Das Haus vom Nikolaus

Der Lebkuchen, mild und fein,
ein Haus daraus sollt‘ es schon sein,
um es einfacher zu machen,
wie so  üblich bei solch Sachen,
kam der Papa ohne Sause
mit dem Bausatz flott nach Hause.

Voll Freude sagt der Sohne bald:
„Lass uns bauen, es ist schon kalt!
Doch nicht so wie es Mama macht,
letztes Jahr hast du gelacht,
denn der Kleber war nicht feste,
so blieb uns nur ein Haufen Reste.“

So wurd mit reichlich Zuckerguss,
ein Haus gebaut, welch ein Genuss.
„Übertreib es nicht mit dem Dekor!“
sagten beide wie im Chor,
doch wer hört auf die Eltern grad,
wenn das Kind ist voll in Fahrt.

Lebkuchenhaus, vorher

Das Dach, beladen bis es krachte,
staunte was er sonst noch machte:
Ein Figürchen hier, ein Zaun dort drüben,
erstaunlich, selbst noch ein Satz Rüben.
Ein Weihnachtsbäumchen ließ auf sich warten,
kam am Ende aber in den Garten.

So sollt es stehen, das fertige Haus,
Tag ein Tag aus, eigentlich bis Nikolaus.
Natürlich kam es dann ganz anders,
unser Sohn, denn der kann das,
rückte heimlich mit dem Messer vor,
machte noch ein zweites Tor.

Lebkuchenhaus, später

Lebkuchenhaus, später

Eines Tages beim Betrachten,
ich wollt es wirklich nur beachten,
drehte ich das Haus dann um,
schaute anschließend recht dumm,
kurz vor dem gedachten Essen,
wirkte es leicht angefressen.

Das Haus wurd zum Haus der Sünde,
was macht schon ein kleines Pfünde.
Für den Nikolaus war nichts mehr da,
Knecht Ruprecht fand das sonderbar,
Beide schauten recht verdutzt,
der Sohn, der hat es weggeputzt.