Notdienstpraxis

Da unser Kinderarzt diese Woche Urlaub genommen hat und somit seine Praxis geschlossen bleibt, Piet aber immer noch Brechdurchfall hat, sind wir heute Morgen dann doch mal in die Notdienstpraxis des Lukas-Krankenhauses gefahren. Genauer gesagt zum „PaedNetz“, einem Teil der Kinderklinik. Piet wurde in diesem Krankenhaus geboren, daher sprechen Kaufleute in einem solchen Fall von einer „Mängelrüge“. Es kann ja nicht angehen, dass Piet in der Gewährleistungszeit undicht wird. 🙂

Es war dort reger Betrieb und wenn das Kind vorher noch nicht wirklich krank gewesen ist, danach ist es das auf jeden Fall. Vor uns Scharlach, hinter uns Röteln und nebendran kleine Schniefnasen mit großen, roten Augen. Da kann man schon Mitleid bekommen. Nach kurzer Wartezeit waren wir schon dran, der Arzt warf einen Blick auf Piet und sagte kurz heraus: „Da muss der durch.

Ergänzend fügte er hinzu: „Ich könnte ihnen was aufschreiben, aber das hilft alles nicht.“

O.K., nach wenigen Minuten saßen wir wieder im Auto, genauso schlau wie vorher. Irgendwie ist das immer so, wenn wir mit Piet zum Kinderarzt fahren. Also haben wir auf Hausmittel zurückgegriffen, im Drogeriemarkt Elektrolyt-Pulver und Traubenzucker gekauft und unseren Sohn so mit reichlich Flüssigkeit versorgt.

Immerhin geht es ihm heute zum ersten Mal wieder etwas besser.

Lord of the Flies

Den Titel habe ich, äh, sagen wir mal entliehen. Ich fand „Herr der Fliegen“ aber einfach extrem passend für diesen Blog-Beitrag. Alles begann letzte Nacht um halb zwölf, ich hatte die erste Schicht.

Ich betrat nichtsahnend das Zimmer von Piet, dann erwischte mich der Brechreitz eiskalt. Ich fühlte mich wie damals bei meiner ersten Asia-Reise nach Hongkong. Es passierte auf meinem ersten Ausflug in die Stadt, als ich mich spontan übergeben musste. Die Menschen, die in einer langen Schlange an der Fressbude an standen, sahen mich stinksauer an.

Diese Bude verkaufte frisch frittierten „Stinky Tofu“, für mich ein Gestank, den man nicht jugendfrei beschreiben kann.
Am gleichen Abend noch musste ich den besagten frittierten und vergorenen Tofu beim Geschäftsessen aus Höflichkeit runter schlingen, seitdem übergebe ich mich erheblich weniger bei schlechten Gerüchen.

Gestern Nacht musste ich an diesen Tag denken, in Piets Zimmer roch es ganz ähnlich wie vor dieser Bude. Ich kämpfte mich gegen den Gestank bis zu seinem Bett vor. Oje, er hatte Durchfall bekommen, den konnte nicht mal die Windel noch halten, lecker. Weiterlesen