Residential Home

Es war mal wieder an der Zeit, der letzte Besuch bei Ur-Oma ist schon echt lange her. Also packte ich heute Vormittag Piet in den Autositz und fuhr zu meiner Mutter, damit wir gemeinsam zur Ur-Oma fahren können.

Eigentlich ist Piet heute gut drauf, er hat toll geschlafen, ich also auch. Das Altenheim war ihm aber sichtlich unangenehm. Woran dies nun genau liegt, vermag ich nicht zu sagen, aber wer ist schon gerne im Altenheim?

„Und ich muss mein Leben in so etwas verbringen“, sagte meine Oma, als wir mit meinem Sohn im kleinen Park spazieren fuhren. Dass sie neunzig Jahre woanders gelebt hat und nun erst seit vier Jahren in einer Senioren-Residenz lebt, wollte sie nicht hören. Mir lag der Satz „keine Sorge, ist ja nicht mehr für lange“ auf der Zunge, aber da meine Mutter dabei war, habe ich mir den verkniffen. Es war auch schon so anstrengend genug, denn meine Oma wollte unbedingt in die Sonne, im Schatten ist es ja viel zu kühl, so mit 26,5 Grad Celsius. Das geht ja nicht, wenn man keine Strumpfhose anhat.

Piet fand es in der Sonne aber gar nicht lustig und wollte seine Flasche lieber im Schatten trinken. Warum muss ich so etwas überhaupt diskutieren und auf andere Rücksicht nehmen? Also setzte ich mich einfach in den Schatten, zum Unmut meiner Oma. Die wird schon nicht erfrieren, bei gefühlten 30 Grad. Auf der Stelle sitzen findet Piet ja prinzipell total doof und es dauerte daher nicht lange, bis er uns zu verstehen gab, dass man doch jetzt auch wieder fahren könnte.

Bei meiner Mutter zu Hause langte er dann kräftig zu und schlief anschließend eine Stunde lang. Danach konnte ich entspannt zu uns fahren. Piet pennt nebenan immer noch, oder besser gesagt, schon wieder. Das ist schon ein wenig seltsam, aber ich werde das nicht hinterfragen, sondern mich einfach auch ein wenig aufs Ohr hauen.

Mist, Zeitpunkt verpasst, jetzt will er was essen.

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