Die Polyneuropathie meldet sich zurück

Ostpreußische Walderdbeeren, haben wir im Vorgarten, ebenso Minze, Thymian, Estragon, Majoran, Salbei, Birne, Aprikose, Nektarine, Pfirsich, Tafelweintrauben, Feige und Zucchini.

Im Jahr 2005 erwischte mich eine schwere Grippe, die irgendwie nie wieder verschwand. Jahrelang rannte ich zu verschiedenen Ärzten, keiner konnte mir helfen, nachdem die naheliegenden Krankheiten, wie z.B. Diabetes und Borreliose,  ausgeschlossen waren, schickten mich die meisten zum Psychiater. Nur leider waren die bereits nach einer Sitzung davon überzeugt, dass es eine organische Ursache geben musste.

Durch einen Tipp landete ich bei einem Neurologen, der sich speziell mit schwierigen Fällen auseinandersetzte, das war zumindest sein Ruf. Nach vielen Untersuchungen stellte er die Diagnose sensomotorische Polyneuropathie, CFS und Fibromyalgie (18-18 / 60%) und postvirales Erschöpfungssyndrom. Das war 2008.

Kortison und verschiedene Psychopharmaka halfen mir nicht. Ich trank ein Jahr lang keinen einzigen Tropfen Alkohol, auch das brachte keine Verbesserung. Nur mit hoch dosierten Schmerzmitteln konnte ich den Alltag überstehen und arbeiten gehen.

Als er mir mitteilte, dass ich höchstwahrscheinlich mit 40 Jahren bettlägerig sein würde, machte ich mich selbst auf die Suche nach einer Lösung.

In Deutschland gab es damals kaum Informationen dazu, fündig wurde ich auf englischsprachigen Seiten der USA und Großbritanniens. Hier gab es auch Selbsthilfegruppen. Über Umwege landete ich bei der sogenannten Autismus-Diät, die Patienten mit Fibromyalgie zumindest in vielen Fällen Linderung verschaffen sollte. Valide Studien gibt es dafür bis heute nicht.

Ich wollte es ausprobieren, ging zu einem Ernährungsberater, der sich auf Fibromyalgie spezialisiert hatte, und begann mit der GFCF-Diät. Nach wenigen Wochen ging es mir viel besser, nach einem Jahr war ich die meisten Symptome praktisch los, ich benötigte keine Schmerzmittel mehr. Seither ernähre konsequent anders, als vor der Erkrankung. Heute kommt der Begriff „pegane Ernährung“ auf, ich nannte es bereits vor Jahren „100% Glutenfrei – 80% Paleo„, im Grunde ist es eine anti entzündliche Ernährung. Weiterlesen

CFS/ME, Fibromyalgie, Polyneuropathie und Gluten

Hin und wieder erreichen mich persönliche Mails von Menschen, die unter CFS und/oder Fibromyalgie leiden und fragen nach meinen Erfahrungen. Immer wieder lese ich dabei von den gleichen Problemen mit Ärzten, die diese Krankheitsbilder gerne als „eingebildet“ abtun.

Ich selbst habe mir jahrelang Sätze anhören dürfen wie:

  • Jeder ist mal müde und erschöpft.
  • Jeder hat mal Kopfscherzen.
  • Ihr BMI ist viel zu hoch, nehmen sie doch mal was ab.
  • Vielleicht trinken Sie zu viel Alkohol, leben sie doch einige Zeit abstinent.
  • Vielleicht gehen Sie einfach mal etwas joggen, Joggen ist toll.
  • Sie haben vermutlich Burn-out.
  • Sie sind nur etwas depressiv, gehen sie mal zum Psychiater und lassen sie sich was verschreiben.
  • Mein 3. Arzt: „Sie sind organisch kerngesund, es muss eine psychiatrische Erkrankung sein“, vermutete ein Burn-Out-Syndrom.
  • 4. Arzt (Psychiater) schickte mich aber wieder weg: „Sie haben kein Burn-Out, es muss eine organische Ursache haben.“
  • Mein 7. Arzt war Neurologe und dazu auch psychiatrisch ausgebildet, er diagnostizierte, nach vielen, vielen Untersuchungen, „sensomotorische Polyneuropathie„.
    Er war es auch, der mir mit meinen knapp 30 Jahren sagte, dass ich mit hoher Wahrscheinlichkeit mit 40 bettlägerig sein werde und dass Fibromyalgie nicht heilbar ist und es keine Therapie gibt.

