Raspberry Pi 400 als Amiga-Ersatz mit RetroPie und Amiberry – Teil2, auf zum PiMIGA!

Es hat leider etwas länger gedauert, meine Zeit (und Energie) für diesen reinen Spaß-Nerd-Kram ist doch eher begrenzt und unser 86-jährige Nachbar hat sich ein wenig vor gedrängelt. Er benötigte Hilfe bei einem Computerproblem, natürlich bot ich an, das kurz zu beheben, dies hatte ich bereits öfter getan. Zu meiner Frau sagte ich noch: „Ist sicher nur eine Kleinigkeit, bin gleich wieder da.“

Vier Stunden später musste ich einsehen, dass ich nicht viel machen konnte, seine Festplatte hatte sich unrettbar verabschiedet, auch alle Datenrettungsversuche scheiterten.

„Jede gute Tat wird sofort bestraft“- Ferengi-Erwerbsregel.

Am Ende bestellte ich ihm einen neuen gebrauchten DELL Optiplex mit i5, da sein XP-System mit Hardware aus 2001 nicht mehr kostengünstig zu reparieren war. Natürlich lief dann seine Lieblingssoftware nicht mehr auf Win10, so dass ich diese auch noch besorgt und installiert habe. Aktuell scheint er wieder ganz glücklich zu sein und erstellt wieder fleißig Musik-CD und Foto-Diashows.

Nun hatte ich einem Leser versprochen, noch in den Ferien den zweiten Teil zu schreiben, aber vor lauter Arztterminen bin ich nicht dazu gekommen, daher nun Teil 2 mit etwas mehr Verspätung, als ohnehin schon.

Den ersten Teil gibt es hier: Raspberry Pi 400 als Amiga-Ersatz mit RetroPi und Amiberry – Teil1

Der Raspberry Pi400 machte mir das Leben dann auch noch unnötig schwer, denn meine beiden neuen 64GB-MicroSD-Karten wollten einfach nicht darauf laufen, also kaufte ich noch eine neue 16GB, damit lief es dann endlich.

Update Pi400 für RetroPie

Über den „Raspberry Pi OS – Raspberry Pi Imager“ installierte ich „RetroPie“ mit meinem Linux-Mint-System (Windows geht aber auch) auf die neue MicroSD-Karte.

Das System bootete nun wie erwartet und forderte mich auf, den Competition Pro Joystick einzurichten. Das kostete mich viel mehr Nerven, als gedacht und erschwerte das Weitermachen erheblich.

Aus irgendeinem beknacktem Grund ist die erste Feuertaste oben rechts und nicht, wie früher, oben links. Das kann man auch nicht ändern. Diese Info ist wirklich wichtig, denn sonst verirrt man sich im System!

Die Konfiguration erfolgt über das Hauptmenü, hier gehen wir zu „Raspi-Config“ und stellen Deutschland als Ort ein um, nun unter „Wi-Fi“ im Hauptmenü mit dem W-Lan verbinden.

Jetzt ab in den Menü-Punkt „“RetroPie-Setup“: „manage-packages“ > optional packages > amiberry

Nun sollte sich Amiberry selbstständig installieren.

Tat es aber nicht, ich bekam dafür eine sehr nüchterne Fehlermeldung. Mist.

Für diesen Tag hatte ich genug, erst der Joystick, dann die Installationsroutine von Amiberry und eine wenig hilfreiche Seite auf RetroPie zu diesem Thema, nach dem Motto, wenn es nicht funzt, schauen sie ins Forum. Ja danke, auf die Idee wäre ich von alleine nicht gekommen.

Eine Nacht darüber geschlafen und am Morgen entschlossen, zuerst die goldene Regel aller Gamer zu beherzigen: First Patch – Than Play.

Also habe ich zuerst alle Updates installiert, das waren eine Menge, das hatte ich nicht erwartet, denn ich hatte das Betriebssystem ja gerade erst herunter geladen.

Amiga Software mit ROMs

Zu meiner großen Überraschung, denn ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, konnte ich anschließend Amiberry, wie in der Anleitung auf github.com, installieren. Jetzt mussten die ROM und ADF auf den Pi400, ich hatte vor 17 Jahren eine Emulationssoftware mit einigen Amiga-Spielen gekauft, für einen 10er oder so, auf der CD sind aber auch Kickstart-ROMs enthalten, die man braucht, um Amiberry in Betrieb zu nehmen. Der Hinweis, dass es explizit ein 3.1 A1200 ROM sein MUSS, hat mich etwas verunsichert, denn ich habe zwar ein ROM, das 3.1 heißt, ob es von einem A4000 oder A1200 stammt, wusste ich nicht, aber ich hatte ja keine Wahl, also machte ich weiter.

