Silvester in der Jugendherberge: Erfahrungsbericht Daun 2012-2013

Die Umgebung von Daun

Die Umgebung von Daun

In meinem Artikel „Urlaub mit Kind“ hatte ich es bereits angekündigt, wir wollten ein paar Tage über Silvester zusammen mit Freunden in einer Jugendherberge verbringen. Das neue Jahr hat begonnen, also genau der richtige Zeitpunkt für einen kleinen Erfahrungsbericht. Wir hatten uns mit weiteren drei Elternpaaren und insgesamt fünf Kindern zwischen 20 Monaten und fünf Jahren in der Jugendherberge in Daun zum Silvester-Special angemeldet.

„Die moderne und gastfreundliche Eifelmaar-Jugendherberge Daun liegt in unmittelbarer Nähe zu den berühmten Vulkanseen der Eifel – dem sagenumwobenen Weinfelder Maar, auch Totenmaar genannt, dem Gemündener Maar und dem Schalkenmehrener Maar. Die Region rund um Daun, das Herzstück der Vulkaneifel, ist ein herausragendes Urlaubsgebiet in reizvoller Mittelgebirgslandschaft.“ diejugendherbergen.de

Nach einer erstaunlich entspannten Fahrt kamen wir an der Jugendherberge an, das Navi trällerte:

„Sie haben ihr Ziel erreicht, das Ziel liegt links!“

Moment, links ist nur ein Haufen Container. Nach einem kurzen Anruf klärte sich die Situation, das Navi hatte uns zu dem Fußweg, der steil einen kleinen Berg rauf geht, geführt. Kurze Zeit später erreichten wir den mit Familienkutschen vollgestellten Parkplatz. Nach dem Eintreten in die Herberge wurden Erinnerungen geweckt. Es sah genauso aus, wie ich Jugendherbergen in Erinnerung hatte. Im Erdgeschoss roch es nach Altenheim, in der ersten Etage nach Hallenbad. Das Zimmer war klein, mit Etagenbett und PVC-Boden.  Immerhin das Kinderbett war flammneu, stand aber immer im Weg. Dafür waren alle Angestellten der Jugendherberge in Daun super freundlich und sehr zuvorkommend.

Jugendherberge Daun

Jugendherberge Daun

Das Essen war quantitativ reichlich, qualitativ zwischen wirklich gut und kaum genießbar. Insgesamt wurde reichlich gesalzen. Den meisten Kindern schmeckte es gut, Piet war nicht so begeistert, denn es gab keine Eier und keinen Speck zum Frühstück. 🙂 Mit Brot kann er nichts anfangen. Für mich wurde das jeweilige Hauptgericht gluten- und caseinfrei gekocht, was dazu führte, dass mein Essen meist besser war. Ich hatte keinen Grund mich zu beschweren, auf Vorspeisen und Nachtisch musste ich aber stets verzichten. Dass die Küche überhaupt in der Lage war, glutenfrei zu kochen, hatte ich der Jugendherberge nicht zugetraut, es hat aber wirklich geklappt, ein großes Lob dafür. Zum Frühstück bekam ich verschiedene glutenfreie Brotsorten von Schär, das bieten die meisten Hotels nicht einmal an.

Das Freizeit-Programm war deutlich für Kinder ab 4 Jahren ausgelegt, was einigen, nicht nur uns, erhebliche Probleme bereitete. Da das Wetter nass und kalt war, wurden die längeren Aufenthalte im Freien teilweise zum Problem.

Wanderweg um das Maar, für Kinderwagen eine Zumutung

Wanderweg um das Maar, für Kinderwagen eine Zumutung

Wir waren zwar wirklich gut ausgestattet, die meisten Eltern hatten zumindest eine „Tatze“ auf dem Rücken, aber die Kinder wurden oft vergessen. Nach über zwei Stunden bei 4-7 c° im Regen waren einige Kinder, aber auch Erwachsene, sichtbar durchnässt und unterkühlt. Der Förster, der die Wanderungen anführte, kannte keine Gnade, es gibt eben kein schlechtes Wetter,  sondern nur falsche Kleidung (wörtlich). Nicht jeder ist aber beruflich jeden Tag draußen und hat entsprechende Kleidung im Schrank hängen. Davon abgesehen war die Landschaft toll und die Wanderungen sehr schön, für die älteren Kinder war es sicher spannend und informativ, Piet hat sich leider sehr gelangweilt und ging uns ganz gut auf die Nerven. Wir haben uns später von der Gruppe getrennt, damit Piet auch auf seine Kosten kommt.

Abenteuer Wald, aber nur für Kinder ab 4 Jahren

Abenteuer Wald, aber nur für Kinder ab 4 Jahren

Die älteren Kinder bekamen reichlich geboten und hatten dabei sichtlich Spaß. Es gab einen Kinoabend, eine Kinderdisco, Stockbrot-Rösten am Lagefeuer und vieles mehr. Die Ausstattung der Herberge war insgesamt gut, es gab ausreichend Hochstühle, Kinderbetten und ein gut ausgestattetes Spielzimmer.

Das große Plus ist sicherlich die Tatsache, dass keinen der Gäste Kinder gestört haben, das machte den Urlaub sehr entspannend. Die kleinen Kinder in ihre Betten zu bringen, war nicht immer einfach, denn durch die älteren, tobenden Kinder hatte man in den Zimmern oft das Gefühl, eine Herde Elefanten rennt den Korridor entlang. Die Babyfone erreichten mit Mühe und Not den Speisesaal. Für mich war das Bett definitv zu klein, was meine Entspannung ein wenig einschränkte.

Für das nächste Jahr wollten wir gerne wieder buchen, diesmal in Cochem, aber es war bereits gestern alles ausgebucht.

Fazit:

Wir haben für vier Übernachtungen in Vollpension mit zwei Erwachsenen und einem U3-Kind mit Getränken 370,00 Euro ausgegeben, inkl. Freizeitprogramm.

Was uns gut gefallen hat:

  • Gluten- und Caseinfreie Hauptgerichte für mich
  • Gutes Freizeitprogramm für Kinder ab 4 Jahren
  • Ausreichende Versorgung
  • Sehr freundliches Personal
  • Faires Preis-Leistungsverhältnis
  • Gute Lage der Herberge
  • Windeleimer auf dem Zimmer, gutes Kinder-Reisebett, gute Hochstühle
  • Kinderfreundliche Gäste

Was uns nicht so gut gefallen hat:

  • Kein Freizeitprogramm für Eltern mit U3-Kindern
  • Etagenbetten für die Eltern, obendrein zu klein für Menschen ab 1,80 cm
  • Typisches „Jugendherbergen-Flair“, die Homepage versprach etwas anderes
  • Für heutige Zeiten zu kleine Parkplätze und davon zu wenig, wenn die Herberge ausgebucht ist

 

 

5 Gedanken zu „Silvester in der Jugendherberge: Erfahrungsbericht Daun 2012-2013#8220;

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