Zeug zum Spielen statt Spielzeug, oder: Regentonne vs. Spielhaus

Ich habe vor Jahren einen Artikel geschrieben, der sich auf einen Themenabend in der Ausbildung zur Kindertagespflegeperson bezog, das Thema war damals:

Zeug zum Spielen statt Spielzeug.

Der Artikel wurde als Gastartikel bei Betreut.de veröffentlicht, ist aber leider nicht mehr online, fahrlässiger-weise hatte ich keine Kopie vom Text, bzw. meine Kopie des Artikels ist dem späteren Hacker-Angriff auf meinen Blog zum Opfer gefallen.

Es ging in dem Artikel darum, dass Kinder, um erfolgreich in einen Flow zu kommen, nicht unbedingt Spielzeug benötigen. Statt einer perfekt ausgestatteten (und womöglich rosa-farbenen) Spielküche, tut es auch eine Kiste oder ein Karton mit Bemalung und einigen Drehknöpfen. Die Drehknöpfe sind übrigens sehr wichtig. 😉

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Let’s have a Party…

Obstbäume blühen im AprilKindergeburtstag, für uns stand dieses Jahr fest: Den 4. feiern wir zuhause, möglichst im Garten. Letztes Jahr waren wir alle gemeinsam Pony-Reiten.

Wir fragten unseren Sohn, wen wir einladen sollen. Er zählte den ganzen Kindergarten auf. Wir begrenzten die Anzahl der Kinder auf acht, was uns immer noch mehr als reichlich vorkam, wir gingen aber auch davon aus, dass nicht alle kommen würden. Zwei Jungs zzgl. unserem Sohn und noch fünf Mädels, vermutlich eher untypisch, aber gut.

Meine Frau und ich besprachen, wie wir das organisieren:  Sie wollte die Kinder lotsen und beschäftigen, also kümmerte ich mich um die Kuchen, Rohkost- und Fingerfood-Teller. Wir waren uns einig, dass wir bei den Geschenken keine Vorgaben machen wollten. In unserem Bekanntenkreis ist das aktuell ein großes Thema, teilweise geht das soweit, dass die Geschenke zugeteilt werden, wir haben aber auch von Gutschein-Aktionen oder Bargeld-Bitten gehört, wo dann die Eltern alle Geschenke besorgen. Wir finden das doof.

Nur, wenn man keine Vorgaben macht, bekommt das Kind auch Dinge geschenkt, die man noch nicht kennt, oder auf die man nie gekommen wäre aber voll einschlagen. Für die Verwandschaft gab es die Regel, dass nur ein Geschenk pro Person gemacht werden soll, das artet sonst gerne in einen Wettstreit aus.

Was die Aktionen auf der Party angeht, da bin ich auch eher für weniger Organisation, als für mehr. Wenn die Kinder von ganz alleine in einen Flow kommen, braucht man nicht nachhelfen, oder noch viel schlimmer, man unterbricht den Flow, um Topfschlagen zu machen, weil das eben jetzt auf dem Programm steht. Habe ich alles schon erlebt.

Wir wollten keinen Wettstreit und haben auf derartige Spiele bewusst verzichtet. Meine Frau hatte die Idee, 20 Flummis im Sandkasten zu vergraben. Die Kinder fanden das ganz von alleine heraus und hatten reichlich Spaß mit ihrer tollen „Entdeckung“.

Flummi-Suchen im Sandkasten

Flummi-Suchen im Sandkasten

Wir hatten sozusagen einen Backup-Plan, falls alles schief läuft, aber der war nicht nötig. Weiterlesen

The Flow

Wenn Kinder sich intensiv mit einer Sache beschäftigen, nennt man das auch "Flow", in diesem Fall ist die Sache eine Pfütze, bzw. das Wasser.

Wenn Kinder sich intensiv mit einer Sache beschäftigen, nennt man das auch „Flow“, in diesem Fall ist die Sache eine Pfütze, bzw. das Wasser.

In diesem Artikel geht es nicht um ein neues Meisterwerk im Sinne von „The Fly“ oder „The Thing“, sondern um einen Begriff aus der Pädagogik. Selbst Sportler ohne Kinder können mit dem Begriff meistens etwas anfangen, beschreibt er doch die intensive Beschäftigung mit einer Sache, beim Sport ist es meist Joggen, Hiken, Radfahren oder Schwimmen. Sportler im „Flow“ sind in ihre Bewegung vertieft, wenn Kinder im Flow sind, ist es der zweitbeste Zustand, den es für Eltern geben kann. Der Flow kommt direkt nach Schlafen und kann für Eltern sehr erholsam sein. Der Flow ist sozusagen das Gegenteil von Langeweile, eben das perfekte Spiel.

Damit bleibt für die Eltern nur eine Frage offen: „Wie bekomme ich die Kinder möglichst oft, möglichst lange in diesen schönen Zustand?“

Natürlich gibt es beim Flow auch Nebenwirkungen, denn Kinder hören dann nur das, was sie hören wollen. Eben für das Kind nur positive Dinge, zum Beispiel: „Es gibt Eis.“
Man kann ganz sicher sein, dass: „Räumt eure Schulsachen vom Esstisch“ nicht gehört werden wird. Zumindest nicht, wenn man nicht zum dritten Mal brüllt. (Das Thema Brüllfalle kommt später…)

Ich beziehe mich hier im Blog üblicherweise auf Kinder bis zu drei Jahren, für ältere Kinder kann es Abweichungen geben. Im Grundsatz ändert sich jedoch nicht viel. Um in den Flow zu kommen, brauchen Kinder ein gewisses Umfeld. Weiterlesen