Erst, als ich selber angefangen habe Hilfeseiten, Studien und Doktorarbeiten, meistens aus den USA, zu lesen wurde mir wirklich klar, dass ich mir das alles nicht einbilde, sondern dass es viele andere Menschen gibt, denen es ganz ähnlich geht. Irgendwann las ich eine Doktorarbeit, die einen Zusammenhang zwischen Gluten, Casein und CFS / Fibromyalgie untersuchte. Weiterlesen

Fibromyalgie und Gluten, Teil 2

glutenfrei

glutenfrei

Über die Zöliakie-Gruppe bei Facebook erreichte mich eine Umfrage vom Blog My-Free-Mind (Update: gibt es nicht mehr), bei der ich gerne mitmache, da ich davon überzeugt bin, dass diese Art der Berichterstattung Betroffenen wirklich helfen kann.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass mir zahlreiche Ärzte meine jahrelangen Beschwerden nie geglaubt haben, oder diese schlicht nicht ernst nahmen, frei nach dem Motto:

„Ein bisschen Kopfschmerzen und Müdigkeit hat jeder mal.“

Hier die Fragen von der Psychologin Monika Szelag aus Wien: Weiterlesen

Fibromyalgie, Polyneuropathie und Gluten

Ganz ehrlich, ich habe mich schon sehr lange nicht mehr ernsthaft mit meiner 2008 diagnostizierten Fibromyalgie und sensomotorischen Polyneuropathie auseinandergesetzt, aus dem einfachem Grund, dass ich eigentlich keine Probleme mehr habe, seitdem ich mich glutenfrei ernähre. Viele Jahre habe ich mich zuvor gequält und reihenweise Ärzte aufgesucht.

Wenn ich heute bei einer Mahlzeit versehentlich einer größeren Menge Gluten ausgesetzt bin, haut es mich zwar ca. 24 Stunden später um, also in ein Bett, aber das hält meist nur wenige Stunden an und Myalgie-Schmerzen bekomme ich dann eher nicht, wahrscheinlicher ist eine kleine Migräne-Attacke.

Wie es der Zufall will, habe ich vor einigen Tagen ein Interview zu diesem Thema gegeben und dort noch getönt, dass es mir absolut prima geht. Tatsächlich habe ich aber in den letzten Tagen enorme Probleme mit den Gelenken, Müdigkeit und Myalgie-Schmerzen gehabt, konnte mir diese aber nicht erklären, ich war nicht auswärts essen und achte eigentlich beim Einkaufen genau auf das, was ich mitnehme. Aber Gelenk- und Muskelschmerzen zusammen sind bei mir nie ein Zufall und deuten auf permanente Gluten-Aufnahme hin.

Als ich dann beinahe in einem altem Automatismus zu den Schmerztabletten griff, wusste ich, dass etwas tatsächlich nicht stimmt und ich nicht nur eine harte Woche hatte oder zu viel Sport getrieben habe, oder einfach schlecht geschlafen habe, oder was man eben sonst für Erklärungen sucht, wenn man einfach nicht mehr kann. Weiterlesen

Vielleicht doch Zöliakie?

Ich ernähre mich nun seit Jahren glutenfrei, hatte aber nie daran gedacht, dass Zöliakie die Ursache für meine 2008 diagnostizierte Fibromyalgie sein könnte. In den letzten Tagen habe ich wieder viel über die Kranksheitsbilder gelesen, auch Studien zu dem Thema angesehen. Sagen wir mal, es ist schon speziell, auch wenn es rückblickend viel einfacher hätte sein können, vor allem vor dem Hintergrund zuvor jahrelanger Leiden.

Ich habe zum Beispiel nicht gewusst, dass Zöliakie auch im späteren Leben erst auftreten kann. Das war mir völlig neu und traf mich vor einigen Tagen wie ein Schlag in das Gesicht. Ich dachte vorher, man hat es von Geburt an, oder eben nicht. Offenbar erwischt es viele Erwachsene erst im Alter zwischen 30 und 40. Dass ich eine Weizenallergie (IgE) habe, stand schon im Kindesalter fest, ich habe da aber keinen Zusammenhang mit Zöliakie gesehen, den gibt es aber offenbar doch.

Mein Bluttest, den ich NACH der Diagnose Polyneuropathie und Fibromyalgie habe machen lassen, war nicht ganz eindeutig.

