enkel.

Plötzlich und völlig unerwartet ist mein Vater mit 75 Jahren verstorben.

Nicht nur für meine Frau und mich war dies ein großer Schock, auch unseren Sohn hat es hart getroffen. Auf der Liste seiner Lieblingsmenschen kam Opa Werner direkt auf Platz drei, unmittelbar nach uns.

Auch für meinen Vater war sein Enkel so ziemlich das Beste, was er sich vorstellen konnte.

Regelmäßig kam Opa zum Abendessen, mir brachte er die aktuellen Unterlagen der Buchhaltung seines Fotogeschäfts, die ich nebenbei noch für ihn betreute, mit, für seinem Enkel hatte er stets Überraschungseier dabei und nicht selten auch Bastelsachen, sowie Geschenkartikel, die er in seinem Laden übrig hatte: Alte Geschenkpapierrollen, Geschenkbänder, Karten und farbige Kartonagen, die sich bei unserem Kind größter Beliebtheit erfreuten.

Zu Weihnachten und zum Geburtstag legte Opa immer noch einen drauf und torpedierte unser Konzept des „betreuten Schenkens“ nach Kräften, auch das letzte Weihnachtsfest bei uns zu Hause war da keine Ausnahme:

Die größten Lego-Sets hatte Opa Werner mitgebracht. Weiterlesen

KnierleKnack

Wenn Nikolaus stellt Kinder vor Gericht,
ist es wieder Zeit für ein Gedicht.
Das Fünfte nun, ich glaub es kaum,
füllt gedanklich meinen Raum.

BJJ Whitebelt

Dieses Mal geht’s um Judo und Karate,
was ich sonst niemandem verrate –
auch wieder meine Leidenschaften weckt,
nachdem der Sohn es für sich entdeckt. Weiterlesen

Eine gute Nachricht im Gedichte

Beim viertem Mal ist’s Tradition,
so sagt zumindest es der Sohn.
Wieder ist es Nikolaus, kaum zu glauben aber wahr,
wie schnell vergangen ist das Jahr.

Der Sohn mit Freude in die Schule geht;
meist gut gelaunt vom Bett aufsteht.
Das nun konnte wirklich niemals sein,
wenn damals hob vom Bette ich mein Bein.

Tapfer fährt er zur Schule mit dem Rad,
aus Überzeugung ob der guten Tat;
selbst dann ohne Murren,
wenn die Reifen laut im Regen surren. Weiterlesen

Die schwarze Hexe

Und wieder ist es Nikolaus;
Kein Grund zur Sorge oder gar zum Graus,
Es ist nur wieder ein Gedicht,
ich verspreche euch, sonst mach ich’s nicht.

Das Kind von der Schule nun schon träumt,
es Hausaufgaben machen soll, immer wenn es aufgeräumt.
Er ist dabei sehr konsequent, ich seh das doch,
will beides gut tun, also wird es weder noch.

Bislang war Elsa das Maß der DInge,
ich wünschte ihre Stimme bald verginge.
Die singt auch heut noch unentwegt,
jedes Mal, wenn ich auf sie im Zimmer tret.

Aber nun, zu unserem Entsetzen,
kennt er Märchen, bei dem sich Lichtschwerter gerne hetzen.
Bei einem Freund hat er den Film gesehen,
nichts zu machen, es ist geschehen.

Schtaa Woors nun, von allen guten Dingen,
soll das Christkind schnellstens bringen.
Das Imperium lässt schön grüßen,
es wird von nun den Tag versüßen.

Auch in dieser Geschicht, ganz ohne Mist,
so wusste unser Kind zu melden,
ist eine Prinzessin, neben anderen Helden,
wichtig für den Sieg der Guten, damit ihr’s wisst.

Die böse Hexe, ganz in schwarz und kaum zu sehen,
so stark, dass kaum einer konnte widerstehen,
wollte, mit aller Macht,
die anderen töten, bevor es wurde Nacht.

Der grüne Zwerg, wer hätt’s gedacht,
hat aber den Bruder stark gemacht,
doch reicht es nicht, er kann nicht siegen,
es muss doch die Schwester zu ihm fliegen.

So begleitet uns, Tag ein Tag aus,
ein neues Thema uns durchs Haus.
Ich hoffe, es klingt nicht zu gemein,
möge die Macht stets mit euch sein.