Instrumental aggressive Handlung

Der zweite Teil meiner Ausbildung zur qualifizierten Kindertagespflegeperson (zertifizierter Tagesvater/ Tagesmutter) ist erheblich anspruchsvoller, als der erste Teil. Genaugenommen hängt die Qualität der Ausbildung zum Großteil von einem selber ab, denn Noten gibt es nicht. Ob man im Kurs etwas mündlich beiträgt, oder nicht, ändert rein gar nichts. Ob ich die Unterlagen zu Hause noch einmal durcharbeite, oder eben nicht, interessiert bisher niemanden. Das Gleiche gilt für ergänzende Literatur, also Bücher, die sich mit Pädagogik beschäftigen.

Netterweise kann man viele Bücher bei unserer Dozentin leihen, das spart viel Geld und erspart so manchen Fehlkauf. Nicht alle Bücher sind meinem Geschmack und meinem Anspruch nach passend. Viele sind auf dem Niveau für Grundschulkinder und damit meine ich nicht die pädagogische Zielgruppe. 🙂

Ich musste da letztens an meinen Deutsch-Unterricht in der Berufschule denken, die ich nach dem Abitur besuchte. Ich hatte Deutsch als fünftes Abifach und Geschichte als LK, was auch wie Deutsch ist, nur ohne Goethe. Für die erste Stunde mussten wir ein Heftchen zur neuen, deutschen Rechtschtreibung kaufen, mit dem Titel: „Ich bin ein Delphin oder ein Delfin?“ Kein Satz in diesem „Unterrichtsmaterial“ war länger als Subjekt-Prädikat-Objekt.
Ungefähr auf diesem Niveau ist ein Drittel der Bücher, die uns im Kurs empfohlen werden. Ein weiteres Drittel wendet sich an „Laien“, also Eltern, diese Bücher sind teilweise recht gut. Es gibt aber auch einige Bücher, die wurden für Sozialpädagogen und Kinderphsychiater geschrieben. Davon habe ich gerade einige hier, das ist wirklich harter Stoff.

Das Lesen macht da nur bedingt Spaß. Weiterlesen

20 Minuten

Bisher ist im Bereich „Tagesvater“ auf dieser Homepage, in der Rubrik „Pädagogisches Konzept“, noch nicht viel Inhalt zu finden. Das hat einen guten Grund, denn die pädagogische Ausbildung startet erst im Modul 2 meiner Ausbildung zur Kindertagespflegeperson. Der erste Abend für den zweiten Teil fand diese Woche Montag statt, am anderen Ende von Neuss.

Es ist eine komplett neue Gruppe, alle haben den Teil 1 bereits abgeschlossen, das heißt alle Teilnehmer haben bereits die Berechtigung eine Pflegeerlaubnis zu beantragen. Wie im ersten Kurs, habe ich auch diesmal auf Anhieb nur wenige der anwesenden Tagesmütter für meinen eigenen Sohn als passend eingestuft. Irgendwie erschreckend. Ich bin übrigens wieder der einzige Mann in der Forbildung. Aber kommen wir zum eigentlichen Thema.

Unsere Dozentin fragte in die Runde, wie lange wir uns für einen durchschnittlichen „Wickelvorgang“ Zeit nehmen würden, bzw. sollten. Ich beantwortete diese Frage mit: „2-3 Minuten, wenn ich es drauf anlege, schaffe ich es auch deutlich unter einer Minute, genauer gesagt in 38 Sekunden.“  „Sie haben die Zeit gestoppt?“ Kam entrüstet das Kommentar von links. „Ja, sagte ich, klar, ich bin ein Mann.“ Das war eigentlich ein Witz, fand aber irgendwie gar keiner lustig. Die Dozentin sah mich mitleidig an und sammelte weitere Zeitangaben ein. Als sie jedoch sagte: „Ein durchschnittlicher Wickelvorgang sollte 20 Minuten dauern„, muss in meinem Gesicht das Entsetzen gestanden haben. Weiterlesen

Diskriminierung in der Ausbildung zum Tagesvater

Ja, ich gebe zu, der Titel ist vielleicht ein wenig reißerisch, aber was solls. 🙂

An die Alltags-Diskriminierung, vorzugsweise von älteren Damen, in der Art: „Oh, hat Sie die Mutti heute alleine einkaufen geschickt?“ habe ich mich inzwischen längst gewöhnt. Das macht mir wirklich gar nichts mehr aus. Wenn es allerdings um offizielle Verlautbarungen geht, zum Beispiel von Politikern, dann sehe ich das Ganze völlig anders. Das ärgert mich, sogar ziemlich. Überall wird so getan, als wenn Männer und Frauen in der Kindererziehung gleichberechtigt sind. Leider stelle ich immer wieder fest, dass dies nur Theorie ist und nicht mal auf dem Papier steht.