„Bei Verdacht auf eine Zöliakie/Sprue muss die Diagnose in jedem Fall durch eine endoskopische Biopsie aus dem unteren Zwölffingerdarm gesichert werden.“ DZG

Ich habe damals auf die Biopsie zu verzichtet und direkt mit einer glutenfreien Diät zu begonnen, die Diagnose „Zöliakie“ wurde also nie gestellt.

Das hätte man aber eindeutig nachweisen können, nur eben nicht, nachdem ich bereits monatelang die glutenfreie Ernährung verfolgte, das hätte vorher passieren müssen. Nun könnte man argumentieren, dass der Erfolg der Diät derart umwerfend war, dass an der Zöliakie keinerlei Zweifel besteht. Ich hatte immer die Fibromyalgie als Ursache gesehen und die Gluten-Unverträglichkeit als Resultat bzw. Symptom, nicht umgekehrt, aber ist das wirklich so?

Nun ist mir klar geworden, im Austausch mit anderen Zöliakie-Betroffenen, dass die Fibromyalgie eine gar nicht mal so untypische Langzeitfolge von Zöliakie sein kann. Die „klassischen“ Symptome von Zöliakie hatte ich damals natürlich auch alle, außer einem Gewichtsverlust. Seltsamerweise ist keiner der vielen Ärzte auf diese recht einfache Idee gekommen.

Ich kann mir das bis heute nicht erklären.

Bisher hatte ich mich nie als Zöliakie-Kranken betrachtet, ich werde nun auch unseren Sohn genauer beobachten, da es offenbar eine erbliche Häufung gibt, bisher ist aber alles unauffällig, zum Glück. Ich habe schon in den letzten Jahren viel zum Thema „glutenfreie Ernährung“ hier im Blog geschrieben, werde dies nun aber auch spezieller für die Zöliakie neue Themen einbeziehen.

100% gfcf / 80% paleo

Vollzeitvater

Vollzeitvater

Ich musste meine Ernährung schon vor langer Zeit auf eine gluten- und caseinfreie Diät (im eigentlichem Sinne) umstellen, um die Symptome meiner Polyneuropathie,  Fibromyalgie und CFS den Griff zu bekommen. Inzwischen bin ich seit langer Zeit beinahe symptomfrei, wenn mir nicht etwas falsches zu Essen zwischen die Zähne gerät, gerade im Restaurant oder bei Freunden kann das schnell mal passieren.

Durch die Umstellung auf die gfcf-Ernährung habe ich allerdings nicht abgenommen, was mir meine Ärzte ergänzend dringend angeraten haben. Wie immer eigentlich, wenn ich bei einem Arzt aufgeschlagen bin, und ich war bei vielen. Allerdings haben alle diese Ärzte meine Probleme auf mein Übergewicht geschoben, teilweise passiert das bis heute, was schlicht nicht gestimmt hat.

Erst nachdem es mir wieder gut ging, konnte ich überhaupt erneut an Sport, Abnehmen und eigene Kinder denken. Die Einschränkungen der gluten- und caseinfreien Ernährung machten eine klassische Gewichtsreduktion beinahe unmöglich, durch Zufall landete ich auf marksdailyapple.com, einer Seite, die sich mit der sogenannten Steinzeit-Ernährung beschäftigt.

Zuerst fand ich das den totalen Quatsch, bis mit klar wurde, dass es mit meiner gfcf-Diät gut kombinierbar war. Die „Primal-Blueprint“-Ernährung ist grundsätzlich gluten- und caseinfrei und verzichtet zusätzlich auf verarbeitete Lebensmittel und vor allem auf Zucker. Auf der Seite der Erfolgsberichte waren beeindruckende Geschichten zu lesen. Ich wollte das gar nicht glauben, bis ich die Geschichte von jemanden las, der vorher Fibromyalgie hatte und durch die Paleo-Ernährung wieder „gesund“ wurde.

Die Story hätte von mir sein können, es gab nur einen Unterschied, er hat noch dabei abgenommen.

Also habe ich es versucht und habe Erfolg dabei. Was ich esse, bzw. nicht esse, möchte ich hier kurz zusammenfassen, für alle, die sich schon mal gefragt haben, was ich da eigentlich mache.

Mir ist durchaus bewusst, dass diese Ernährungsweise der Ernährungspyramide der DGE deutlich widerspricht und natürlich auch keinen Veganer oder Vegetarier glücklich machen kann.

