Rebecca Gablé: Der dunkle Thron

Das Buch, „Der dunkle Thron“ von Rebecca Gablé, bekam ich pünktlich von „Blogg dein Buch“ zu meinem Geburtstag zugeschickt. Auf dem Cover steht „Historischer Roman“. Ich lese solche Bücher eigentlich recht gerne. Leider komme ich in letzter Zeit, wie bereits erwähnt, nur bedingt zum Lesen. Aber ich habe aus der Not eine Tugend gemacht und lese meinem Sohn einfach laut vor, wenn seine Laune dies zulässt. So komme ich zumindest irgendwie mal zum Schmökern. 😉

Die Zusammenfassung, im wirklich ansprechendem Einband, liest sich recht spannend:

Der dunkle Thron, Rebecca Gablé

Der dunkle Thron, Rebecca Gablé

London 1529: Nach dem Tod seines Vaters erbt der vierzehnjährige Nick of Waringham eine heruntergewirtschaftete Baronie und den unversöhnlichen Groll des Königs Henry VIII. Dieser will sich von der katholischen Kirche lossagen, um sich von der Königin scheiden zu lassen. Bald sind die Papisten, unter ihnen auch Henrys Tochter Mary, ihres Lebens nicht mehr sicher. Doch in den Wirren der Reformation setzen die Engländer ihre Hoffnungen auf Mary, und Nick schmiedet einen waghalsigen Plan, um die Prinzessin vor ihrem größten Feind zu beschützen: ihrem eigenen Vater.  LÜBBE

Obwohl ich selbst „Lutheraner“ bin, hat mich die Zeit der Reformation in Geschichte nie besonders gereizt, allerdings ist mein Wissen über diese Epoche auch wirklich lückenhaft. Das Buch passte daher eigentlich ganz gut. Kaum hatte ich jedoch angefangen zu lesen, musste ich kurz stutzen. Der Widmung ist zu entnehmen, dass „Der dunkle Thron“ der ungeplante vierte Teile einer Trilogie ist. Eine ganze Familiensaga in vier Bänden. Oje, mit dem letzten Buch einer Reihe anzufangen ist normalerweise keine Gute Idee, aber jetzt hatte ich es nunmal schon. 🙂

Die anderen Bücher der Reihe sind: „Das Lächeln der Fortuna„, „Die Hüter der Rose“ und „Das Spiel der Könige

„Der dunkle Thron“ ist in mehrere Teile (4) gegliedert, die jeweils einige Jahre umfassen. Zwischen den Teilen und auch zwischen den Kapiteln sind immer kleine Zeitsprünge. An manchen Stellen ist das etwas irritierend, da man plötzlich den Ort des Geschehens wechselt und sich fragt, was dazwischen vorgefallen ist.

  • Erster Teil 1529-1530
  • Zweiter Teil 1533-1536
  • Dritter Teil 1540-1547
  • Vierter Teil 1553

Beim Lesen musste ich ein wenig an James Clavells „Gai-jin“ denken, das  Buch habe ich bestimmt fünfmal neu angefangen, weil ich immer an der Vielzahl der beschriebenen Personen gescheitert bin. Erst, als ich alle anderen Bücher der Reihe gelesen hatte, schaffte ich auch endlich Gai-jin. Als Quereinsteiger ist das Lesen manchmal zermürbend, auch wenn Stammbäume und Namenslisten helfen können. Bei dem dunklem Thron ging es mir ähnlich. Vermutlich ist es hier wesentlich einfacher und vor allem interessanter, wenn man die Geschichten der einzelnen Stammbäume bereits aus den anderen Büchern kennt.

Das Buch von Rebecca Gablé liest sich eigentlich ganz nett, es gibt keinen durchgehenden Spannungsbogen, sondern immer mal wieder spannende Phasen, die sich leider mit fürchterlich langweiligen abwechseln. Das Buch kam mir zwischendurch immer mal wieder wie eine „historische Gala“ vor, das ist nun wirklich nicht mein Ding. Was mich am meisten gestört hat, ist die Verflechtung der erfundenen Figuren mit den, real existierenden, Historischen. Frau Gablé hat das zwar wirklich hervorragend hin bekommen, so dass einem die Waringhams auch als ein Teil der wahren Geschichte vorkommen, aber sie sind es nun mal nicht. Die Waringhams greifen ständig in die historische Entwicklung ein, denkt man sich diese weg, würde sich die Geschichte maßgebend ändern. Für mich ist es daher kein historischer Roman, sondern ein Roman, der in der Historie spielt. Sorry, dafür mag ich Geschichte zu gerne.

Dennoch ist die Beschreibung der Umgebung, der Personen und der Umstände, damit meine ich die Reformation, absolut gelungen. Gelungen genug, um mir zumindest noch ein weiteres Buch von Rebecca Gablé zuzulegen, in der Hoffnung, dass dieses dann beim zweiten Lesen interessanter für mich ist.

Fazit: Drei Sterne für „Der dunkle Thron“ von mir.

Kleine Anmerkung an den LÜBBE Verlag: In dem Buch ist gut ein Dutzend Rechtschreibfehler, alle beziehen sich auf Groß- und Kleinschreibung. Lasst ihr da nur noch ein Programm drüber laufen?

 

Ein Gedanke zu „Rebecca Gablé: Der dunkle Thron

  1. Hi Guido, ich habe die ersten drei Teile der Waringham Saga gerne gelesen und war durch die 1000 Seiten Schmöker ziemlich schnell durch. Mit dem vierten Teil konnte ich mich nicht so richtig anfreunden und schaffte es gerade so den dunklen thron fertig zu lesen. Ob ich mir den nächsten Teil auch noch zulege weiß ich noch nicht, mal abwarten. Gruß Florian

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