Frauen haben für die Gleichberichtigung vor dem Gesetz und im Beruf lange gekämpft. Wenn aber heute eine Frau in ihrem Beruf derartige Missstände feststellen würde, wie ich gestern mich betreffend, dann würde eine bekannte Frauenzeitschrift Sturm laufen und Köpfe fordern. Männer in „Frauenberufen“ haben aber keine Lobby, ganz im Gegenteil.

Gestern ging es in die zweite Runde meiner Ausbildung zum Tagesvater (Kindertagespflegeperson). Im zweiten Teil geht es dabei verstärkt um Pädagogik, unser Thema war „Bindung, ein wichtiges Konzept für die Kindertagespflege“, das Unterrichtsmaterial stammte aus dem DJI-Curriculum „Qualifizierung in der Kindertagespflege“, Kallmeyer 2008, 2. Auflage.

Als ich den Text las, fiel mir anhand der Formulierungen beinahe die Kinnlade auf den Tisch. Hier ein paar Beispiele: Weiterlesen

Der Antrag auf Pflegeerlaubnis

Am Freitag rief doch tatsächlich das Jugendamt an und fragte uns nach meinem Antrag auf die Pflegeerlaubnis für die Kindertagesbetreuung. Da war ich baff, ich hätte nicht gedacht, dass die da tatsächlich so hinterher sind. Es scheint offenbar reichlich Nachfrage zu geben. Ich wollte die Dame vom Amt aber auch nicht länger als nötig warten lassen und schrieb gestern den Antrag mit den erforderlichen Anlagen:

  • Bescheinigung über den Kurs zur Kindertagespflegeperson (Modul 1)
  • Bescheinigung über den Erste-Hilfe-Kurs am Kleinkind
  • Erweiterte Führungszeugnisse von meiner Frau und mir

Der Antrag ist jetzt in der Post, inklusive der Angabe meiner Betreungsmöglichkeiten. Jetzt muss ich aber echt so langsam die entsprechenden Seiten hier im Blog fertig machen. Mittlerweile lesen regelmäßig eine ganze Anzahl Besucher den Bereich „Tagesvater„, obwohl noch gar nicht so viel drinsteht. Das muss sich nun ändern.

Heute werde ich eine weitere Seite vorbereiten.

Das erweiterte Führungszeugnis

Um als Kindertagespflegeperson (Tagesvater) zugelassen zu werden, benötige ich und alle, in unserem Haushalt lebenden Erwachsenen, ein erweitertes Führungszeugnis, welches dann beim Jugendamt hinterlegt wird. Die Kosten trägt hierfür, zumindest hier bei uns in Neuss, das Amt selbst. Heute waren wir im Bürgerbüro und haben die Führungszeugnisse beantragt, das war in kaum fünf Minuten Erledigt.

„Mit dem am 1. Mai 2010 in Kraft getretenen 5. Gesetz zur Änderung des Bundeszentralregistergesetzes vom 16. Juli 2009 ist in §§ 30a, 31 Bundeszentralregistergesetz (BZRG) ein „erweitertes Führungszeugnis“ eingeführt worden, welches über Personen erteilt werden kann, die beruflich, ehrenamtlich oder in sonstiger Weise kinder- oder jugendnah tätig sind oder tätig werden sollen.“
Bundesjustizamt

Da ich inzwischen auch die Ersthelfer-Ausbildung abgeschlossen habe und bereits die Bescheinigung für das Modul 1 „Kindertagespflege“ vom Edith-Stein-Haus erhalten habe, kann ich nun in wenigen Tagen die Pflegeerlaubnis beantragen. Das ging jetzt irgendwie sehr schnell. Den weiterführenden Kurs habe ich bereits gebucht, dieser beginnt dann im März. Im Dezember könnte ich das Zertifikat erhalten und so die Ausbildung abschließen.