Was ich aktuell NICHT esse:

  • Alle Arten von Getreide und Produkten daraus,
    ( z.B. Weizen, Dinkel, Hafer, Roggen), außer Buchweizen, Reis, Quinoa, Hirse in kleinen Mengen
  • Alle Arten von Milchprodukten und Produkten, denen Milch zugesetzt wurde
    (Käse, Milch, Joghurt), außer reiner Butter, Butterschmalz, Molke
  • Alle Arten von Planzenöl (Rapsöl, Distelöl, Sonnenblumenöl), außer Olivenöl und Kokosfett (nicht Palmöl) in kleinen Mengen
  • Alle Lebensmittel, denen Zucker beigefügt wurde

Was ich esse:

  • Alle Arten von Gemüse, viel Gemüse
  • Fleisch, vorzugsweise von nicht hochgezüchteten Tieren, sonst aus biologischer Haltung, wenn irgend möglich
  • Meeresfrüchte und Fisch
  • Innereien, wie Leber, Knochenmark
  • Eier, viele Eier, gerne auch Gänseier, immer aus biologischer Haltung
  • Obst, nicht zu viel, vorzugsweise Beeren
  • Hülsenfrüchte, daher ist es nicht 100% paleo
  • Nüsse und Samen, aber keine Erdnüsse, da ich allergisch bin

Was ist gesundes Essen?

Ganz einfach: Essen, das nicht krank macht.

 

 

Impfen und Nebenwirkungen

Bisher waren die Impftermine für unser Kind nicht weiter schlimm, er hat eigentlich alle mit stoischer Geduld ertragen.

Heute war es anders.

Da ich heute kein Tageskind da hatte, nutze ich die Gelegenheit einen weiteren Termin beim Kinderarzt wahrzunehmen.

Wie üblich bin ich mit dem Rad und dem Sohn im Chariot / Thule Kinder-Fahrrad-Anhänger gefahren. So langsam hätte ich gerne auch so ein Fahrrad mit Elektromotor-Unterstüzung, also ein Pedelec, du meine Güte ist der Mops schwer geworden. Touren mit ihm im Schlepp ufern so langsam in echte Sporteinheiten aus, insbesondere wenn es Brücken zu überqueren, oder Straßen und Schienen zu unter fahren gilt. Leider bietet Radon-Bikes  keines (mehr) an und da ich mit meinem Radon TCS 9.0 Disc  aus 2010 so etwas von zufrieden bin, kommt eine andere Alternative aktuell nicht in Frage.

Erstaunlicherweise war beim Arzt, im Gegensatz zum letzten Mal, heute nicht viel los, wir kamen beinahe sofort dran. Die Spritzen fand unser Kind heute total gemein. Unser echt netter Kinderarzt quittierte dies mit einem sehr resigniertem:

„So, jetzt kann auch er mich bis zur U7 nicht mehr leiden.“

Vermutlich liegt er da richtig.

Auf dem Rückweg waren wir noch einkaufen, der Sohn durfte im Einkaufswagen sitzen, das hat er bisher nur einmal gemacht, sonst fahre ich mit dem Kinderwagen zum Supermarkt um die Ecke. Da wir aber nun ohnehin schon auf großer Tour waren, lohnte sich ein kleiner Umweg in das nächst gelegene große Einkaufszentrum.

Der Nachmittag war dann sehr anstrengend, unser Sohn litt sichtlich unter der Impfung. Morgen soll es noch schlimmer werden. Na super.

Eigentlich wollte ich heute Abend noch zum Sport fahren, aber die letzten beiden Nächte fordern ihren Tribut, ich gehe dann doch lieber früh ins Bett, wer weiß, wie oft ich diese Nacht wieder aufstehen muss.

Grundsätzlich sich meine Frau und ich für alle Impfungen, die man bekommen kann. Meinen Impfpass halte ich stets aktuell, obwohl ich eigentlich nach jeder Impfung heftige Nebenwirkungen für einige Tage habe. Die Hepatitis-Impfung hat mich zwei Wochen flach gelegt, eine Grippe-Impfung tut dies üblicherweise für zwei oder drei Tage.

Mit Anfang 30 hatte mich eine schwere Grippe erwischt, die gefühlt nie wieder weg ging. „Postvirales Erschöpfungssyndrom“ wurde Jahre später diagnostiziert, dies führte zum CFS, der Fibromyalgie und löste die Zöliakie aus.

