Piet und die Kommunion

Natürlich geht es nicht um die Kommunion von Piet, der ist ja noch nicht mal getauft.  Wir waren eingeladen zur Kommunion des Sohnes meines besten Freundes, das war der erste Ganztag-Ausflug mit Piet.

Es fing schon super an, kaum waren wir auf dem Parkplatz an der Kirche angekommen, merkten wir, dass etwas nicht stimmte.  Die Fliegen prasselten nur so auf die Windschutzscheibe. Dann rochen wir es auch. Wir können noch nicht los, Piet hat ein Werk vollbracht, zuerst muss eine neue Windel her, an der Kirche hätte es sonst Ärger gegeben. So ein Fliegenschwarm macht sich nicht gut bei einer Prozession.

Also Kofferraum auf, und, haben wir eigentlich  eine zweite Garnitur dabei? Der Body war doch vorher noch nicht gelb, oder? Gewickelt, umgezogen, eingepackt und auf zur Kirche marschiert. Kaum am Portal angekommen, bemerkten wir die Blicke. Oh nein, dies kann doch nicht war sein, der stinkt schon wieder, keine zehn Minuten waren vergangen. Ich habe dann die Stellung gehalten, meine Frau hat sich geopfert und ist zum Wagen zurück.

Ich reihte mich draußen in die Meute von Freizeit-Fotografen ein, dabei fiel ich richtig auf, denn ich hatte definitiv die kleinste Kamera. Eine Tüte länger als die Andere, dass macht ja auch Sinn, so auf drei Meter Entfernung. 😉
Ich befürchtete schon eine Schlägerei um die besten Plätze und verzog mich um die Ecke.

An der Kirche in Willich.

An der Kirche in Willich.

In der Kirche selbst war das Fotografieren nicht gestattet, die katholische Verwaltung stellte einen Fotografen, der das Exklusivrecht bekam. Zuerst habe ich mich gefragt, ob die mittlerweile auch wieder Ablassbriefe verkaufen, dann fiel mein Blick auf die Meute von potentiellen Kamera-Schlägern am Eingang und dachte, dass es wohl eine gute Idee gewesen ist, es so zu organisieren.

Das Ganze war dann schneller vorbei, als ich abdrücken konnte, deswegen gibt es vermutlich auch Kameras, die bis zu sieben Bilder in der Sekunde schießen können. Danach ging es dann zu meinem Freund nach Hause, wo ordentlich gefeiert wurde.
Über sechzig dreißig Person plus eine gute Portion Kinder, da war was los.

Interessanterweise machte mir die Feier wesentlich weniger aus als früher, als Vater entwickelt man wohl automatisch eine höhere Schmerzschwelle für Kinderlärm. Ist das mein Kind, das da so laut schreit? Nein? Prima, dann ist es mir egal.

Aber auch die ganze Verwandschaft auf der Feier war sehr angenehm. Wir kennen alle ja schon seit Jahren, aber daran lag es nicht. Das Interesse an unserem Sohn hielt sich dankenswerter Weise im Rahmen. Fünf- oder sechsfache Omas, sie wusste es selbst nicht so genau, sind viel entspannter, außerdem rannten überall Kinder rum und sorgten für Abwechslung.

Bei uns in der Familie sieht dies ganz anders aus, Piet ist der einzige kleine Mops weit und breit, dementsprechend sind alle total jeck, was sehr anstrengend sein kann.

Piet selbst zeigte sich mal wieder von seiner besten Seite, wie immer, wenn wir woanders sind.

Piet ist geschafft.

Piet ist geschafft.

Als wir wieder zu Hause waren, bekamen wir die Quittung. Zuerst ein Blick der eindeutig aussagte, „wo sind wir denn bitte heute den Tag über gewesen und wiso ist es jetzt hier so ruhig?“ Dann begann die Nörgelei, wir hatten es befürchtet. Nach zwei Stunden Nörgel-Ritual ging es dann, er war endlich eingeschlafen, jetzt hätte ich gerne einen Liter Kaffee.

 

War das ein anstrengender Tag, aber sicher auch für Piet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.