Hausaufgaben

So richtige Hausaufgaben bekommen wir im Kurs zur Kindertagespflegeperson eigentlich nicht, aber reichlich Lese-Empfehlungen und Anregungen. Natürlich will ich auch nicht der Faulste sein und setze viele der Ratschläge bestmöglich um. In der letzten Stunde am Montag Abend haben wir Präsentationsmappen von Tagesmüttern und einem Tagesvater aus Neuss bearbeitet. So richtig umgehauen haben die mich alle nicht, vermutlich, weil ich Online-Medien bevorzuge. Dennoch ist die Idee an sich natürlich eine sehr gute.

Die Eltern der Tageskinder benötigen eine Menge Informationen und möchten sich ja auch gerne ein Bild von der Tagesmutter oder dem Tagesvater machen, der oder dem sie ihr Kind anvertrauen.

Für den Fall, dass einige Eltern sich von meinem Blog nicht abschrecken lassen, bereite ich nun eine Art Präsentationsmappe in einem getrennten Bereich auf „Vollzeitvater.de“ vor. Unter dem Stichpunkt „Tagesvater“ werde ich verschiedende Themen auf arbeiten. Der Bereich „Tagesvater“ ist wie folgt strukturiert:

Bis dieser neue Bereich fertig ist, wird es aber noch etwas dauern. Die Hausaufgabe ist viel aufwendiger, als sie auf den ersten Blick scheint. Ich hoffe bis Ende Oktober in allen Punkten schon einen vorläufigen, aber möglichst sinnvollen Text beisammen zu haben, mit dem interessierte Eltern schon mal etwas anfangen können.

Frauenquote und Männerquote

Jeweils am Montag Abend findet noch einige Wochen meine Ausbildung zur Tagespflegeperson statt. In dem Kurs sitze ich ja bekanntlich als einziger Mann. Bei insgesamt 13 Teilnehmern bedeutet dies eine Männerquote von deutlich unter 10%.
Das ist bisher immer ganz nett gewesen, aber wie man sich vorstellen kann, wäre für mich eine etwas höhere, männliche Beteiligung auch nicht schlecht. Da ich nun leider keine Männer in den Kurs zaubern kann, suchte ich nach einem kleinem Ausgleich und wurde unverhofft fündig.

Der Stammtisch der Piratenpartei in Neuss fand gestern statt, da bin ich, aus Interesse, auch hingegangen. Anwesend waren 31 Personen, davon fünf Frauen. Dies ergibt eine Männerquote von 84%, wobei der Redeanteil der Frauen gefühlt mindestens fünfzig Prozent war. 😉 Was in diesem Fall allerdings sehr positiv gemeint ist. Egal in welcher Diskussion, eine ausgeglichene Runde ist immer ein Vorteil. Den Piraten wird ja in den Medien häufig vorgeworfen, eine reine Männerpartei zu sein, empfunden habe ich es gestern zumindest nicht so. Weiterlesen

Alles, das wert ist getan zu werden, ist auch wert für Geld getan zu werden.

Gestern war der erste Tag meiner Fortbildung zur Tagespflegeperson, also zum sogenannten „Tagesvater“. Es war ja im Vorfeld nicht ganz einfach, wegen der terminlichen Schwierigkeiten, die Genehmigung vom Jugendamt zu erhalten. Es hat aber dann ja doch noch geklappt. Ich kann und darf zu der Fortbildung nicht viel schreiben, da wir eine „Verschwiegenheitserklärung“ unterzeichnet haben. Ein wenig möchte ich dann aber doch weitergeben, damit zumindest nachvollzogen werden kann, um was es eigentlich geht.

„Die erkennbaren Professionalisierungstendenzen (Qualifizierung, Sozial- und Unfallversicherung der Tagespflegepersonen) verändern diese Tätigkeit von der honorierten, ehrenamtlichen Kinderbetreuung zum Beruf.Wikipedia

Die Gruppe besteht aus 12 Frauen und mir. Alle Altersklassen, von jung und ohne eigene Kinder, bis hin zur erfolgreichen Oma ist alles dabei. Gut ein Drittel sind bereits ausgebildete Erzieherinnen oder studierte Sozialpädagoginnen, was mich zuerst sehr verwundert hat. Es ist aber wohl so, dass auch wer schon eine derartige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, genau diese  Zertifizierung nachweisen muss, um mit Kindern unter drei Jahren arbeiten zu dürfen. Ausgebildete Erzieher und ähnlich qualifizierte dürfen die dreistufige Ausbildung um gut ein Drittel abkürzen, um die Zertifizierung zu erhalten. Auf der anderen Seite darf man als zertifizierte Tagespflegeperson die Ausbildung zum Erzieher um ein Jahr verkürzen.