Alles, was mein Immunsystem angreift, macht mich kurz fertig. Aber besser drei Tage durch die Impfung, als mehrere Wochen durch die Grippe.

Bei unserem Kind hatte die Impfung diesmal auch durchschlagenden Erfolg.

Der Sohn hatte ja die zweite Spritze der MMR-Impfung erhalten und eine Auffrischung der 5-in-1. Das war keine so gute Idee, denn ihm ging es danach wirklich elend. Um uns dies eindrücklich nahe zu bringen, hat er abends das Bett, das Laminat, den Teppich, den Sessel, seinen Schlafsack, seine Kuscheltiere und uns so richtig voll gegöbelt. Zweimal.

Das wurde eine sehr kurze Nacht.

Insgesamt war die ganz Woche sehr anstrengend, denn ich bekam selten mehr als 4 bis 5 Stunden Schlaf die Nacht, inkl. 30 – 60 minütiger Unterbrechungen. Hinzu kam das sehr bescheidene Wetter. Wir sind zwar tapfer trotzdem raus gegangen, aber bei Regen ist das Spielen schon arg eingeschränkt. Jetzt bin ich heilfroh, das Wochenende ist.

Nach dem Kotzen kam dann das Fieber, mit dem Fieber kamen die Impfmasern.

Für alle, die keine Kinder haben, hier noch einmal kurz die Bedeutung einer solchen Aussage:

  1. Das Kind schreit.
  2. Immer.
  3. Es will immer auf den Arm, nie auf den Boden oder sonstwo hin
  4. Es schläft nie länger als eine Stunde am Stück.
  5. Nie.
  6. Es isst nicht.
  7. Wenn das Kind heiser wird, schreit es noch mehr und jammert abwechselnd.
  8.  Das passiert nach ca. 12 Stunden Dauergebrüll.

Diese acht Punkte haben natürlich gewisse Auswirkungen auf die Eltern. Was Schlafentzug alles verursachen kann, habe ich ja schon mal ausführlich beschrieben, zu lesen in den ersten drei Monaten dieses Blogs.

Alle Planungen für das letzte Wochenende mussten aufgegeben werden. War das anstrengend. Eigentlich ist es das noch, denn unserem Kind geht es nach drei Tagen nun besser, ist aber immer noch extrem nörgelig, hinzu kommt natürlich seit heute auch wieder das Tageskind. Montage mit Tageskind sind immer etwas besonderes, im Sinne von besonders schwierig, heute war da keine Ausnahme.

Meine Frau ist geschäftlich unterwegs und kommt erst sehr spät heute Abend wieder. Ich habe meinen Sohn eine Stunde lang in sein Bett gebracht, nachdem er mich eine Stunde zuvor dauer-bebrüllt hat. Mein Abendessen habe ich sehr genossen (SARKASMUS). Nun liegt er in seinem Bett  und brüllt mich durch das Babyphon an, während ich diesen Artikel weiter schreibe.

In drei Minuten muss ich wieder zu ihm runter, dann beginnt er voraussichtlich Ersticken vorzutäuschen.

Vermutlich geht das ab jetzt stundenweise so weiter, bis ich die Nerven verliere und dann doch Schmerzsaft gebe, obwohl ich das eigentlich nicht machen wollte.

Hinweis: Impfmasern sind nicht ansteckend

 

Maul und Klauenseuche

Ich hatte mich zu früh gefreut.

Letzten Dienstag war ich wieder zum Impftermin mit unserem Mops, die letzten Spritzen hatten ja etwas länger nachgewirkt. Dachte ich.

Als der Kinderarzt fragte, wie das Kind die 5+1 Auffrischung vertragen hat, gab es eine kleine Diskussion, denn ich dachte unser Sohn hätte beim letzten Termin auch eine weitere MMR bekommen, daher auch die Impfmasern.

Tja, was soll ich sagen, unser Sohn hatte gar keine MMR, folglich auch keine Impfmasern, sondern die Hand-Mund-Fuss-Krankheit, auch als Kleinkinder-Maul und Klauenseuche bekannt.

Ist jetzt auch egal, denn vorbei. Vermutlich hatte mein Tageskind dann auch kein Herpes-Simplex, sondern ebenfalls HMF, nur eben mit anderer Ausprägung, das soll vorkommen. Wer da nun wen angesteckt hat, kann ich nicht mehr sagen, ich frage mich auch, woher die beiden es ergattert haben.

