Tiere in der Kindertagespflege: Ein Hygiene-Problem?

Über die Hygiene-Richtlinien in der Kindertagespflege wird schon seit einigen Monaten ausgiebig diskutiert, denn jede Kindertagespflegeperson wird mittlerweile grundsätzlich als „Lebensmittel erzeugender Betrieb“ eingestuft und das hat Konsequenzen für den Alltag. Ich habe zu den aktuellen Richtlinien in NRW bereits einmal Stellung bezogen, werde aber sicherlich erneut darüber schreiben. Heute geht es um Haustiere und deren Einfluss auf die Hygiene. Heute habe ich einen Artikel in der ZET (Zeitschrift für Tagesmütter und -Väter) gelesen, hier nimmt eine Tierärztin Stellung.

Die Tierärztin hält Hunde und Katzen für gut geeignete Haustiere, denn sie sind sehr robust. Das kann ich bestätigen, unsere Katze hat ihren Schwanz erstaunlicherweise immer noch ungekürzt.

„Wenn entsprechende Hygienemaßnahmen befolgt werden […] ist gegen Tiere in der Kindertagespflege nicht einzuwenden.“ Anja Baltes, Interview in der ZET 5-2012

Haustier oder Kuscheltier?

Haustier oder Kuscheltier?

Einige Kriterien sollten die Haustiere allerdings erfüllen, um Gefahren gänzlich auszuschließen:

  1. Die Tiere sollten keinen Speichel absondern
  2. Die Tiere sollten nicht scheißen, also keine Verdauung haben
  3. Die Tiere dürfen natürlich kein Fell haben, denn das könnte Allergien auslösen, oder Unterschlupf für Flöhe und Zecken sein
  4. Am besten haben Haustiere auch keine Haut, denn auch Hautschuppen können Allergien auslösen
  5. Die Tieren sollten keine Zunge haben, denn die Zunge überträgt Bakterien
  6. Kinder sollten die Tiere nicht anfassen, ist ja auch eklig, so ohne Haut
  7. Kinder sollten die Tiere nicht küssen und nicht in die Betten lassen
  8. Schmusen und Streicheln ist tabu, die Kinder könnten sich anstecken
  9. Warum man Tiere viermal im Jahr entwurmen soll, wo sie doch nicht scheißen dürfen, ist mir nicht ganz klar
  10. Die Tiere dürfen keine Krallen haben

Natürlich habe ich das Interview ein wenig überspitzt zusammengefasst. Wir haben unserer Katze die Maßnahmen erklärt, sie war nicht einverstanden und möchte zumindest das Fell und die Krallen behalten dürfen.

Was die Tierärztin an Gefahren aufzählt, ist alles richtig, dennoch sollte man sich überlegen, wie man in der Realität damit umgeht. Was hilft es, der Katze den Umgang mit den Kindern zu verbieten? Dann sollte man keine Haustiere mehr halten. Das kommt für uns aber nicht in Frage. Das Futter und das Katzenklo sind für die Kinder nicht erreichbar. Wir haben keine Teppichböden und die Liegeplätze der Katze werden regelmäßig gewaschen oder schlicht ausgetauscht.

Mehr bin ich nicht bereit zu tun.

Die Kinder müssen lernen, Haustiere zu respektieren. Alles andere gehört eben dazu, Katzen erziehen nicht gewaltfrei, aber zumindest unsere Katze vorzugsweise mit Samtpfote.