Der erste Tag brachte jetzt noch nicht viele neue Erkenntnisse, aber die Gespräche mit den anderen Teilnehmern waren durchaus interessant. So eine gut durchmischte Gruppe hat auch seine Vorteile. In erster Linie ging es darum, sich vorzustellen und die Beweggründe für die Ausbildung zu ergründen und zu erläutern.

Von den aktiven Betreuern in der Kindertagespflege abgesehen, für die die Teilnahme ein „Muss“ ist, hatte ich eine Art Deja Vu des Vorgesprächs beim Jugendamt. Ich scheine so ziemlich der Einzige zu sein, der es wegen des Geldes machen möchte. Das Piet nicht alleine aufwachsen soll, spielt aber durchaus auch eine Rolle.

Ich habe als „Nerd“ dazu eine klare Meinung: Weiterlesen

Warum gibt es so wenig Tagesväter?

Ich hätte da eine gute Erklärung.

Seit der Informationsveranstaltung im Mai versuche ich einen Termin mit einen Mitarbeiter des Jugendamtes in Neuss zu bekommen, um die „Eignungseinschätzung“ durchzuführen.
Diese ist die Grundvoraussetzung für die Anmeldung zum „Kindertagespflegekurs Modul 1“. Der Kurs ist Mindestbedingung für die Tätigkeit als Tagesvater. Bisher hat sich niemand auf E-Mails oder Telefonanrufe zurückgemeldet. Naja, es sind ja erst vier Wochen ohne Nachricht, Ämtern soll man ja Zeit geben. 🙂

Heute habe ich tatsächlich jemanden im Amt an das Telefon bekommen, ausgerechnet den einzigen Mann im Jugendamt.
Er war sehr nett und erklärte mir, dass viel zu tun ist und es noch etwas dauern kann, ich sollte aber schon einmal den Kurs buchen und so einen Platz dort reservieren. Das habe ich auch umgehend gemacht und das Familienforum hat sich auch umgehend zurück gemeldet, da gibt es nur ein Problem:

„…vielen Dank für Ihre Anmeldung zum Kindertagespflegekurs Modul 1 […] im Edith-Stein-Haus. Leider können wir Sie nicht für diesen Kurs anmelden, so lange die erste Eignungseinschätzung noch nicht vorliegt.“

Da beißt sich die Katze selbst in den Schwanz.

Ich bin ja mal gespannt, ob ich das noch hin bekomme. 😉

Kaffee-Kränzchen beim Jugendamt

Gestern war ich auf einer Informationsveranstaltung des für meinen Wohnort zuständigen Jugendamtes zum Thema „Qualifizierungskurs zur Tagesmutter oder zum Tagesvater“. Ein Kaffee-Kränzchen war es also streng genommen nicht, auch wenn es, zu meinem Glück, Kaffee und Plätzchen gab. Ohne Kaffee halte ich zur Zeit keine zwei Stunden durch, hoffentlich schläft Piet bald ein wenig länger.

„Jede Tagespflegeperson, die ein Kind mehr als 15 Stunden wöchentlich oder länger als drei Monate betreut, benötigt eine Pflegeerlaubnis, die die zuständigen Fachberater des Jugendamtes erteilen.
Voraussetzungen dafür sind u.a. ein Qualifizierungskurs für Kindertagespfleger und ein Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kinder.“ Stadtverwaltung Neuss

Dass ich überhaupt auf einer solchen Veranstaltung gelandet bin, habe ich einem Freund zu verdanken, der mir erzählte, dass Tagesväter dringend gesucht werden. Wir kamen darauf, weil ich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit meinen alten Job und auch meinen alten Beruf mit dem Ende der Elternzeit nicht weiter sinnvoll wahrnehmen kann. Also suche ich schon jetzt nach Alternativen, denn Kinderbetreuung kostet ja auch Geld, das erst verdient sein möchte.

An diesem Vormittag waren fünf potenzielle Tagesmütter und Tagesväter anwesend, einschließlich mir, sowie drei Damen vom Jugendamt. Also sieben Frauen und ich. 🙂 Weiterlesen