Diesmal gab es die Meningitis-Impfung. Bisher halten sich die Nebenwirkungen in Grenzen, Der Sohn ist aber ein wenig anhänglicher als sonst, was meine Arme und mein Rücken zu spüren bekommen. Ein Freund fragte mich, wieso ich das so anstrengend finden würde, wo ich doch so dicke Arme und einen breiten Rücken habe. Wer sich das auch fragt, kann sich ja mal eine 10-Kg-Scheibe an den linken Arm hängen und 12 Stunden angewinkelt damit rumlaufen.

 

Zehn kleine Fingernägel

Zehn kleine Fingernägel, die hatten Hand-Mund-Fuß;
Einer bog sich um, da blieben nur noch neun.

Neun kleine Fingernägel, die gaben kurz nicht acht;
Einer brach den andern ab, da waren’s nur noch acht.

Acht kleine Fingernägel, die gingen und stahlen Kekse;
Den einen schlug der Deckel tot, da blieben nur noch sieben.

Sieben kleine Fingernägel begegnen einer Hex‘;
Einen zaubert sie gleich weg, da blieben nur noch sechs.

Sechs kleine Fingernägel gehn ohne Schuh und Strümpf;
einen schnippt der Papa ab, da blieben nur noch fünf.

Fünf kleine Fingernägel, die hielt nichts mehr hier;
Den einen schnippt die Mama ab, da waren’s nur noch vier.

Vier kleine Fingernägel, die aßen einen Brei;
Einer knibbelte am Tellerrand, da blieben nur noch drei.

Drei kleine Fingernägel spazierten am Bau vorbei;
Einer kratzte an einem Steine – da blieben nur noch zwei.

Zwei kleine Fingernägel, die plantschten schön im Rheine;
Den einen fraß ein Frosch – da blieb nur noch der eine.

Den einen kleinen Fingernagel biß der Sohn sich selber an;
Zehn kleine Fingernägel sind bald wieder dran.

 

Ich fand das Gedicht, leicht verändert, irgendwie passend für die Nebenwirkungen der Hand-Mund-Fuß-Krankheit. Der Kinderarzt hatte uns gewarnt, dass im Anschluss die Fingernägel sehr empfindlich sind, und so kam es dann auch. Einer nach dem Anderen verabschiedete sich ca. auf dem halben Weg. Da lief es uns jedes mal kalt den Rücken runter, wenn wir wieder einen kleinen Fingernagel amputieren mussten. Das sah wirklich nicht gut aus. Inzwischen sind alle wieder auf dem Weg der Besserung.

Anmerkung zur „Küchentherapie“, aus Guter Rat 10-2011

In der Ausgabe 10 (Oktober) der Zeitschrift „Guter Rat“ habe ich einen Artikel mit dem Titel „Küchentherapie“ gelesen, der mich direkt ansprach und dann sehr stuzen lies. Es geht im Kern darum, dass aktuelle, aber leider nicht näher benannte, Studien belegen, dass der Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit sehr stark ist.

In der Einleitung wird das Beispiel einer Migräne-Patientin gezeigt, die durch eine GFCF-Diät beschwerdefrei wurde  (Seite 63). Auch ich habe meine Ernährung auf eine gluten- und caseinfreie Ernährung umgestellt, nachdem mir CFIDS und Fibromyalgie diagnostiziert wurde, Migräne war auch eines meiner Symptome. Mittlerweile bin ich schon lange völlig beschwerdefrei und ich habe meine gesamte Leblensqualität zurück erlangt.

Nach der Einleitung driftet der Artikel aber dann plötzlich in allgemeine Hinweise zur Ernährung  ab und geht nicht näher auf das Beispiel in der Einleitung ein. Schade genug, aber eine Seite später wird es dann sehr konfus. Zu verschiedenen Symptomen werden „Ernährungsalternativen“ aufgezeigt, die eine Verbesserung bringen sollen. Weiterlesen

Die gluten- und kaseinfreie Ernährung (gluten and casein free diet)

Ich möchte diese GFCF-Ernährungsweise niemandem empfehlen, sondern nur denen eine Hilfestellung geben, die diese Entscheidung bereits für sich getroffen haben.
Diese „Diät“ ist nicht zum Abnehmen gedacht, ich bin dafür der lebende Beweis.