Die entsprechenden Dateien müssen in einer bestimmten Art und Weise auf einen USB-Stick:

  1. Den USB-Stick in FAT32 formatieren (nur wenn nötig), ausreichend Platz sollte vorhanden sein.
  2. Einen Ordner erstellen mit dem Namen „retropie“ .
  3. Den Stick in den PI 400 stecken, es ist vorteilhaft einen Stick zu verwenden mit LED, so dass man erkennen kann, wenn diese fertig bearbeitet wurde.
  4. Den Stick nun wieder in der PC einstecken, auf dem die ROM Dateien sind.
  5. Die ROMs in den Order „Amiga>Bios“ kopieren, die ADF-Files (.lha .zip .uae .adf .dms .fdi .ipf .hdf .hdz) in den Ordner „Roms-Amiga“
  6. Den Stick nun wieder in den Pi400 mit RetroPie System stecken und auf Beendigung des Lade-Vorgangs warten.
  7. Den Stick entfernen, die ROMs sollten nun auf der MicroSD Karte des Pi400 sein.
  8. Den Pi400 nun neu starten.
  9. Die Spiele sollten nun angezeigt werden.

Viele, viele Amiga Spiele…

Amiberry starten und erstaunlicherweise wurden die Spiele angezeigt und auch die ROMs alle (!) erkannt. Ich startete mit einem Amiga 500 und Kick 1.3, so wie mein erster Amiga ausgestattet war, und startete auf gut Glück eines der Spiele. Die Bedienung machte mich allerdings wuschig, denn aus irgendeinem Grund wurde die Maus nicht erkannt und ich musste alles mit dem Joystick oder über die Tastatur einstellen. Das Problem konnte ich im Setup vom Emulator zumindest bedingt

Amiga Kickstart 1.3

beheben, indem ich die Maus und den Joystick die Ports zugewiesen habe, die Maus wurde dann zwar angezeigt und funktionierte grundsätzlich auch, war aber nicht treffsicher. Hinzu kam, dass das Bild auf dem Monitor nicht passte und ich dies auch in den Einstellungen bisher nicht korrigieren konnte. Das ist sehr schade, denn an einem echten AMIGA hat dieser Monitor ganz hervorragend gepasst. Zumindest den Sound habe ich dann noch über den Monitor wiedergeben können, in meinem Fundus befand sich zum Glück noch das passende Kabel.

Am Ende gelang es mir „Lords of the Rising Sun“ erfolgreich zu starten, aber mal ganz ehrlich, dann kann ich es auch auf dem PC machen, der Aufwand ist es gefühlt irgendwie nicht wert und das Feeling wollte auch nicht überspringen.

Lords of the Rising Sun

Falls ich noch einmal nicht wissen sollte, was ich tun kann, werde ich mich etwas mehr damit auseinander setzen, aber aktuell reicht es mir wirklich. Zu viel Aufwand für zu wenig Effekt, wenn wenigstens das Monitorbild passen würde…

Was ist mein Fazit? Ich spare dann mal auf einen echten A600 mit Cap-Update. 😉

Nachtrag:

So jetzt habe ich einige Zeit auf dem Pi400 meine Amiga Spiele gespielt, es lief dann eigentlich ganz gut, das Problem mit dem Monitor konnte ich noch nicht lösen. Was ich sehr schade finde ist, dass es nicht möglich ist, ein AmigaOS – oder eben eine Emulation, so zu installieren, dass direkt, wie bei einem Amiga mit Festplatte, die Workbench geladen wird. Für den Fall, dass dies doch gehen sollte, schreibt mir bitte bitte in die Kommentare wie. Ich wäre da wirklich dankbar. Zuerst RetroPie zu booten und dann Amiberry danach zusätzlich zu starten verdirbt einem ein wenig das Feeling an einem Amiga zu sitzen und das war ja eigentlich mein Ziel. Ich werde mich aber weiter damit auseinander setzen, vielleicht finde ich ja noch eine bessere Lösung.

Ein Gedanke zu „Raspberry Pi 400 als Amiga-Ersatz mit RetroPie und Amiberry – Teil2, auf zum PiMIGA!

  1. Ich bin zu dumm für Linux und rasbeary habe zwar au die PC version und hätte gerne vernünftige games darauf aber wie, in mein Sortiment befinden sich ein amiga 500 im plexigaskasten und turbokarte , ein 600 in Plexiglas Desktop mlt turbokarte und gotek Laufwerk, dan ein überarbeiteter c16 mid64 kb und sd cart Reader als flopy, ein plus 4 ,c64 Brotkasten und ein restaurierter Vc20
    Und der c64 maxi wo ich sämtliche c64 retrogames zocken kann ebenso vc20 games , mein lebing ist der Amiga 1200 mit turbokarte cf Festplatte…..
    Dachte das der rasbeary pi400 pc einfach durch sd karte als spiele pc im Wohnzimmer dienen sollte und dann orginale os Karte rein zum surfen im Netz you tube und so weiter bekomme das Teil noch nicht mal hochgetaktet um flüssig you tube zu schauen.

    Naja so ist es

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