Es ist auch keine Lebenseinstellung wie zum Beispiel die vegane Ernährung. Wer sich gluten- und caseinfrei ernährt, hat meist keine Alternative, außer heftige Symptome zu akzeptieren. Alle, die eine der weiter unter genannten Erkrankungen diagnostiziert bekommen haben, sollten sich mit dem Thema beschäftigen und mit einem Arzt, der sich wirklich auskennt, unterhalten.

Letztere sind sehr schwer zu finden, ich spreche da aus Erfahrung.

In den USA wird diese Ernährung für autistische Kinder und Kinder mit ADHS von vielen Eltern empfohlen. Aber auch bei  ME/CFS , Fibromyalgie und Schizophrenie sind positive Erfahrungen belegt, so bin ich darauf als Therapie-Ansatz für mich gestoßen.

Im Kern geht es darum, Eiweiße aus Getreide und Milch, sowie Produkte daraus komplett ohne Ausnahmen zu vermeiden.

Da dies viel schwieriger ist, als man auf den ersten Blick vermuten kann, möchte ich meine Erfahrungen gerne weitergeben.

Die Steinzeit-Ernährung hat nicht direkt etwas damit tun, es gibt aber viele Gemeinsamkeiten. Es gibt noch weitere Ansätze zu Diäten, die eine anti-entzündliche und anti-allergene Ernährungsweise beinhalten. Alles diese Diäten können helfen, ich habe mich für die GFCF-Diät entschieden, aber auch ich habe weitere Elemente mit hinzugenommen, wie den generellen Verzicht auf industriell hoch verarbeitete Lebensmittel und Zucker. Bekannte Allergene habe ich ebenfalls aus der Ernährung gestrichen, wie Nüsse, Erdnüsse, Nachtschattengewächse (Tomaten, Zucchini, Oberginen), Sellerie und Senf. Natürlich auch den Alkohol.

„Die Exorphine des Glutens heißen Gliadorphine, die des Kaseins Kasomorphine. Die Namen sind auf Grund der morphinen Wirkung gewählt, da diese Substanzen an die Opioidrezeptoren des Menschen binden. Im Organismus binden die Endorphine an diese Rezeptoren und regulieren damit z. B. Schmerzempfinden, Hungergefühl und Sexualität. Die starke Mutter-Kind-Bindung der ersten Monate wird von einigen Wissenschaftlern auf die Wirkung der auch in der menschlichen Muttermilch enthaltenen Kaseomorphine zurückgeführt.“ Wikipedia

Ich habe dafür hier im meinem Blog eine eigene Kategorie hinzu gefügt. Bücher auf Deutsch zu diesem Thema sind absolute Mangelware. Offizielle Untersuchungen und Studien übrigens auch. Auf den ersten Blick ist das nicht nachvollziehbar, zumindest nicht, wenn man sich mit dem Thema etwas mehr beschäftigt. Allerdings sind solche Studien schwierig und teuer und die meisten Studien sind organisiert durch die Industrie, die hieran eher kein Interesse hat.

Diese Ernährungsweise führe ich nun seit über einem Jahr und werde nie wieder freiwillig damit aufhören, da die positiven Effekte auf mein Leben kaum zu beschreiben sind. Meine Freunde und meine Familie wissen, was ich meine.

Laut BMI bis ich „schwerst übergewichtig“. Die Vermutung, dass Diabetes vorliegt kommt stets als erstes von den Ärzten und jedes Mal sagen meine Blutwerte etwas anderes. Die Zuckerreaktion ist für einen Mann mit meinem Gewicht und Alter praktisch perfekt. Die Werte für Cholesterin und Triglyceride sind völlig normal. Das bedeutet natürlich nicht, dass weniger Gewicht kein Vorteil wäre, aber das ist ein nachrangiges Ziel für mich.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich keine weiteren Erfahrungen mit Autismus habe! Hierzu kann ich keine Ratschläge erteilen, es ist nur ein Zufall, dass diese Diät, die für mich funktioniert um meine chronische Autoimmun-Erkrankung zu verbessern, „Autismus“-Diät genannt wird. Wenn jemand Fragen zu diesem speziellen Thema hat, sollte auf dazu thematisch passenden Seiten nachgelesen werden, hier geht es um ME/CFS, postvirales Erschöpfungssysndrom und Fibromyalgie.